Streets of Rio

Streets of Rio  ---   Show de Bola

ab 17 Jan 2008 in den deutschen Kinosstreets_of_rio.jpg

Jeden Tag seines Lebens sieht sich Tiago (Thiago Martins) mit der ganz normalen Gewalt in seiner Favela vor den Toren des Millionenmolochs Rio de Janeiro konfrontiert. Für den Jungen aus ärmsten Verhältnissen gibt es nur einen denkbaren Ausweg: Er will Profifußballer werden und sich und seiner Familie auf diese Weise ein besseres Leben ermöglichen, fernab der Gangs, der Drogen und des Elends.

Obwohl er der beste Kicker seines Viertels ist und die Chancen ausgezeichnet stehen, bei einem Probetraining tatsächlich entdeckt zu werden, ist der Weg voller Hindernisse. Denn ausgerechnet Tubaro (Lui Mendes), der brutale Anführer der mächtigsten Gang der Favela, zeigt Interesse am Talent Tiagos und hat bereits dessen besten Freund, Sabia (Luis Otávio Fernandes), als Dealer für sich gewonnen. Als Tiago sich auch noch in Tubaraos bildschöne Schwester Juliana (Naima Santos) verliebt, sieht es für seinen Weg aus der Hölle zunehmend schlechter aus...

Einige Fotos aus den neuen Film finden Sie in der Foto Galerie vom Brasil Web

>>> zu den Fotos >>>


STREETS OF RIO, das spektakuläre Spielfilmdebüt des deutschen Clipspezialisten Alexander Pickl, schleudert den Zuschauer mitten hinein in die brutale Welt eines brasilianischen Elendsviertels, in dem ein Leben keinen Pfifferling wert ist. Unter abenteuerlichen und immer wieder lebensgefährlichen Umständen vor Ort in echten Favelas vor den Toren von Rio de Janeiro mit ansässigen Laiendarstellern gedreht, erzählt der knallharte Gang-Thriller die Geschichte eines aufstrebenden Fußballtalents, das in einen Teufelskreis aus Mord und Gewalt gerät und dabei seine Seele und Unschuld zu verlieren droht. Angetrieben von aufpeitschendem brasilianischen Hiphop und Baile Funk spitzt sich die Handlung von STREETS OF RIO zu, bis sich die Spannung in einem packenden Showdown in bitterer Konsequenz entlädt. Was bringt es, Gold in den Füßen zu haben, wenn Blut an den Händen klebt?

Regisseur Alexander Pickl über...

  • ...Favelas im Hier und Jetzt
  • ...die Anfänge des Projekts
  • ...die Arbeit des Drehbuchs
  • ...Recherche vor Ort
  • ...Gangs & Drogen
  • ...Police & Thieves
  • ...die Macht der Favelas
  • ...Aids & Armut
  • ...über den Wolken
  • ...Portugiesisch
  • ...digitale Kameras
  • ...Gegenwind
  • ...widersprüchliche Figuren
  • ...die Anarchie des Baile Funk
  • Über den Stab
Tiago (THIAGO MARTINS) besucht mit seinem Vater ein Fußballspiel. Das riesige Maracana-Stadion ist ausverkauft, die Stimmung gigantisch, zumal Tiagos Mannschaft als Sieger vom Platz geht. Beim Verlassen des Stadions geschieht das Unfassbare, in aller Öffentlichkeit: Tiagos Vater wird von bewaffneten Männern angegriffen und kaltblütig erstochen – vor den Augen Tiagos! Schreiend rennt der Junge davon.

Fußball und Gewalt. Die zwei bestimmenden Dinge in der Favela vor den Toren Rios, in der Tiago aufwächst. Von Gewalt versucht er sich fernzuhalten, Fußball ist dagegen sein ganzer Lebensinhalt – und soll eines Tages der Schlüssel sein zu einem anderen, einem besseren Leben, fernab von Elend und Armut. Mittlerweile zum attraktiven jungen Mann gereift, scheinen Tiagos Träume zum Greifen nah. Keiner der Straßenspieler in seinem Viertel kickt eleganter und besser. Bei einem Nachwuchstraining will er die Scouts des großen Vereins von seinem Talent überzeugen. Nur noch drei Tage muss er bis dahin ausharren.

Dass Tiago zu Größerem bestimmt ist, hat sich längst herumgesprochen in seiner Favela. Tubaro (LUI MENDES), der mächtige und für seine Rücksichtslosigkeit bekannte Anführer der führenden Gang im Viertel, bietet an, Tiago unter die Arme zu greifen, für Lebensmittel und die dringend benötigten Medikamente für seine todkranke Mutter (SANDRA PERA) zu sorgen. Doch Tiago lehnt freundlich ab: Er will sich fernhalten von Typen wie Tubaro. Der ist durchaus beeindruckt davon, dass Tiago seinen Weg gehen will. Er wünscht ihm Glück und betont mit Nachdruck, dass Tiago seine Schulausbildung nicht vernachlässigen soll.

