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Der Präsident

Der Präsident

Die Präsidentin von Brasilien

Dilma Vana Rousseff

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In den brasilianischen Medien und selbst in offiziellen Verlautbarungen wird Dilma Rousseff oft nur „Dilma“ genannt. Die Bezeichnung nur mit einem Vor- oder Spitznamen ist auch bei anderen Persönlichkeiten in Brasilien üblich, auch ihr Amtsvorgänger Lula da Silva wurde häufig nur als „Lula“ bezeichnet.

 

Dilma Rousseff wurde 1947 in Belo Horizonte als Tochter von Pedro Rousseff und dessen zweiter Ehefrau Dilma Jane Silva geboren. Ihr Vater stammt aus Gabrowo in Bulgarien, wo er ab den 1920er Jahren aktives Mitglied der Kommunistischen Partei war. 1929 floh er zunächst nach Frankreich und siedelte später nach Südamerika um, wo er sich schließlich in Brasilien niederließ; nach seiner Auswanderung änderte er seinen Geburtsnamen Pétar Russéw (bulgarisch Петър Русев) in Pedro Rousseff. Er war ein enger Freund der bulgarischen Dichterin Elisaweta Bagrjana. Durch ihren Vater hatte Dilma einen Halbbruder namens Ljuben († 2007).

Da ihr Vater als Anwalt und Unternehmensvertreter in Brasilien erfolgreich war, wuchs Dilma Rousseff in solidem Wohlstand in Belo Horizonte auf. Nach dem Schulbesuch studierte sie zunächst an der Universidade Federal de Minas Gerais Volkswirtschaft, brach dieses Studium aber ab, als sie sich im bewaffneten Widerstand gegen die seit 1964 regierende Militärregierung engagierte (siehe Politik);[1] 1973 wurde sie offiziell durch die Universität exmatrikuliert.

Nach Verbüßen einer Haftstrafe wegen ihrer Untergrundtätigkeit zog Dilma Rousseff nach Porto Alegre. Sie nahm ihr Studium an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul wieder auf und schloss 1977 ab. Anschließend arbeitete sie bei der Fundação de Economia e Estatística (FEE), einer Organisation des Bundesstaates Rio Grande do Sul. Ab 1978 studierte sie einen Masterstudiengang in Volkswirtschaft an der Universidade Estadual de Campinas, den sie jedoch genauso wie ihre Promotionsvorhaben nicht abschloss.

Ab Mitte der 1980er Jahre war Dilma Rousseff in unterschiedlichen politischen Funktionen und bei der FEE tätig (siehe Abschnitt Politik).

Dilma Rousseff war zweimal verheiratet, zunächst mit dem Journalisten Cláudio Galeno de Magalhães Linhares, später mit Carlos Franklin Paixão de Araújo. Aus dieser Ehe ging ihre einzige Tochter Paula hervor. Seit 2000 ist Dilma Rousseff von ihrem zweiten Ehemann geschieden. Bis 1999 trug Dilma Rousseff den Nachnamen ihres ersten Ehemanns Linhares; dann nahm sie ihren Geburtsnamen wieder an.

2009 erkrankte sie an einem malignen Lymphom.

 

 

Politik 

Aktivitäten im Widerstand gegen die Militärdiktatur

Dilma Rousseff begann gegen Ende ihrer Schulzeit, sich für die politische Situation ihres Landes zu interessieren, das seit 1964 eine Militärdiktatur war. Über eigene Beschäftigung mit sozialistischen und marxistischen Theorien sowie den Journalisten Cláudio Galeno Linhares, den sie später heiratete, kam sie Ende der 1960er Jahre zur Partido Socialista Brasileiro und schloss sich dort dem Comando de Libertação Nacional an, das für den bewaffneten Kampf gegen die Militärdiktatur eintrat.

