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Auswandern nach Brasil - ein Ding der Unmöglichkeit?: Oi gente! Ich bin 21 Jahre alt und arbeite als Groß- und Außenhandelskaufmann. Mein Traum ist es nun schon seit über einem Jahrzehnt nach Brasilien auszuwandern. Aber umso mehr ich mich über die Möglichkeiten und Einwanderungsbestimmungen informiere, desto unmöglicher erscheint es mir. Erhalt der Permanencia Bis jetzt konnte ich folgende
  1. #1
    Benutzer
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    06.11.2005
    Beiträge
    30

    Standard Auswandern nach Brasil - ein Ding der Unmöglichkeit?

    Oi gente!

    Ich bin 21 Jahre alt und arbeite als Groß- und Außenhandelskaufmann. Mein Traum ist es nun schon seit über einem Jahrzehnt nach Brasilien auszuwandern. Aber umso mehr ich mich über die Möglichkeiten und Einwanderungsbestimmungen informiere, desto unmöglicher erscheint es mir.

    Erhalt der Permanencia
    Bis jetzt konnte ich folgende Bestimmungen ermitteln:


    - 50.000$ in das eigene oder in ein brasilianisches Unternehmen dort investieren

    - eine Brasilianerin heiraten

    - ein Kind in Brasilien


    Jetzt ist es natürlich sehr schwer für mich, die 50.000$ aufzutreiben, eine Brasilianerin heiratet man auch nicht einfach so auf die schnelle und mit einem Kind bürdet man sich natürlich auch sehr viel Verantwortung, Unterhalt usw. auf.



    Arbeit
    Ich habe mich auch schon darüber informiert, wie man auf beruflichem Weg nach Brasilien kommen könnte, aber natürlich ist es sehr schwer hier in Deutschland ein Unternehmen zu finden, das in Brasilien z.B. eine Filiale hat und dass man dann auch noch dorthin geschickt wird.
    Wie ich diesem Link hier entnehmen konnte http://inhalt.monster.de/2964_de-de_p1.asp ist es sehr schwer als Deutscher in Brasilien eine Arbeitsplatz zu finden, da der Chef erst belegen müsste, dass auf diesem Posten keine brasilianische Kraft eingesetzt werden kann. Dies ist natürlich nahezu ausschließlich in hochqualifizierten Berufen der Fall.
    Deshalb denke ich auch, dass eine durchschnittliche mittlere Reife und ein sehr guter Abschluss an der Berufsschule nicht sehr viel Anerkennung finden wird.
    Aus diesem Grunde denke ich im Moment darüber nach auf die BOS zu gehen und später eine Fachhochschule zu besuchen, weiß aber nicht, ob das auf meinem Weg nach Brasilien wirklich hilfreich ist.


    Zur Sprache
    Ich habe vor etwas mehr als einem Jahr damit begonnen portugiesich zu lernen, was sich aber als nicht sehr einfach herausgestellt hat. Deshalb meine Frage an euch, wie ihr mit Portugiesisch zurechtkommt, wo ihr es gelernt habt und welche Fortschritte man dann noch vor Ort machen kann, wenn man diese Sprache täglich nutzen muss.




    Nun kann ich mir nicht vorstellen, dass jeder Auswanderer hier im Forum die 50.000$ aufgebracht hat, eine Brasilianerin geheiratet hat oder ein Kind in Brasilien hat. Zudem wird nicht jeder von euch ein Sprachentalent sein...



    Deshalb meine Frage:
    Wie habt ihr es geschafft?
    Auf welchem Wege habt ihr die Permanencia erhalten, wie seit ihr zu einem Arbeitsplatz gekommen und wie ergeht es euch mit der Sprache.