Damit stößt er jedoch auf taube Ohren bei dem jungen Mann. Seit Monaten schwänzt er die Schule, weil er keine freie Minute bis zum entscheidenden Training ohne Fußball verstreichen lassen will. Sein bester Freund Sabia (LUIS OTÁVIO FERNANDES) warnt Tiago davor, dass sein älterer Bruder Marcos (GABRIEL MATTAR), der täglich an den Docks rackert, um Geld für die Familie zu verdienen, davon nichts mitbekommen darf. Er hätte kein Verständnis dafür. Gemeinsam verlassen die Freunde die Favela, vorbei an schwer bewaffneten Jungs, um dem menschenleeren Maracana-Stadion einen Besuch abzustatten. Tiago stiehlt sich auf das Spielfeld und träumt von einer besseren Zukunft – und lässt sich auch von den Ordnern nicht ablenken, die er spielerisch austrickst. Man sieht sofort: Das kann ein ganz Großer werden.

Am Strand von Ipanema verdienen sich die Jungs ein paar Real, indem sie gegrillten Käse verkaufen, und erleben mit, wie Cocada (ARTHUR BISPO), ein kleiner Junge aus ihrer Favela, den Tiago in sein Herz geschlossen hat, Touristinnen die Handtaschen klaut. Bald schon, so sagt der kleine Kerl abends in seinem Viertel, nachdem Tiago vom entspannten Strandfußball zurückgekehrt ist, werde er Anführer einer Gang sein. Vorerst ist er aber ganz unten in der Nahrungskette: Ein paar ältere Jungs vermöbeln ihn und nehmen ihn aus. Cocada schwört Rache.

Zuhause kümmert sich Tiago am nächsten Tag um seine bettlägerige Mutter. Marcos findet, das sei nicht genug, er kümmere sich nicht ausreichend um ihre schäbige Hütte. Das Dach sei leck. Marcos gibt Tiago das nötige Geld, damit er Acryl zum abdichten kauft. Doch zunächst ist Tiago der Sport wichtiger: Während er in Rio wieder eine Runde Strandfußball spielt und dabei auf einen harten Widersacher trifft, den talentierten Bocao, versucht Sabia, die hübschen Mädchen am Strand zu beeindrucken – und verjuxt dabei Tiagos Geld, um einer von ihnen Ohrringe zu kaufen. Damit Tiago nicht mit leeren Händen nach Hause kommt, zückt Sabia eine Schusswaffe und überfällt vor den Augen des entsetzen Tiago den Handwerksladen und stiehlt das Acryl.

Der Schock sitzt tief bei Tiago: Genau aus solchen Dummheiten wollte er sich heraushalten. Und nun zieht ihn ausgerechnet sein bester Freund mit in den Abgrund – am Tag vor dem entscheidenden Training. Um neuen Mut zu schöpfen, lässt sich Tiago von dem blinden Jordao die Zukunft deuten. Doch als der Tag gekommen ist, hat Tiagos Mutter einen schweren Anfall. In seiner Not nimmt er Kontakt mit Tubaro auf, der sofort mit einem Arzt zu Hilfe eilt. Die Mutter kann gerettet werden, doch das Training ist bereits vorbei, als Tiago schließlich auf dem Sportplatz ankommt. Sein Strandfußball-Konkurrent Bocao hat nur Spott für ihn übrig, denn er konnte nicht nur nicht teilnehmen, Bacao wurde sogar ausgewählt, während Tiago seine Chance vertan hat. Für Tiago bricht die Welt zusammen. Wütend zertrümmert er die wenigen Besitztümer der Familie. Nach einem erbitterten Streit mit seinem Bruder, setzt ihn dieser vor die Tür: Tiago muss buchstäblich auf der Straße schlafen. Enttäuscht verabschiedet er sich von seiner Karriere und schießt seinen Ball weg. Fußball ist für ihn ebenso gestorben wie die Hoffnung auf ein Leben außerhalb der Favela.

Von Sabia, der mittlerweile als Drogenkurier arbeitet, lässt sich Tiago zu Tubaro bringen. Er bittet um einen Job in dessen Gang. Tubaro reagiert ungehalten: Er will nicht, dass Tiago sein Talent einfach so verschleudert. Statt dessen bietet er ihm seine Hilfe an. Tubaros Einfluss reicht weit über die Favela heraus: Also arrangiert er ein weiteres Probetraining, nur für Tiago. Tatsächlich kann er mit seinem Talent überzeugen und wird sogar für den Sturm ausgewählt, obwohl sein Konkurrent Bocao alles versucht um ihn zu stoppen. Sein Traum erfüllt sich: Auch wenn er immer noch auf der Straße lebt und am Strand schläft, das Tor aus der Favela scheint sich doch noch für ihn zu öffnen. Und nicht nur das: Tiago sieht Tubaros wunderschöne Schwester Juliana (NAIMA SANTOS) und ist hin und weg. Auch für sie hat Tubaro ein besseres Leben vorgesehen. Er liebt sie über alles und sorgt dafür, dass niemand ihr etwas antun kann. Als sie von ihrem Vorgesetzten angemacht wird, nimmt er sich den Typen auf brutalste Weise vor und lässt ihn dann von seiner rechten Hand Rato (PATUKINHA) beseitigen.

