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Der Präsident

Der Präsident von Brasilien

 

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva

 


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Luiz Inácio Lula da Silva,

 wurde im Oktober 1945 in Vargem Grande (später Caetés) im Bundesstaat Pernambuco im brasilianischen Nordosten geboren. 1952 übersiedelte seine Familie nach Guarujá im Bundesstaat São Paulo, vier Jahre später in die Metropole São Paulo.

 

Schon früh mußte Lula da Silva zum Unterhalt der großen Familie beitragen. Zunächst arbeitete er als Schuhputzer und Bote für eine chemische Reinigung. Mit 14 Jahren erhielt er seine erste regelrechte Anstellung als Metallarbeiter. Bis zum Jahr 1963 besuchte er neben seiner Berufstätigkeit Metallbearbeitungskurse in einer Abendschule.

 

Im Jahr 1966 stellte ihn das Großunternehmen Indústrias Villares als Dreher ein. Hier begann Lula das Silva, sich gewerkschaftlich zu engagieren. Ebenfalls 1966 (?) heiratete er Maria de Lourdes. Er verlor jedoch Frau und Kind bei der Geburt des ersten Sohnes.

 

In den darauffolgenden Jahren verstärkte Lula da Silva seinen Einsatz im Gewerkschaftsbereich. 1972 wurde er zum Sekretär der Metallarbeitergewerkschaft von São Bernardo do Campo und Diadema (Bundesstaat São Paulo) gewählt. 1974 heiratete er Marisa Letícia da Silva. Aus dieser Ehe sind drei Kinder hervorgegangen.

 

Im Zeitraum zwischen 1975 und 1978 wurde Lula da Silva zweimal zum Gewerkschaftspräsidenten gewählt und leitete Arbeiterbewegungen in den nahe bei São Paulo gelegenen Industriezentren Santo André, São Bernardo do Campo und São Caetano, die allgemein als die "ABC-Städte" bezeichnet werden. Am 10. Februar 1980 wurde bei einem Treffen Lulas mit anderen Gewerkschaftlern, Intellektuellen und Hochschulvertretern im Colégio Sion in São Paulo die Arbeiterpartei - Partido dos Trabalhadores - PT - gegründet und deren Grundsatzprogramm verkündet.

 

Während der achtziger Jahre entwickelte sich die PT in Brasilien zu einer gewichtigen politischen Kraft. Mit Lulas Hilfe schlossen sich die Gewerkschaften 1983 zur Einheitsgewerkschaft CUT (Central Única dos Trabalhadores) zusammen. Im darauffolgenden Jahr setzte die PT eine Kampagne in Gang, die für eine Direktwahl des Staatspräsidenten plädierte ("Diretas já"). 1986 wurde Lula da Silva als Abgeordneter in die Verfassungsgebende Versammlung gewählt. Dabei konnte er 650.000 Stimmen auf sich vereinen, so viele wie kein anderer der Abgeordneten.

 

Bei den Präsidentschaftswahlen 1989 erzielte Lula da Silvas Arbeiterpartei mit 31 Millionen Stimmen ein Rekordergebnis, landete jedoch insgesamt auf dem zweiten Platz. Auch 1994 und 1998 ging der Präsidentschaftskandidat Lula da Silva als zweiter ins Ziel. Nach seiner Teilnahme am Weltsozialforum in Porto Alegre im Jahr 2001 startete er eine weitere Wahlkampagne und kandidierte zum vierten Mal für das höchste Amt im Staat.

 

Am 27. Oktober 2002 erhielt Lula da Silva dann mit 52,7 Millionen Stimmen das beste Ergebnis, das bei Präsidentschaftswahlen in Brasilien je erzielt worden ist. Von Januar 2003 bis Dezember 2006 wird er das Amt des Präsidenten der Föderativen Republik Brasilien bekleiden.

 

Vorgänger:

 

Cardoso, Fernando Henrique

 

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Cardoso, Fernando Henrique

Geburt :
Rio de Janeiro 18.6.1931

In den frühen sechziger Jahren wurde Cardoso mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen und seinen linksgerichteten Ansichten landesweit bekannt. Nach dem Militärputsch von 1964 ging er für drei Jahre ins Exil. Er lehrte und arbeitete in Frankreich, Argentinien und Chile; in Chile war er stellvertretender Direktor des Lateinamerikanischen Zentrums für Wirtschafts- und Sozialplanung (CEPAL). Zurück in Brasilien, lehrte er an der Universität von São Paulo, bis ihn 1969 die Militärregierung verhaftete und ihm die Lehrerlaubnis in Brasilien entzog. 1969 gründete er in São Paulo das Brasilianische Planungs- und Analysezentrum (Cebrap), in dem sich die progressiven Intellektuellen und Akademiker Brasiliens sammelten, und hielt in der Folge als dessen Präsident Vorlesungen an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA. In den späten siebziger Jahren wurde Cardoso Berater des Partido do Movimiento Democrático Brasileiro (PMDB, Demokratische Bewegung). Von 1983 bis 1992 saß er als Abgeordneter von São Paulo im Senat von Brasilien, und 1988 war er einer der Mitbegründer des Partido da Social Democracia Brasileiro (PSDB, Sozialdemokratische Partei Brasiliens). Als Finanzminister von Mai 1993 bis April 1994 senkte er mit dem Plan Real die monatliche Inflationsrate in Brasilien von annähernd 50 Prozent in weniger als einem Jahr auf 1,5 Prozent. Vor allem dank dieses Erfolgs konnte Cardoso die Präsidentschaftswahlen vom Oktober 1994 gegen Luis Inacio Lula da Silva vom Partido dos Trabalhadores (PT, Arbeiterpartei) gewinnen. Am 1. Januar 1995 trat Cardoso als 38. Präsident Brasiliens sein Amt an. Cardosos Reformprogramm umfasst die Modernisierung des Gesundheits- und Erziehungswesens, den Abbau des Beamtenapparats zur Entlastung des Staatshaushaltes, den Ausbau der Infrastruktur, die Privatisierung von staatlichen Betrieben, die Reform der Altersversorgung und die Schaffung von Investitionsanreizen.

 

Brasiliens Präsidenten seit Ende der Militärdiktatur

1985 - 1990
José Sarney (Demokratische Allianz/AD), Abspaltung der Demokratisch-Sozialen Partei/PDS, einst Regierungspartei der Militärs)

1990 - 1992
Fernando Affonso Collor de Mello (Partei des Nationalen Wiederaufbaus/PRN - 1992 Enthebung durch die Abgeordnetenkammer wegen Bestechung und Amtsmissbrauch)

1992 - 1994
Itamar Franco (zunächst PRN de Mellos, dann Brasilianische Demokratische Bewegung/MDB)

1994 - 2002
Fernando Henrique Cardoso (Sozialdemokratische Partei Brasiliens/PSDB - eine 1997 angenommene Verfassungsänderung ermöglichte eine zweite Amtszeit)
 
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