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Indianerreservate
Der Indianermissionsrat der katholischen Bischofskonferenz Brasiliens (CIMI) kritisiert in einer im Januar 1997 veröffentlichten Erklärung, die Regierung von Präsident Cardoso betreibe gegenüber den Ureinwohnern weiterhin eine autoritäre und willkürliche Politik und berichte über Markierungen von Indio-Gebieten, die nicht stattgefunden hätten. Eine Folge von Cardosos Dekret vom 9.1.1996, wonach Interessierte gegen öffentlich bekanntgegebene Markierungen von Indio-Gebieten Einspruch erheben und Entschädigung verlangen können, sei, daß die Gewalttaten, das Eindringen von Goldschürfern, Holzfirmen und Großgrundbesitzern in Stammesgebiete und die Konflikte um Reservate zugenommen hätten.
Der Pataxó-Häuptling Galdino Jesos dos Santos, der seit Jahren für die Rückgabe von im Süden des Bundesstaats Bahia gelegener Pataxó-Gebiete gekämpft hatte, die sich Großgrundbesitzer angeeignet hatten, wird am 20.4.1997 in Brasília von fünf Männern aus den sog. "besseren Kreisen" der Hauptstadt ermordet. Nach der Beerdigung am 23.4. werden Journalisten und der Vorsitzende der staatlichen Nationalen Indianerstiftung Funai, Julio Gaiger, gezwungen, die Pataxó zur gewaltlosen Besetzung von 788 ha Land zu begleiten, das ihnen von der Justiz zwar zugesprochen, aber nie übergeben worden war. Wegen mangelnder Unterstützung durch die Regierung tritt Gaiger im Juli zurück.