Tiago erschreckt die Gewalt, aber er kann Tubaro nicht den Rücken zudrehen, nicht nach all dem, was er für ihn getan hat. Und weil er Julianas Bruder ist und Tiago dadurch Juliana nah sein kann – auch wenn Tubaro eine Beziehung zwischen den Beiden niemals zulassen würde. Und doch weiß Tiago, dass der Gangboss sein Schicksal bedeuten wird. Als Tubaro ausgerechnet Sabia den Auftrag zu einem Mord gibt, muss Tiago entscheiden, ob er einen radikalen Schlussstrich zieht oder ob er der Junge sein will, der zwar Gold in den Füßen hat, aber an dessen Händen Blut klebt...

 

 
Alexander Pick berichtet über ...

... FAVELAS IM HIER UND JETZT

Man darf nie vergessen: Ein CITY OF GOD spielt in den 70er-Jahren und ist entsprechend dem Look und Stil dieser Ära angepasst. Unser Film spielt im Hier und Jetzt. Er zeigt Favelas so authentisch, wie man sie zeigen kann. Darauf haben wir viel Wert gelegt. Ich war vor dem Dreh bereits drei- oder viermal in Brasilien gewesen und habe über viele Zufälle jemanden kennen gelernt, der Zugang zu der legendären Schauspielschule hat, die Jugendliche aus den Favelas ausbildet. Zwei oder drei Jungs aus dieser Schule hatte man bereits für CITY OF GOD ausgesucht. Entsprechend genießt sie in Brasilien gerade bei Jugendlichen ein hohes Ansehen. Ihr Leiter ist in unserem Film in der Anfangssequenz kurz zu sehen. Er hat die Schule mitten in einer Favela als soziale Einrichtung gegründet und holt ausschließlich Straßenkinder in den Unterricht. Es gilt als große Ehre, von ihm als Schauspieler ausgebildet zu werden. 70 Prozent unseres Castings haben wir mit der Schule gemeinsam gemacht, die das mit großem Ernst und hoher Professionalität abgewickelt hat. Einen Haken hatte es natürlich, mit Kindern aus der Favela zu arbeiten. Wir wussten nie, ob unsere Hauptdarsteller am nächsten Tag auch zum Dreh erscheinen würden. Gerade die Hauptdarsteller wollten wir gerne in einem Hotel unterbringen. Sie haben sich allesamt geweigert und in ihren Favelas bei ihren Familien übernachtet. Bei uns herrschte also die ständige Angst, unsere Hauptdarsteller könnten in Bandenkriege geraten und erschossen werden. Das klingt vielleicht extrem, aber spiegelt doch nur die Probleme wider, mit denen wir in Brasilien täglich zu kämpfen hatten.

... DIE ANFÄNGE DES PROJEKTS

Ich war vor drei Jahren zum ersten Mal in Brasilien, um einen Videoclip für Luka zu drehen, die in Brasilien zwölf Monate lang mit ihrem Song „To nem ai“ Nummer eins war. Da habe ich viele hochinteressante Menschen kennen gelernt und mit der Recherche begonnen, weil ich eigentlich eine Dokumentation über Macumba, eine afro-brasilianische Version von Voodoo, drehen wollte. Der eigentliche Auslöser für STREETS OF RIO war dann allerdings mein damals 15-jähriger Sohn, der Ambitionen hatte, Fußballprofi zu werden und zu einem Probetraining der Tottenham Hotspurs nach London eingeladen wurde. Ich habe ihn eine Woche lang besucht, um mir das anzusehen, und wurde in einem der Spielerhotels untergebracht. Natürlich bin ich seit langem großer Fußballfan und hatte auch schon davon gehört, aber da habe ich live miterlebt, wie Kinder aus Afrika, Brasilien und Argentinien mit nichts außer einer Plastiktüte mit ihren Habseligkeiten, einem Trainingsanzug und Fußballschuhen durchgeschleust und nach drei Tagen Auswahltraining wieder heimgeschickt wurden. Einer unter einer Million hat eine Chance darauf, in ein Fußballinternat gesteckt zu werden. Es war ziemlich deprimierend, das mitanzusehen. Als ich kurz darauf beruflich noch einmal nach Brasilien musste, lag für mich auf der Hand, in diese Richtung weiter zu recherchieren und mir anzusehen, wie es da aussieht, wo diese jungen Fußballer herkommen. Und ich habe mich nach Drehmöglichkeiten in den Favelas umgesehen. Ein halbes Jahr nach den ersten Kontakten, auch mit der Schauspielschule, die in den Favelas so einflussreich ist, weil sie sozial viel bewegt, sind wir noch einmal hingereist und begannen mit Casting und Locationsuche für den Film. Wir haben ein Promo gefilmt und geschnitten, um einen Eindruck von den Umständen vor Ort zu vermitteln. Und damit kamen wir ins Gespräch mit unserer Produktionsfirma, Orange Pictures.

