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Freitag, den 08. Juni 2007 um 13:57 Uhr |
Land und Forstwirtschaft
Die ehemalige Agrarnation
entfaltete in den sechziger und siebziger Jahren ein rasantes industrielles
Wachstum und hatte sich bereits in den achtziger Jahren zu einer modernen diversifizierten
Volkswirtschaft weiterentwickelt. In den späten achtziger Jahren enthielt der
jährliche Haushaltsetat des Landes öffentliche Einnahmen von 15,7 Milliarden
US-Dollar, die Ausgaben beliefen sich hingegen auf 25,1 Milliarden US-Dollar.
Die Arbeitsbevölkerung Brasiliens beläuft sich auf 55,4 Millionen Personen,
wobei Frauen etwa ein Drittel der Arbeitskräfte stellen. 24 Prozent sind in
der Landwirtschaft beschäftigt, 51 Prozent im Dienstleistungsbereich und 23
Prozent in Industrie und Bauwesen.
Landwirtschaft
Obwohl der bewirtschaftete
Teil des Landes lediglich 7,5 Prozent der Gesamtfläche umfaßt, zählt Brasilien
zu den wichtigsten Agrarländern. Etwa ein Viertel der Kaffeeproduktion der Welt
wächst auf den Plantagen von São Paulo, Paraná, Espírito Santo und Minas Gerais.
Wichtige Anbauprodukte sind ferner Zuckerrohr (dient nicht nur zur Gewinnung
von Zuckerraffinade, sondern auch zur Herstellung von Alkohol und Benzin), Kidney-Bohnen,
Kakao, Mais und Orangen, Sojabohnen, Tabak, Kartoffeln, Baumwolle, Reis, Weizen,
Maniok und Bananen. Viehzucht wird insbesondere in São Paulo und den anderen
südlichen Staaten betrieben. Gezüchtet werden Rinder, Schweine, Hühner, Schafe,
Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und Ochsen.
Forstwirtschaft
Die Waldgebiete bedecken
etwa zwei Drittel der Fläche. Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen
Forstwirtschaft sind Tungöle, Kautschuk, Karnauba-Wachs, Caroa-Fasern, medizinisch
verwertbare Blätter, Pflanzenöle, Harze, Nüsse sowie Bau- und Möbelhölzer. Von
herausragender wirtschaftlicher Bedeutung sind auch die Nutzhölzer Paranàpinie
und grüner Pfefferbaum. Der Holzeinschlag nahm in den siebziger und achtziger
Jahren drastisch zu, weil immer mehr Waldgebiete für die Besiedlung gerodet
wurden.
Bergbau
Brasilien ist sehr reich
an mineralischen Bodenschätzen, wegen mangelhafter Kapitalausstattung und schwieriger
Transportbedingungen konnte jedoch erst in den siebziger Jahren mit dem industriellen
Abbau begonnen werden. Kohle wird u. a. in Rio Grande do Sul und Santa Catarina
gefördert. Die Goldgewinnung im Urwald des Amazonas hält seit 1979 unvermindert
an, die Eisenvorkommen bei Itabira und an anderen Orten zählen zu den reichsten
der Erde, ebenso wie die Zinnvorkommen. Quarzkristall, Monazit und Beryllium
gehören ebenfalls zu den wichtigsten Exportgütern. Mangan, Industriediamanten,
Chrom, Zirkonium, Rohöl, Erdgas, Silber, Bauxit und Glimmer werden in beträchtlichen
Mengen gefördert. Darüber hinaus verfügt Brasilien über wertvolle Vorkommen
an Magnesit, Graphit, Titan, Kupfer, Zink, Quecksilber, Platin und Phosphaten,
welche jedoch nicht in größerem Umfang abgebaut werden.
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