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Wirtschaft und Soziales
Mit dem von der Regierung am 12.10.1996 vorgelegten Maßnahmenpaket zur Verringerung des Defizits im Staatshaushalt sollen 1997 6,5 Mrd. US-$ eingespart werden; vorgesehen sind u.a. Stellenabbau, Reform der öffentlichen Verwaltung und Reduzierung berufsbezogener Privilegien. Die für die Sanierung der öffentlichen Finanzen notwendigen Reformen scheitern jedoch am Widerstand von Parlament und Interessengruppen.
Nach Regierungsangaben betrugen die Privatisierungserlöse 1996 3,9 Mrd. US-$; insgesamt belaufen sich die Einnahmen aus der Privatisierung von 52 Unternehmen in den letzten fünf Jahren auf 13 Mrd. US-$. Am 6.5.1997 verkauft die Regierung 41,7 % der Stammaktien (über 1/4 des gesamten Kapitals) der Companhia Vale do Rio Doce, des weltweit größten Bergbauunternehmens, für 3,3 Mrd. R$ (rd. 3,1 Mrd. US-$).
Gesundheitsminister Adib Jatene tritt am 5.11.1996 zurück; er kritisiert, Präsident Cardoso setze entgegen seines Wahlversprechens deutlich weniger Mittel für soziale Zwecke ein als seine Vorgänger. Nach einem Bericht des Obersten Rechnungshofs hat die Regierung die Sozialausgaben 1996 gegenüber dem Vorjahr weiterhin drastisch gekürzt: Mittel für das öffentliche Gesundheitswesen -52,9 %, für Wohlfahrtszwecke einschließlich Betreuung von Obdachlosen, Straßenkindern und Häftlingen -42,5 %, Bildung und Kultur -12,6 %; nur 1 % aller Bildungsausgaben seien für Alphabetisierungskurse und Grundschulen verwendet worden, obwohl die Verfassung mind. 50 % vorsehe.
Quelle: Fischer Weltalmanach '98