... DIE ARBEIT AM DREHBUCH

Ich komme aus dem Bereich des Dokumentarfilms und habe gelernt, auf das zu reagieren, was unmittelbar während eines Drehs passiert. Entsprechend gingen wir bei unserem Film vor. Zunächst gab es ein 40-seitiges Treatment von mir, in dem ich das verarbeitet habe, was ich in Brasilien und dem Spielerhotel erlebt und gesehen hatte. Man muss nur einmal nachts die Copacabana entlanglaufen, wenn man erleben will, welchen Stellenwert Fußball in Brasilien genießt: Da ist wirklich jeder Quadratzentimeter absteckt für Strandfußball-Spielfelder. Tausende spielen da Fußball. 24 Stunden, rund um die Uhr. Überall. Am Strand, in den Hinterhöfen, in den Favelas. Fußball ist dort eine Weltanschauung. Ich wusste, dass Fußball wichtig ist für die Menschen in Brasilien, aber dass er Religion ersetzt, hatte ich mir in dieser Form nicht vorstellen können. Meine Idee war es also, die Geschichte eines Fußballtalents zu erzählen und die Probleme zu zeigen, mit denen der Junge in Brasilien in den Elendsvierteln zu kämpfen hat, welche Kleinigkeiten einem solchen Jungen bei seinen Versuchen, es rauszuschaffen, im Weg stehen können. Wahrscheinlich gibt es hunderte weiterer Ronaldinhos, von denen wir niemals hören werden, weil sie es nicht einmal jenseits der Mauern ihrer Favela schaffen. Besagtes erstes Treatment war schon sehr nah am fertigen Film. Nachdem Orange Pictures an Bord kamen, ließen wir es noch einmal von einem professionellen Autor überarbeiten, der zusätzliche Dialoge schrieb und die Handlung dramaturgisch etwas zuspitzte. Manches davon konnten wir beim Dreh in Brasilien allerdings nicht so umsetzen. Es lässt sich dort nichts mit endgültiger Sicherheit planen. In Rio de Janeiro und den Favelas herrscht sowieso Anarchie und Chaos. Wenn man in einer Favela heute einen Drehtermin für morgen vereinbart, kann es sein, dass man mitten in einen Bandenkrieg gerät und die Location einfach nicht nutzen kann. Wir haben derlei verrückte Sachen laufend erlebt. Mehrfach wurde auf uns geschossen. Wir sind einmal von der Militärpolizei verhaftet worden und wurden von der Drogenmafia bedroht. Wir gerieten in einen Großeinsatz eines Sondereinsatzkommandos. Dann muss man spontan reagieren und improvisieren. Unsere Erfahrung als Dokumentarfilmer kam uns dabei entgegen. Dennoch ist es vor Ort in den Favelas einfach nicht möglich, strikt nach einem Drehbuch vorzugehen. Aber es war gut, eines zu haben. Sonst hätten wir den Film nie fertig stellen können. 90 Prozent davon haben wir auch umgesetzt. Die anderen zehn Prozent, das unmittelbare Reagieren auf Situationen, das Aufnehmen von ungeahnten Momenten in die Handlung, waren natürlich das Spannendste, was uns widerfahren ist.

... RECHERCHE VOR ORT

Ich war mit zwei Freunden in Brasilien: Oliver Jahr, ein langjähriger Freund und Mitproduzent von mir, und mein Oberbeleuchter Werner Stoiber Graf von Bothmar. Wir sind ein eingeschworenes Team und haben auch schon ein paar gefährlichere Situationen bei Drehs hinter uns. Wir haben uns alles angesehen, selbst Ecken wie Villamimosa, die man als weißer Tourist tatsächlich eher meiden sollte, wenn man nicht nach 50 Metern erschossen werden will. Einer unserer Kontakte, den wir bei unserem Videodreh getroffen hatten, gehörte selbst einmal zu den oberen Bossen einer Favela. Seine Freundschaft erwies sich als sehr hilfreich. Und wir hatten noch einen weiteren Kontakt zu einem Experten, der Führungen durch Favelas macht und Touristen dafür sehr viel Geld abknöpft. So kamen wir an die Favela-Bosse heran, ohne deren Zustimmung ein Dreh unmöglich gewesen wäre. Wie alles in Brasilien läuft natürlich auch das über Geld. Wenn Vertrauenspersonen erst einmal den Kontakt hergestellt haben, werden Preise aufgerufen. Das Geld geht gar nicht einmal an die Bosse selbst. Eher muss man in Kindergärten oder ähnliches investieren. In der Zona Norte, eine Voodoo-Gegend, hat man von uns nur verlangt, eine gewisse Anzahl an Ziegeln, Ton und Holzlatten zu kaufen, damit sie ihren Voodoo-Gral wieder etwas auf Vordermann bringen konnten. Eine skurrile Erfahrung. Insgesamt hat es sehr gut funktioniert – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Es kann nämlich passieren, dass man sich mit einem Favela-Boss einig geworden ist, der aber unter Umständen schon gar nicht mehr lebt, wenn man eine Woche später zum vereinbarten Drehtermin erscheint. Seinem Nachfolger sind die Abmachungen des Vorgängers natürlich egal. Dann muss man eben neu verhandeln. Es ist einfach sehr korrupt und archaisch in den Favelas.