Dilma Rousseff war innerhalb der Guerillaorganisation vor allem mit Agitation befasst, war aber zumindest passiv auch an gewalttätigen Aktionen beteiligt. Ab 1969 lebte sie im Untergrund und ging nach Rio de Janeiro. Über Carlos Franklin Paixão de Araújo kam sie zur marxistisch-leninistisch geprägten Guerillaorganisation VAR Palmares. Nach einigen Aussagen soll sie eine der Anführerinnen der Organisation gewesen sein, sie selbst bestreitet dies allerdings.[3]

Im Januar 1970 wurde Dilma Rousseff in São Paulo, wo sie mittlerweile im Auftrag ihrer Organisation lebte, verhaftet. Nach eigenen Angaben wurde sie im Gefängnis 22 Tage lang gefoltert.

1972 wurde Dilma Rousseff aus dem Gefängnis entlassen. Sie zog nach Porto Alegre, wo Carlos Araújo seine Haftstrafe verbüßte. Während sie dort studierte und arbeitete, engagierte sie sich für die einzige legale Oppositionspartei Movimento Democrático Brasileiro, war allerdings nicht Mitglied der Partei. Mit ehemaligen Mitstreitern aus der VAR Palmares traf sie sich regelmäßig zu Diskussionsrunden.

 

Politische Karriere nach der Militärdiktatur

Nach der Zulassung weiterer politischer Parteien in Brasilien gründete Dilma mit anderen die Partido Democrático Trabalhista (PDT). Sie arbeitete als Beraterin der PDT-Abgeordneten im Parlament von Rio Grande do Sul. Ab 1985 war sie in der Stadtregierung von Porto Alegre für die Finanzen zuständig. Das Amt gab sie 1988 auf, als ihr Ehemann Carlos Araújo als Bürgermeister kandidierte. 1989 war sie kurzzeitig Generaldirektorin des Stadtrates, wurde aber entlassen.

Ab 1990 war sie Präsidentin des Amtes für Wirtschaft und Statistik (Fundação de Economia e Estatística, FEE) von Rio Grande do Sul. 1993 bis 1994 war sie Ministerin des Bundesstaates für Energie und Kommunikation. Anschließend kehrte sie zur FEE zurück.

Ab 1998 war Dilma Rousseff erneut Energieministerin in Rio Grande do Sul. Nach Streitigkeiten in ihrer Partei um die Regierungsbeteiligung trat sie 2000 mit anderen Mitgliedern der PDT zur Partido dos Trabalhadores über, die zu dieser Zeit den Gouverneur des Bundesstaates stellte.

Nach dem Wahlsieg Lula da Silvas bei der Präsidentschaftswahl 2002 wurde sie zur Energieministerin der Bundesregierung ernannt. Im Juni 2005 wechselte sie in das Amt der Kabinettschefin. In beiden Ämtern verfolgte Dilma Rousseff eine auf Wachstum und Stärkung der Industrie ausgerichtete Politik und war damit mitverantwortlich für den Rücktritt von Marina Silva als Umweltministerin der Bundesregierung, die ihre Gegenkandidatin im Präsidentschaftswahlkampf 2010 wurde. Im März 2010 trat sie im Zuge ihrer Präsidentschaftskandidatur vom Amt der Kabinettschefin zurück.

 

Präsidentschaftswahl 2010

Bei der Präsidentschaftswahl 2010 durfte der bisherige Amtsinhaber Lula da Silva nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Er schlug seiner Partei Dilma Rousseff als Kandidatin vor. Im Februar 2010 wurde sie von der PT offiziell nominiert. Es war ihre erste Kandidatur überhaupt für ein politisches Amt.

Dilma Rousseff galt im Wahlkampf als spröde und dogmatisch. Zu Beginn des Wahlkampfes lag sie deutlich hinter ihrem Gegenkandidaten José Serra zurück. Durch die Unterstützung des in weiten Teilen des Volkes populären amtierenden Präsidenten Lula konnte sie jedoch in den Umfragen stark zulegen. Ab Juli 2010 führte sie deutlich vor Serra, zeitweise lag sie klar über 50 Prozent. Bei der Wahl am 3. Oktober 2010 verfehlte sie jedoch mit 46,9 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und damit die direkte Wahl im ersten Wahlgang. Die Stichwahl am 31. Oktober gewann sie mit etwa 56 Prozent der Stimmen. Die Amtsübergabe fand am 1. Januar 2011 statt.

