Wilkommen im Brasil Web

Geschichte

Geschichte

Kolonialisierung und Erschließung  

1549 wird São Salvador da Bahía de Todos os Santos (das heutige Salvador da Bahia) zur Hauptstadt über alle Capitanias der Kolonie Brasilien erklärt und ein Generalgouverneur (der sich zuweilen Vizekönig nennen durfte) eingesetzt.

Das Hinterland wird ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts von Bandeirantes-Expeditionen erkundet, welche Sklaven und Bodenschätze (vor allem Gold) suchen. 1696 wird im Hinterland von Rio de Janeiro Gold, wenig später auch Diamanten und andere Bodenschätze gefunden. Dies ist die Grundlage für die Entwicklung reicher Barockstädte wie Ouro Preto.

Obwohl die Portugiesen versuchen, mit Festungen an der Küste das Land abzuschotten und keine Konkurrenten zuzulassen, setzen sich 1629 die Niederländer im heutigen Recife (Pernambuco) fest. Der Nordosten erlebt unter der Herrschaft der Westindischen Kompanie unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen eine kurze Blüte, bis sie von den Portugiesen 1654 in der Schlacht von Guararapes besiegt und vertrieben wurden. Mit Hilfe der 1649 ins Leben gerufenen Allgemeinen Gesellschaft des Brasilienhandels (Companhia Geral do Comércio do Brasil) sollte vor allem der Kampf gegen die Niederländer unterstützt und der für das Mutterland immer wichtiger werdende Überseehandel zwischen Brasilien und Portugal gesichert werden.

Während des 17. Jahrhunderts gründen entflohene Sklaven im Nordosten Brasiliens Siedlungen, die vorbildlich verwaltet und von einem Heer verteidigt wurden. Erst 1699 wird - nach zahlreichen Niederlagen der Kolonialtruppen - der letzte dieser Quilombos zerstört.

Mit ausgehendem 17. Jahrhundert verlagert sich der wirtschaftliche Schwerpunkt in den Süden Brasiliens. Dem wird 1763 dadurch Rechnung getragen, dass die Hauptstadt von Salvador nach Rio de Janeiro wandert.

Mit Ende des 18. Jahrhunderts mehren sich Aufstände gegen die portugiesische Herrschaft. Der wichtigste Aufstand ist die „Inconfidência Mineira“ in Minas Gerais, deren Anführer Tiradentes 1792 hingerichtet wird. Gleichzeitig gerät man im Süden auf dem Gebiet des heutigen Uruguay, wo die Bandeirantes die Westgrenze des Kolonialreiches über die Linie des Vertrags von Torsedillas hinausgeschoben haben, mit Spanien und dem Vizekönigreich des Río de la Plata aneinander.

Ab 1805 wird in Brasilien Kaffee angebaut, nachdem die ersten Kaffeebohnen durch Francisco de Mello Palheta 1727 ins Land geschmuggelt worden waren.