... GANGS UND DROGEN

Die Favelas, das sieht man im Film sehr gut, sehen aus der Distanz aus wie Bienenwaben. In Cantagallo, einer der Favelas, entdeckt man aus der Distanz inmitten der grauen Wabe ein hoch herrschaftliches weißes Anwesen, das aussieht, wie man sich die Villa eines Drogenbarons in Kolumbien vorstellt. Dort wohnt der örtliche Chef. Die hochkriminellen Favelas leben in erster Linie von Drogenhandel. Das haben wir sehr direkt miterlebt beim Dreh der Schlussszene in der Bar mit dem Drahtzaun, die sich vor einer der gefährlicheren Favelas befindet. Die Hauptstraße, die vorbeiführt, ist die klassische Drogendealerstraße. Wir drehten dort an einem Samstag und hatten die Vereinbarung getroffen, bis 22 Uhr filmen zu können. Der Hintergrund war uns damals nicht ganz klar. Aber es ist natürlich offensichtlich: Die Gangs machen ihren Umsatz am Freitag, Samstag und Sonntag mit den ungemein populären Baile-Funk-Partys. Auf den Straßen zu den Hallen warten nicht selten 100 Drogendealer, um ihr Geschäft mit den Besuchern der Partys zu machen. Und eine solche Straße hatten wir für unseren Dreh perfekt ausgeleuchtet. Die Dealer hatten natürlich keine große Lust, ihre Drogen im Scheinwerferlicht zu verkaufen. Als wir um 22 Uhr immer noch drehten, wurden wir erst einmal mit einer Maschinenpistolengarde gewarnt. Das wirkte. Gerade unsere brasilianischen Crewmitglieder reagierten geradezu panisch. Wahrscheinlich lag es an unserer Unbedarftheit, dass wir uns nicht wirklich bedroht fühlten. In jedem Fall wurden wir nach der Garde noch einmal eindringlich von einem Kurier gewarnt, dass beim nächsten Mal scharf geschossen würde. Während des Abbaus haben wir die Szene fertig gedreht und sind dann schnell verschwunden. Zum Glück ist keine der Situationen jemals eskaliert. Ich hatte immer den Eindruck, dass es fair abläuft.

... POLICE & THIEVES

Die Polizei geht nur in Notfällen oder bei Großeinsätzen in die Elendsviertel. Bei unserer ersten Recherche haben wir miterlebt, wie drei Helikopter mit einem Einsatzteam in der Favela gelandet sind, und gerieten in eine Schießerei zwischen Polizei und Gangs. Die einen schossen nach oben, die anderen nach unten. Wir waren zwischendrin. Es gibt regelmäßige Einsätze. Ansonsten werden vor den Eingängen der Favelas Panzer positioniert, und es wird kontrolliert, wer das Viertel betritt und verlässt. Die Polizei geht in den seltensten Fällen rein. Und die Einwohner der Favela gehen in den seltensten Fällen raus. Es ist eine Pattsituation. Wenn ein Drogenkartell zu mächtig wird, versucht die Stadt, es wieder auf eine kontrollierbare Größe zu zerschlagen. Mittlerweile ist die Lage in Rio aber nicht mehr zu kontrollieren. Gerade in Zona Norte sind die Gangs bis an die Zähne bewaffnet – vor ein paar Jahren wurde sogar ein Passagierflugzeug von dort aus mit einer Mittelstreckenrakete beschossen. Die Favelas sind militärisch so massiv aufgerüstet, dass die Polizei von Rio nicht den Hauch einer Chance hätte, wenn die Viertel nicht untereinander so zerstritten wären. Bei einem Bürgerkrieg sähe die Polizei schlecht aus. Die Favelas gleichen Festungen. Wir haben die Szene, in der der kleine Junge den Ball findet, den Tiago weggeschossen hat, vor einer Favela gedreht, die man im Hintergrund am Hang sieht. Innerhalb von Minuten hatten fünf oder sechs Scharfschützen mit großkalibrigen Gewehren von den Dächern auf uns angelegt. Sie reagieren einfach allergisch, weil sie nicht wollen, dass ihre Favelas gefilmt werden. Es könnte sich ja um Polizei oder Militär handeln. Bei uns ist nichts passiert, wir wurden nur beobachtet, und dann sind sie wieder abgezogen. Aber die Gefahr spürt man unentwegt. Auch als Tourist an der Copacabana kann man überfallen werden. Aber da werden einem nur die Wertgegenstände weggenommen. In den Favelas selbst ist es gesetzlos, da geht es ums Überleben.

... DIE MACHT DER FAVELAS

Wir haben fast zwei Monate dort gedreht und uns mit vielen Menschen angefreundet. Wir haben festgestellt, dass sie sehr stark auf ihre jeweils eigenen Favelas reduziert sind und kaum den Weg nach draußen suchen. Gleichzeitig ist die Macht der größeren Favelas so groß, wurde uns erzählt, dass sie durchaus in der Lage sind, die Copacabana oder Ipanema stillzulegen. Da wird auch entsprechend Druck ausgeübt. Ein befreundeter Fotograf, der sein Atelier in der Nähe einer der Favelas hat, muss beispielsweise Schutzgeld bezahlen. Das ist ganz normal, darüber regt sich niemand auf. Die eigentlichen Probleme werden erst noch auf das Land zukommen und in dem Maße größer werden, in dem die Favelas wachsen. Und das tun sie in rasender Geschwindigkeit. Wir haben versucht herauszufinden, wie viele Einwohner Rio de Janeiro nun tatsächlich hat. Das konnte uns niemand verbindlich sagen. Man geht von zehn Millionen Einwohnern in Rio selbst aus, und noch einmal acht Millionen mehr, wenn man die Favelas dazurechnet. Dort sieht man nicht selten 14-jährige Mädchen, die bereits drei Kinder haben. Es werden rasend mehr, und die Favelas wachsen entsprechend. Daher rühren auch die territorialen Kriege: Hier wird um jeden Quadratmeter gekämpft. Eine Eskalation ist nur eine Frage der Zeit.