 

Präsidentschaft 

2011 besuchte Dilma Rousseff als erstes brasilianisches Staatsoberhaupt Bulgarien. Für Dilma war es ebenfalls ihr erster Besuch in Bulgarien, dem Heimatland ihres Vaters. Im Rahmen ihrer Visite wurde ihr der höchste bulgarische Orden, der Stara-Planina-Orden, verliehen und sie besuchte neben der Hauptstadt Sofia noch Weliko Tarnowo und den Heimatort ihres Vaters Gabrowo, wo sie auf Verwandte traf.

Seit Juli 2011 vertritt sie einen erklärten Anti-Korruptionskurs. In dessen Folge traten bis Anfang Dezember 2011 insgesamt sechs Kabinettsmitglieder nach Korruptionsvorwürfen zurück, darunter Tourismusminister Pedro Novais am 15. September, Sportminister Orlando Silva de Jesus Júnior am 26. Oktober und Arbeitsminister Carlos Lupi am 4. Dezember.

 

Vorgänger...


 

Luiz Inácio Lula da Silva

 

 Lula - Präsident von Brasilien

Luiz Inácio Lula da Silva,

 wurde im Oktober 1945 in Vargem Grande (später Caetés) im Bundesstaat Pernambuco im brasilianischen Nordosten geboren. 1952 übersiedelte seine Familie nach Guarujá im Bundesstaat São Paulo, vier Jahre später in die Metropole São Paulo.

 

 

Schon früh mußte Lula da Silva zum Unterhalt der großen Familie beitragen. Zunächst arbeitete er als Schuhputzer und Bote für eine chemische Reinigung. Mit 14 Jahren erhielt er seine erste regelrechte Anstellung als Metallarbeiter. Bis zum Jahr 1963 besuchte er neben seiner Berufstätigkeit Metallbearbeitungskurse in einer Abendschule.

 

 

Im Jahr 1966 stellte ihn das Großunternehmen Indústrias Villares als Dreher ein. Hier begann Lula das Silva, sich gewerkschaftlich zu engagieren. Ebenfalls 1966 (?) heiratete er Maria de Lourdes. Er verlor jedoch Frau und Kind bei der Geburt des ersten Sohnes.

 

In den darauffolgenden Jahren verstärkte Lula da Silva seinen Einsatz im Gewerkschaftsbereich. 1972 wurde er zum Sekretär der Metallarbeitergewerkschaft von São Bernardo do Campo und Diadema (Bundesstaat São Paulo) gewählt. 1974 heiratete er Marisa Letícia da Silva. Aus dieser Ehe sind drei Kinder hervorgegangen.

 

Im Zeitraum zwischen 1975 und 1978 wurde Lula da Silva zweimal zum Gewerkschaftspräsidenten gewählt und leitete Arbeiterbewegungen in den nahe bei São Paulo gelegenen Industriezentren Santo André, São Bernardo do Campo und São Caetano, die allgemein als die "ABC-Städte" bezeichnet werden. Am 10. Februar 1980 wurde bei einem Treffen Lulas mit anderen Gewerkschaftlern, Intellektuellen und Hochschulvertretern im Colégio Sion in São Paulo die Arbeiterpartei - Partido dos Trabalhadores - PT - gegründet und deren Grundsatzprogramm verkündet.

 

Während der achtziger Jahre entwickelte sich die PT in Brasilien zu einer gewichtigen politischen Kraft. Mit Lulas Hilfe schlossen sich die Gewerkschaften 1983 zur Einheitsgewerkschaft CUT (Central Única dos Trabalhadores) zusammen. Im darauffolgenden Jahr setzte die PT eine Kampagne in Gang, die für eine Direktwahl des Staatspräsidenten plädierte ("Diretas já"). 1986 wurde Lula da Silva als Abgeordneter in die Verfassungsgebende Versammlung gewählt. Dabei konnte er 650.000 Stimmen auf sich vereinen, so viele wie kein anderer der Abgeordneten.

