Wilkommen im Brasil Web

Chronik

Brasilien im 20. Jahrhundert

  • 1917: Im Ersten Weltkrieg beteiligt sich Brasilien am Kampf gegen Deutschland.
  • 1930 (3. November): Getúlio Dornelles Vargas (*1883 - 1954) gelangt an die Macht und regiert mit autoritärer Hand bis 1945 durch die Einschränkung der Autonomie der Bundesstaaten und durch Erweiterung der Präsidialvollmachten.
  • 1937 (10. November): Getúlio Vargas proklamiert den »Neuen Staat« (Estado Novo). Auflösung des Kongresses, Streikverbot und Verbot der politischen Parteien. Ende der Vorherrschaft der Großgrundbesitzer und Stärkung der Industriearbeiter und des städtischen Bürgertums.
  • 1942: Nach der Versenkung brasilianischer Handelsschiffe durch deutsche U-Boote Kriegserklärung an die Achsenmächte.
  • 1944: Im Zweiten Weltkrieg entsendet Brasilien ein auf der Seite der Alliierten kämpfendes 25,000 Mann starkes Expeditionskorps (Força Expedicionâria Brasileira) nach Italien.
  • 1951: Getúlio Vargas wird, nachdem er 1945 zum Rücktritt gezwungen wurde, erneut Präsident († 1954 Suizid).
  • 1960: Unter der Präsidentschaft von Juscelino Kubitschek de Oliveira (* 1902; † 1972) wird die Hauptstadt von Rio de Janeiro in das neu errichtete Brasilia verlegt.
  • 1961: Jânio da Silva Quadros (* 1917; † 1992) wird Präsident (31. Januar). Er versucht, eine soziale Reformpolitik einzuleiten (Kampf gegen die Korruption, Reform der Staatsverwaltung und des Finanzhaushaltes), scheitert jedoch nach nur wenigen Monaten am Widerstand des in- und ausländischen Kapitals und tritt zurück (25. August). Sein Nachfolger wird João Goulart (* 1918; † 1978), ein Parteigänger des früheren Populisten Getúlio Vargas. In seinem Reformprogramm geht Goulart noch weiter als seine Vorgänger; er verbündet sich mit den Gewerkschaften und linken politischen Strömungen und zieht sich damit den Missmut der Militärs zu.
  • 1964 (31. März): Die Linkspolitik der Regierung provoziert einen Militärputsch und den Sturz Goularts. Neuer Machthaber ist Generalstabschef Humberto Alencar Castelo Branco (* 1900; † 1967).
  • 1964 - 1979: Militärdiktatur in Brasilien. Enge Anlehnung an die USA, Schaffung eines künstlichen (von oben verordneten) Zweiparteiensystems, Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung, Auflösung des Parlaments (1968), Einschränkung der Persönlichkeitsrechte und der freien Presse, politische Repression, Folter, Massenmorde an Indios im Amazonasgebiet. – Die Eskalation des staatlichen Terrors erweckt den Widerstand des progressiven Flügels der katholischen Kirche unter Führung von Dom Helder Camara (* 1909; † 1999), Erzbischof von Olinda und Recife.
  • 1979 - 1985: Unter der Präsidentschaft von João Baptista Oliveira Figueiredo (* 1918; † 1999) werden die diktatorischen Maßnahmen aufgehoben. Beginn der abertura, der Öffnung zur Demokratie.
  • 1984: In Itaipú (Paraná) nimmt das größte Wasserkraftwerk der Welt seinen Betrieb auf.
  • 1985 (15. März): In ersten freien Wahlen seit 1964 wird Tancredo de Almeida Neves (* 1910; † 1985) zum Präsidenten gewählt. Dieser stirbt aber noch vor seinem Amtsantritt (21. April). Nachfolger wird José Sarney (* 1930) [bis 1990].
  • 1988 (5. Oktober): Inkrafttreten einer neuen Verfassung.
  • 1991 (26. März): Brasilien begründet mit Argentinien, Paraguay und Uruguay den »Gemeinsamen Markt des Südens« (Mercosur), dem 1996 Chile, 1997 Bolivien und 2003 Peru als assoziierte Staaten beitreten.
  • 1991 (5. Oktober): Präsident Fernando Collor de Mello (* 1949) erklärt den Staatsbankrott. Horrende Staatsverschuldung, anhaltende Wirtschaftskrise, Rezession, hohe Inflation.
  • 1992 (29. September): Präsident Collor de Melo wird aufgrund einer Korruptionsaffäre von seinem Amt suspendiert und tritt am 29. Dezember zurück. Sein Nachfolger wird Itamar Franco (* 1930).
  • ab 1993: Zunahme der Mordserien an Straßenkindern durch paramilitärische Killerbanden und skandalöse Übergriffe der Polizei
  • 1993 (21. April): In einem Referendum wird über die künftige Staatsform (Monarchie oder Republik) abgestimmt. Die Mehrheit entscheidet sich für die Beibehaltung der Republik.
  • 1993 (8. August): Im Amazonas-Gebiet verüben Goldgräber ein Massaker an den Yanomami-Indianern. Die Militärs wenden sich gegen eine Erweiterung der Selbstbestimmungsrechte der indianischen Urbevölkerung.
  • 1995 (1. Januar): Fernando Henrique Cardoso (* 1931) wird neuer Präsident.