... AIDS UND ARMUT

Aids ist ein großes Problem. Ein befreundeter Arzt in München erzählte mir, dass man von einer Aids-Rate von 100 Prozent unter den Prostituierten ausgeht. Armut ist ein großes Problem. Wir wollten es selbst nicht glauben, aber bei einem unserer nächtlichen Stranddrehs in einem felsigeren Gebiet haben wir tatsächlich Höhlenkinder gesehen. Nachts um Drei kamen Siebenjährige aus einer der Höhlen, nur in Decken eingehüllt, die uns um Essen und Regenmäntel angepumpt haben und dann wieder in der Höhle verschwanden. An einem anderen Abend befanden wir uns auf dem Weg zu einem Restaurant, als uns drei Sechs- oder Siebenjährige etwa 30 Meter vor uns auffielen. Wir rechneten damit, dass die sich in eine der Gassen schlagen würden. Stattdessen bückte sich einer von ihnen, zog einen Gullideckel weg. Alle drei verschwanden in der Kanalisation und zogen den Deckel wieder zu. Da sind Kinder, die leben wie Kanalratten. Das sind die Momente, die man niemals wieder vergisst. Insofern gibt es viel Elend, das wir in unserem Film aussparen. Zum Glück gibt es kein Geruchskino. In manchen Favelas mussten wir uns verdammt zusammenreißen, dass sich die komplette Crew nicht unentwegt übergab. Der Gestank war immens. Kanalisation im eigentlichen Sinne ist dort ein Fremdwort. Jedes Haus leitet seinen Abfluss über Rohre in ausgehobene Sickergruben, die irgendwo zusammenfließen und dann ins Meer geleitet werden. Natürlich haben wir uns um Authentizität bemüht, im Rahmen des für den Zuschauer Zumutbaren. Hätten wir das ganze Elend abgebildet, vor allem in der Stadt selbst, dann wäre ein ganz anderer Film herausgekommen. Man muss verstehen, dass es den Menschen in den Favelas selbst gar nicht so schlecht geht. Es herrscht ein starker Zusammenhalt, die Menschen versorgen sich selbst. Man hält sich zwei oder drei Hausschweine. Einmal im Monat wird ein Schwein geschlachtet, was Anlass für eine große Party in der ganzen Nachbarschaft ist. Das sind stolze Menschen, die eine für sie funktionierende Infrastruktur geschaffen haben und sich autark versorgen. Viel übler ist, was sich in den Armenvierteln in Rio selbst abspielt. Da findet man gerade einmal drei oder vier Straßen von der Copacabana entfernt jene Obdachlosen, die mit Fliegen übersäht sind. Aber wir wollten keinen Film über Armut und Elend machen. Uns interessierte explizit das Biotop Favela. In dieser Form gibt es dieses Phänomen ausschließlich in Rio de Janeiro, hier sind sie auch entstanden. Es gibt keine wörtliche Übersetzung für das Wort. Gemeint sind damit aber kleine Bäume, was eine Entsprechung für jene autarken Camps ist, die militante Gruppen um die Wende zum 20. Jahrhundert, als das Militär korrupt war und sich viele Revoluzzer im Land befanden, in den Hügeln über Rio de Janeiro gegründet haben. Aus ihnen sind die Favelas entstanden.

... ÜBER DEN WOLKEN

Wenn man aus der Luft auf die Favelas schaut, dann sehen sie aus wie Bienenwaben. Wir hatten einen Militärpiloten, der uns mit dem Hubschrauber für unsere Aufnahmen aus der Luft geflogen hat. Als wir ihn fragten, ob er nicht auch niedriger als 300 Meter fliegen könnte, hat er sich strikt geweigert. Er hatte Angst, wir könnten abgeschossen werden, wenn entdeckt werden würde, dass wir ihre Favela aus einem Helikopter heraus filmen. Sie gehen davon aus, dass es sich um Polizei mit Suchkameras handelt.

... PORTUGIESISCH

Der Dreh auf Portugiesisch stellte uns vor keine größeren Probleme: Ich spreche sehr gut Italienisch, und damit fiel es mir nicht schwer, die Sprache zumindest in groben Zügen zu verstehen. Zumindest fiel es mir leichter als unserem Kameramann, der fließend Spanisch spricht. Vor allem aber konnten wir uns auf unsere Regieassistentin verlassen, die als Brasilianerin perfekt Englisch beherrscht. Und wir hatten eine Dialogassistentin, die ebenfalls eine große Hilfe war. Mit diesen Beiden hat das gut funktioniert. Mir hat das großen Spaß gemacht, weil ich mich voll und ganz auf die Regie und die Inszenierung konzentrieren konnte. Die Sprache selbst ist so ausdrucksvoll, dass man immer gespürt hat, ob ein Dialog richtig rüber kam oder nicht.