    Ich weiß, dass das ein bisschen viele Fragen auf einmal sind, aber sie lassen sich auch in Kürze zusammenfassen:



    1. Auf welchem Wege habt ihr die Permanencia erhalten?
    2. Wie habt ihr eine Arbeitsstelle gefunden?
    3. Wie werden unsere (meine) Schulabschlüsse dort anerkannt?
    4. Wie habt ihr die portugiesische Sprache erlernt?

    Ich muss abschließen nochmals darauf hinweisen, dass ich nicht vorhabe in Kürze nach Brasilien auszuwandern, sondern erst in ein paar Jahren. Die Beantwortung dieser Fragen ist sehr wichtig für mich und deshalb bin ich um jeden konstruktive Antwort sehr dankbar!

    Muito obrigado!
    Mikinho


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  2. #2
    Benutzer
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    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    79

    Standard Ohne nichts geht nichts

    Hi Mikinho,
    hast ja grosses vor in nächster Zukunft. Du bist zwar noch sehr jung aber warum nicht diesen Gedanken haben eines Tages nach Brasilien auszuwandern. Mikinho, hast Du mal all die Treads durchgestöbert, welche hier sind? Es wird sehr viel erklährt und man erhält auch sehr viele positive Informationen. Nur jeder muß für sich selbst prüfen, ob es für ihn richtig ist in diesem Land zu Leben. Ich lebe hier nun seit über 1nem Jahr glücklich mit meiner Frau (Brasilianerin) war aber nicht ausschlaggebend für meinen Schritt. Ich z.B. liebe dieses Land mit all seinem für und wider. Habe das Land mehrmals besucht, bis ich herausgefunden habe, wo ich mich sesshaft mache. Wenn man sich dem Land und den Sitten anpasst hat man keine Probleme und Gauner etc. gibt es überall auf dieser Welt. Bin keiner von den großen hier, aber ich fühle mich wohl bei unseren amigos e amigas. Akzeptiere zwar nicht alles, aber dadurch kennt man mich und auch ich akzeptiere auch die Mentalität. Bevor man diesen Schritt macht muß man mindestens 60 Prozent dieses Land kennen; sonst hast Du keine Chance. Lerne erst Deine eigenen Landsleute in diesem Land kennen, vergleiche sie mit den Brasilianern und wirst mehrmals feststellen das der Brasilianer ehrlicher ist und Dir wirklich hilft als Dein eigener Landsmann. Das ist z.b. meine Erfahrung. Es gibt viel Mist auf der Welt, auch in den eigenen Reihen. Diese wollen es aber nicht wahrhaben. Nun zu Deinen kurzen Fragen.
    Permanencia: Ohne CPF und Wohnadresse mit Nachweis geht nichts, Begründung für Permanencia? Ohne Wohnadresse erhältst Du auch keine CPF. Von welchem dauernden Einkommen willst Du Leben? Du erhältst nicht automatisch ein Bankkonto hier auch wenn Du 100.000,-- Euro auf den Tisch legen kannst; vielleicht hinterher Knast weil Du gefragt wirst woher Du dieses Geld hast. Von Leuten, welchen Dir dieses für eine gewisse Summe besorgen würde ich Dir abraten, kannst gleich den Sarg mit dazu bestellen.
    Du mußt eines bedenken, Du unterliegst den Gesetzen von Brasilien und diese sind etwas anders als in Deutschland. Die Zeiten sind vorbei, wo jeder Gauner mit viel Geld willkommen war. Nun ist der Zeitpunkt da, wo aufgeräumt wird und das ist auch richtig so. Viele wollen legal hierher, haben gesichertes Einkommen, wollen auf die Legale Weise hier leben und sterben und werden mit den anderen verglichen, ob bewusst oder unbewusst. Die Beamten hier haben es bestimmt nicht leicht. Beachte auch, hier gibts auch nichts gratis. Wer Essen will, muss Arbeiten. Wer nichts macht hat nichts. Es gibt viele Deutsche, welche ausgestiegen sind um hier Hully Gully zu machen. Nach 1 - 2 Jahren lagen sie flach. Ausgeplündert von den eigenen Landsleuten und leben heute im Amazonasgebiet auf einem Einbaum oder sitzen in den Großstätten auf der Straße und produzieren Kunstschmuck. Auch diese gibt es. Was die Sprache anbelangt; Du kannst eine Sprache nur in dem Land richtig lernen und begreifen wo Du lebst. Auch hier in Brasil gibt es sehr viele Dialekte. Dies steht aber nicht im Wörterbuch. Auch ich hörte hier in Minas Gerais Wörter, welche ich überhaupt nicht kannte. Nun kenne ich sie.
    Ein letzter Tip von mir, bin zwar einiges älter als Du. Befass Dich mit allem von diesem Land. Nicht alles das Glauben, was in Deinem TV von diesem Land berichtet wird. Das Land persönlich kennenlernen mit allem für und wider, eigene Meinung bilden; kann ich, will ich. Und auch dafür gerade stehen. Eines noch, werden zwar manche glauben was ist das für ein verrückter; wenn Dein Herz dazu bereit ist all das aufzunehmen was hier ist dann folge ihm; wenn Du den geringsten Zweifel oder Angst hast, bleib zu Hause hier wirst Du nicht glücklich.
    tchau
    Leozinho

