Geschichte
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Putsch und Ausrufung der Republik
Am 15. November 1889 wird Kaiser Pedro II. vom Militär gestürzt und muss mit seiner Familie das Land verlassen. Manuel Deodoro da Fonseca ruft die Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) aus.
Mehrere Faktoren tragen zum Sturz der Monarchie bei: die wachsende republikanische Bewegung, die ein brasilianisches Kaiserreich zunehmend als anachronistisch und unamerikanisch empfindet; der Konflikt mit Teilen des Klerus und schließlich die Sklavenbefreiung, die die Großgrundbesitzer der Krone entfremdet.
Die neue brasilianische Verfassung vom 5. Oktober 1988 behob den „Geburtsfehler“ der Republik, indem sie die Staatsform zum Gegenstand eines Referendums machte.
Republik
Die Jahre nach 1889 waren von politischer Stabilität geprägt. 1891 wurde Floriano Peixoto Präsident und 1894 Prudente de Moraes Barros. Die Wahlen von 1898 gewann Manuel Ferraz de Campos Salles, die von 1902 Francisco de Paula Rodrigues und die von 1906 Alfonso Moreira Penna. Nach dessen Tod folgte 1909 Vizepräsident Nilo Pecanha in das Präsidentenamt. Die Wahlen von 1910 gewann Hermes Rodrigo da Fonseca.
Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage gesichert und die Wirtschaft konzentrierte sich auf diesen Zweig. 1914 gewann Wenceslao Braz Pereira die Präsidentschaftswahl. In den Ersten Weltkrieg trat Brasilien offiziell auf der Seite der Alliierten gegen Deutschland ein, beteiligte sich aber nicht aktiv. In den Kriegsjahren ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurück. 1918 gewann Rodrigues ein zweites Mal die Präsidentschaftswahl, trat das Amt wegen Erkrankung aber nicht an.
Stattdessen wurde Delphim Moreira Präsident, der aber 1919 wieder zurücktrat. Ihm folgte Vizepräsident Epitacio da Silva Pessoa nach. In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie. Die Wahlen von 1922 gewann Arturo da Silva Bernardes, die von 1926 Washington Pereira de Souza und die von 1930 Julio Prestes.