... DIGITALE KAMERAS

Wir wollten beim Dreh sehr beweglich sein. Deshalb haben wir digital mit einem PS-Adapter und einem High-Speed-Objektiv gedreht, um rasch reagieren zu können. Wir haben viele Schärfenzüge und mussten entsprechend variabel mit der Tiefenschärfe arbeiten können. Das Licht ist in Brasilien natürlich traumhaft. Deshalb war das eine gute Wahl. Und wir mussten keine Rücksicht auf das Material nehmen, was bei den Drehbedingungen ein unbedingter Vorteil war. Vor Ort haben wir mit einem sehr guten Koproduzenten gearbeitet, der ein hochprofessionelles Team auf die Beine stellte. Ich war angenehm überrascht. Das hat sehr gut funktioniert. An Knowhow fehlt es nicht in Brasilien. Dass dem brasilianischen Film die internationale Anerkennung mit Ausnahme weniger Beispiele versagt bleibt, hängt damit zusammen, dass sich die namhaften Filmemacher fast ausschließlich mit der innenpolitischen Lage des Landes beschäftigen und damit auf Unverständnis und mangelndes Interesse im Ausland stoßen.

... GEGENWIND

Uns wurde vorgehalten, dass wir als Ausländer nicht das nötige Wissen über das Sujet besäßen, um dem Thema gerecht zu werden. Das sehe ich anders. Gerade der Blick von Außen nach Innen ist sehr spannend. Wir waren absolut unvoreingenommen und offen für alles, was es zu sehen und erleben gab. Tatsächlich war es so, dass wir gerne noch mehr gezeigt hätten, aber bisweilen auf den Widerstand der Brasilianer stießen. Ich hätte liebend gerne in Zona Norte einen der legendären Macumba-Magier bei seinen Ritualen gefilmt. Aber die Gegend gilt als sehr militant und gefährlich. Nicht selten wird von Häuserdächern auf vorbeifahrende Autos auf der Autobahn geschossen. Es ist nicht unbedingt ratsam, sich dorthin zu verirren. Wir hätten das dennoch gerne im Film gehabt, wie Tiago von seinem Favela-Boss zu dem Zauberer geschickt wird – selbst die ganz großen Stars des brasilianischen Fußballs werden dort vorstellig und lassen sich segnen. Aber da haben sich alle Brasilianer in unserer Crew und die Schauspieler strikt geweigert. Allein die Idee, dort zu drehen, ließ sie weiß im Gesicht werden. Die Angst vor der schwarzen Magie war zu groß. Wir haben das dann auf eigene Faust gemacht, aber ich war nicht glücklich mit den Aufnahmen und habe sie rausgelassen.

... WIDERSPRÜCHLICHE FIGUREN

Ich hatte nie die Absicht, die Figur des Gangbosses Tubaro als klassischen Bösewicht anzulegen. Vielmehr ist er ein Opfer der eigenen Umstände. Er kann sich als Leitwolf einfach keine Schwächen erlauben. Beim geringsten Anzeichen von Schwäche ist der zweite Leitwolf sofort da, um seine Position einzunehmen. Die extreme Macho-Art, die man in den Favelas entdeckt, hat viel mit Gehabe zu tun, um sich unnahbar und cool und über den Dingen stehend zu geben. Ich wollte die Brüche in seinem Wesen dennoch zeigen: Er liebt seine Schwester abgöttisch und will ihr ein besseres Leben außerhalb der Favela und seiner Gewalt ermöglichen. Im Fall von Tiago ist das ähnlich: Sicher, Tubaro verfolgt auch seine Geschäftsinteressen, aber er möchte den Jungen auch von Ärger fernhalten, weil er sein Können absolut respektiert. Eigentlich in allen Figuren entdeckt man etwas Widersprüchliches. Nehmen Sie zum Beispiel den kleinen Jungen Cocada. Er fuchtelt mit Waffen herum und reißt große Sprüche und macht einen auf großen Gangboss. Als er aber Tiago zum Essen einlädt, stellen wir fest, dass er nicht einmal mit Gabel und Messer umgehen kann. Besser lässt sich diese Figur auch gar nicht beschreiben. Das ist auch nicht aus der Luft gegriffen: Solche Jungs findet man in allen Favelas Zuhauf, mit ihrem Bauchpack voller Geld und Drogen. Sie sind willkommene Opfer größerer Jungs. Immer wieder hört man von diesen Kindern, die erschossen werden und denen dann das Geld abgenommen wird.

... DIE ANARCHIE DES BAILE FUNK

Das ist typischer Rio-Sound. Wir haben diese Musik in den Favelas miterlebt, eine archaische Angelegenheit. Man kann sich das eigentlich gar nicht vorstellen: eine Halle mit 2000 Besuchern, alle zugedröhnt, an den Eingängen bewaffnete Wachen mit Maschinenpistolen. Da herrscht eine etwas andere Partystimmung als bei uns. Auf der Bühne sind Trommeln aufgebaut, dazu läuft ein selber gemischter Sound vom Kassettendeck. Aus dem Publikum kommen dann spontan Leute auf die Bühne und singen zur Musik Standup-Raps. Es geht um politische und persönliche Probleme, um Gewalt und Drogen. Das ist extrem sozialkritisch. Die Musik dieser Partys ist die Musik, die wir zu 80 Prozent auch bei uns im Film verwendet haben. Wir waren sehr froh, dass wir durch unseren Aufenthalt die entsprechenden Gruppen und DJs kennen gelernt haben. Mittlerweile hat der Baile Funk den Untergrund aber auch bereits verlassen. In England gibt es bereits Baile-Funk-Partys, und man findet auch ein paar Compilations mit der Musik. Ich finde, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann. Sie war unser Soundtrack während der zwei Monate des Drehs. Deshalb findet man sie auch im Film wieder.

