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Geschichte

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Die Zeit der Entdeckungen  

Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492) wird die neue Welt unter Spanien und Portugal im Vertrag von Tordesillas (1494) aufgeteilt. Das damals noch unbekannte Brasilien fällt in die portugiesische Hälfte.

Offiziell wurde Brasilien am 22. April 1500 durch den portugiesischen Seefahrer Pedro Álvares Cabral entdeckt. Wer Brasilien wirklich entdeckte ist jedoch nicht unumstritten. Der spanische Seefahrer Vicente Yáñez Pinzón segelte bereits 1499 entlang der Ostküste des heutigen Brasilien bis zum Mündungsgebiet des Río de la Plata (heutiges Argentinien). Der portugiesische Seefahrer, Geograph und Astronom Duarte Pacheco Pereira soll sogar schon Ende 1498 die Küsten der heutigen brasilianischen Staaten Pará und Maranhão sowie das Mündungsgebiet des Amazonas befahren haben.

Nach französischen Aufzeichnungen des 15. Jahrhunderts soll der Kapitän Jean Cousin 1488 an Bord eines aus Dieppe stammenden Schiffs des Reeders Jehan Ango zu einer Reise nach Westafrika aufgebrochen, aber durch die Äquatorialströmung in Höhe der Azoren abgetrieben und nach zwei Monaten an eine fremde Küste und einen gewaltigen Strom gelangt sein, den er Maragnon nannte. Nach kurzem Aufenthalt überquerte er den Atlantik erneut, lief Westafrika an und kehrte von dort 1489 gesund nach Dieppe zurück.

Verschiedene Indizien geben außerdem zu der Vermutung Anlass, dass in Portugal die Existenz einer großen Landmasse westlich des Atlantik schon lange vor 1500, eventuell sogar bereits seit 1325, bekannt war.

Cabral landete in der Nähe des heutigen Porto Seguro an und nimmt das neu gefundene Land für den portugiesischen König Emanuel I. (Manuel I.) in Besitz. Die bei der Landung angetroffenen Tupí-Indianer leisteten den Europäern keinen Widerstand. Portugal hält die Entdeckung zunächst geheim, um im Wettlauf um neue Kolonien einen Vorteil zu behalten. Spätestens aber seit 1507 wird der neuentdeckte Kontinent in Europa bekannt, als der deutsche Kartograph Martin Waldseemüller eine Karte Südamerikas veröffentlichte, auf der auch Porto Seguro eingezeichnet ist.

Nachdem reiche Vorkommen von Brasilholz (port.: Pau Brasil / Pau Verzím) ausgemacht wurden, bekam das neue Land den Namen Brasilien. Brasilholz eignet sich zur Farbgewinnung und zur Herstellung edler Möbel. Damit wurde es zum ersten Exportprodukt der Kolonie und bildete die Grundlage für eine erste wirtschaftliche Nutzung des Landes. Aufgrund der massiven Abholzung ist Brasilholz heute vom Aussterben bedroht und steht unter Naturschutz.

Im Jahr 1503 entdeckt eine Expedition von Gonçalo Coelho, dass die Franzosen sich anschickten, in Brasilien zu landen. Der französische König hat im Juli 1503 erstmals Paulmier de Gonneville mit dem Schiff l'espoir über den Atlantik entsandt. De Gonneville zeigte sich erstaunt darüber, wie selbstverständlich sich die Indígenas dem Schiff näherten, für sie unbekannte europäische Werkzeuge benutzten und den Zweck der Bordgeschütze kannten. 1530 wurde eine neue Expedition von Martim Alfonso de Souza nach Brasilien gesendet, um die Franzosen zu bekämpfen und die ersten Kolonialstädte zu gründen. 1625 wurden die Franzosen endgültig aus Brasilien vertrieben.