 

Bei den Präsidentschaftswahlen 1989 erzielte Lula da Silvas Arbeiterpartei mit 31 Millionen Stimmen ein Rekordergebnis, landete jedoch insgesamt auf dem zweiten Platz. Auch 1994 und 1998 ging der Präsidentschaftskandidat Lula da Silva als zweiter ins Ziel. Nach seiner Teilnahme am Weltsozialforum in Porto Alegre im Jahr 2001 startete er eine weitere Wahlkampagne und kandidierte zum vierten Mal für das höchste Amt im Staat.

 

Am 27. Oktober 2002 erhielt Lula da Silva dann mit 52,7 Millionen Stimmen das beste Ergebnis, das bei Präsidentschaftswahlen in Brasilien je erzielt worden ist. Von Januar 2003 bis Dezember 2006 wird er das Amt des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien bekleiden.

 

Vorgänger...

 

 Fernando Henrique Cardoso

 

 

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Cardoso, Fernando Henrique

Geburt :
Rio de Janeiro 18.6.1931

In den frühen sechziger Jahren wurde Cardoso mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen und seinen linksgerichteten Ansichten landesweit bekannt. Nach dem Militärputsch von 1964 ging er für drei Jahre ins Exil. Er lehrte und arbeitete in Frankreich, Argentinien und Chile; in Chile war er stellvertretender Direktor des Lateinamerikanischen Zentrums für Wirtschafts- und Sozialplanung (CEPAL). Zurück in Brasilien, lehrte er an der Universität von São Paulo, bis ihn 1969 die Militärregierung verhaftete und ihm die Lehrerlaubnis in Brasilien entzog. 1969 gründete er in São Paulo das Brasilianische Planungs- und Analysezentrum (Cebrap), in dem sich die progressiven Intellektuellen und Akademiker Brasiliens sammelten, und hielt in der Folge als dessen Präsident Vorlesungen an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA. In den späten siebziger Jahren wurde Cardoso Berater des Partido do Movimiento Democrático Brasileiro (PMDB, Demokratische Bewegung). Von 1983 bis 1992 saß er als Abgeordneter von São Paulo im Senat von Brasilien, und 1988 war er einer der Mitbegründer des Partido da Social Democracia Brasileiro (PSDB, Sozialdemokratische Partei Brasiliens). Als Finanzminister von Mai 1993 bis April 1994 senkte er mit dem Plan Real die monatliche Inflationsrate in Brasilien von annähernd 50 Prozent in weniger als einem Jahr auf 1,5 Prozent. Vor allem dank dieses Erfolgs konnte Cardoso die Präsidentschaftswahlen vom Oktober 1994 gegen Luis Inacio Lula da Silva vom Partido dos Trabalhadores (PT, Arbeiterpartei) gewinnen. Am 1. Januar 1995 trat Cardoso als 38. Präsident Brasiliens sein Amt an. Cardosos Reformprogramm umfasst die Modernisierung des Gesundheits- und Erziehungswesens, den Abbau des Beamtenapparats zur Entlastung des Staatshaushaltes, den Ausbau der Infrastruktur, die Privatisierung von staatlichen Betrieben, die Reform der Altersversorgung und die Schaffung von Investitionsanreizen.


 

Brasiliens Präsidenten seit Ende der Militärdiktatur

1985 - 1990
José Sarney (Demokratische Allianz/AD), Abspaltung der Demokratisch-Sozialen Partei/PDS, einst Regierungspartei der Militärs)

1990 - 1992
Fernando Affonso Collor de Mello (Partei des Nationalen Wiederaufbaus/PRN - 1992 Enthebung durch die Abgeordnetenkammer wegen Bestechung und Amtsmissbrauch)

1992 - 1994
Itamar Franco (zunächst PRN de Mellos, dann Brasilianische Demokratische Bewegung/MDB)

1994 - 2002
Fernando Henrique Cardoso (Sozialdemokratische Partei Brasiliens/PSDB - eine 1997 angenommene Verfassungsänderung ermöglichte eine zweite Amtszeit)

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