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Geschichte

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„Militärfrage“ (Questão Militar)

Durch den Krieg mit Paraguay erfährt das Heer nicht nur technisch sondern auch sozial einen Modernisierungsschub. Infolge des erhöhten Personalbedarf gelangen zunehmend Angehörige der Mittelschicht in Offizierspositionen, die bisher Mitgliedern der ländlichen Oberschicht vorbehalten waren; Sklaven können durch den Militärdienst die Freiheit erlangen. Dies fördert abolitionistische Tendenzen innerhalb des Offizierskorps und bringt es in Gegnerschaft zur ländlichen Aristokratie. Die Marineführung bleibt dagegen konservativ und eine Stütze der Monarchie.

Nach dem Krieg werden die meisten Offiziere an den Militärakademien der Hauptstadt ausgebildet, wo sie mit modernen europäischen und nordamerikanischen Verwaltungsmethoden und den Ideen des Positivismus in Berührung kommen. Benjamin Constant Botelho de Magalhães (1836-1881), ein Anhänger Auguste Comtes, unterrichtet in dieser Zeit an der Escola Militar und bereitet über seine Schüler, u.a. Marschall Deodoro da Fonseca, den Militärputsch vom 15. November 1889 vor. Fonseca - obwohl dem Kaiser gegenüber persönlich loyal - wird zur Symbolfigur und zum Aushängeschild des Aufstandes. Paradoxerweise glaubt er zunächst, der Putsch richte sich nur gegen das Ministerium des liberalen Premiers Ouro Preto, nicht gegen die Monarchie an sich. Erst am Abend des 15. November lässt er sich für das Ziel der Errichtung einer Republik gewinnen.

 

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