 




ALEXANDER PICKL
Regie

ALEXANDER PICKL, Jahrgang 1961, begann seine formale Ausbildung an der U5 – Institut für Mediendesign in München. Anschließend studierte er Film in Chicago mit Fokus auf Regie, um danach ein Jahr lang als Film- und Dokumentar-Assistent am Institut für Frühe und Prähistorische Geschichte der LMU in München zu arbeiten.

Nach dieser Phase, in der er sein Handwerk erlernte, machte sich Pickl selbständig und entwickelte sich zum Fachmann in vielen Bereichen. Er war die treibende Kraft hinter dem Firmendesign von Tele 5, dem ersten privaten Fernsehsender Münchens. 1991 gründete Pickl die Bel Air Movie and TV Production Company sowie die Pickl Advertising Agency. Der zweigeteilte Ansatz, sich sowohl um Film als auch Werbung zu bemühen, ermöglichte es ihm, aus Sicht des Werbefilmers auf der Höhe aktueller Trends der Filmästhetik zu bleiben. Das zahlte sich aus. Bereits im darauffolgendem Jahr drehte er Spots für Kampagnen von Diesel, Panerai, Cartier, L’Oreal und Zegna.

Seit 1995 hat Alexander Pickl mehrere Fernsehformate und Dokumentationen produziert. Dazu gehören „Havanna“, „Young and Guilty“, „Die Wiesn“, „It’s Not the Pain“, die sechsteilige Musikdoku „Members Only“, die Kurzfilme „Pale Horse“ und „Dear Mr. President“ sowie Folgen der Fernsehreihen „City Vibes“ und „Totally Cooked“. 2002 verließ er seine Produktionsfirma, um sich auf die Realisierung von Drehbüchern und das Inszenieren von Filmen zu konzentrieren.

Mittlerweile hat Pickl einen weiteren Spielfilm realisiert, der ihn in die Welt des Ultimate Fighting in Miami führte. Und er stellt aktuell ein Porträt der Boyband US5 fertig.

DAN MAAG
Produktion

DAN MAAG wurde am 19. März 1975 in Düsseldorf/Mettmann geboren. Als Produzent der F.A.M.E. Film & Music Entertainment AG war er zuständig für den Aufbau des internationalen Produktions- und Co- Produktionsarms, mit dem er unter anderem den englischsprachigen Thriller DEATHWATCH (2002) produzierte. Als Geschäftführer der F.A.M.E. Film & Music Produktions GmbH entwickelte und schnürte er Packages für internationale und englischsprachige Kinoproduktionen.

Im Jahr 2002 gründete Dan Maag als Geschäftsführer die Orange Pictures, die ihren Schwerpunkt auf die Medienberatung und Produktion von internationalen Kino- und TV-Produktionen legte. Als Line Producer für die IMF Medienfonds betreute er THE AVIATOR („Aviator“, 2004) von Martin Scorsese, ALEXANDER („Alexander“, 2004) von Oliver Stone, BASIC INSTINCT 2: RISK ADDICTION („Basic Instinct 2“, 2006) mit Sharon Stone und RV („Die Chaoscamper“, 2006) mit Robbin Williams. Der erste hauseigene englischsprachige Kinofilm DEAD FISH (2004) mit Gary Oldman und Robert Carlyle startete über den Verleih Warner Brothers im Jahr 2004 in den US-amerikanischen Kinos. Es folgte der Kinofilm ADRIFT („Open Water 2“, 2006), den der Weltvertrieb Summit Entertainment während der Berlinale weltweit in zahlreiche Territorien verkaufen konnte. Zuletzt produzierte Dan Maag den Spielfilm THE RED BARON („Der rote Baron“, 2008).

PHILIP SCHULZ-DEYLE
Produktion

Geboren am 9. Januar 1972 in Hamburg, beendete PHILIP SCHULZ-DEYLE, nach einem Schuljahr in den USA, 1992 das Gymnasium in München. Es folgten das Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München in der Abteilung Produktion und Medienwirtschaft und verschiedene Praktika. Er gründete 1997 die DSD Deyle & Deyle Entertainment GbR und arbeitete ab 1999 als Produzent bei der Münchner TNF Tele Norm Film GmbH. Für diverse TV-Sender realisierte er Projekte und fungierte als Koproduzent u.a. bei "Ecce Homo" und als Produzent bei "Salon Brasil". 2002 gründete er mit Dan Maag die Orange Pictures GmbH & Co. KG.

STEPHAN BARTH
Produktion

Seit Mitte der 90er-Jahre hat sich STEPHAN BARTH der Produktion von Filmen verschrieben. Als Geschäftsführer der Kampa-Film sowie als freier Line Producer und ausführender Produzent zeichnet er seitdem für qualitativ hochwertige Kino- und TV-Produktionen verantwortlich. Im Verlauf seiner Karriere hat er sich auf die Produktion von deutschen Spielfilmen im Ausland spezialisiert. Dabei lag der Fokus vor allem auf deutschen Produktionen mit Drehs in Südamerika, sowie West- und Osteuropa. Dazu zählen neben ADRIFT („Open Water 2“, 2006) Filme wie „Das 7. Foto“, „Ratten 1 und 2" oder „Das Blut der Templer".