  3. #3
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    594

    Reden

    @Leozinho
    "Die Zeiten sind vorbei, wo jeder Gauner mit viel Geld willkommen war. Nun ist der Zeitpunkt da, wo aufgeräumt wird und das ist auch richtig "


    Wann waren dann diese Zeiten ?und wer räumt jetzt auf. Lula?

  4. #4
    Erfahrener Benutzer
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    339

    Standard auswandern

    leozinho hat in fast allen punkten recht.100% recht hat er, wenn er sagt, dass man die finger von den eigenen landsleuten lassen soll. ich gehe allen deutschsprechenden leuten tunlichst aus dem wege. ein schweizer, der sogar
    oesterreichischer honorarkonsul ist, ( also ein ehrenmann sein soll) ist mir heute noch ueber 100 000 reais schuldig.
    (belege sind mit seiner unterschrift vorhanden, aber er ist pleite und sagt, er habe nichts )

    der dumme bin ich, weil ich keine garantie verlangt habe, weil er ja ein so lieber landsmann ist.
    das alte sprichwort gilt immer noch, behuet dich gott vor sturm und wind, und schweizern, die im ausland sind.

    mit den besten gruessen

    bruno strahm, manaus

  5. #5
    Benutzer
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    36

    Standard

    oi bruno strahm,
    nicht nur schweizern,auch deutsche!!!

  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    17.12.2005
    Beiträge
    1.415

    Standard

    Zitat Zitat von Mikinho
    1. Auf welchem Wege habt ihr die Permanencia erhalten?
    2. Wie habt ihr eine Arbeitsstelle gefunden?
    3. Wie werden unsere (meine) Schulabschlüsse dort anerkannt?
    4. Wie habt ihr die portugiesische Sprache erlernt?
    Lieber Mike,

    den Meisten, die nach Brasilien auswandern wollen rate ich direkt ab? Warum? Weil sie zur Traumtänzerfraktion gehörend, 1 - 2 mal im schönen Brasilien am Strand waren, irgend 'ne bescheuerte Göre kennengelernt haben, sich jetzt als Brasilienexperten fühlen, und ein einfaches Leben an der Sonne führen wollen...

    ... bei Deinen Ausgangsfragen aber merke ich, dass Du Dir Gedanken gemacht hast und grundsätzlich auf dem richtigen Weg bist: wie Konfuzius schon sagt: "eine lange reise beginnt mit dem ersten Schritt!" ... und wenn Du Deinen Auswanderungsplan lange (über Jahre) vorbereitest, und beharrlich daran arbeitest, dann kann's einfach nicht schiefgehen.

    Zu Deinen Fragen:
    Permanencia: ich hatte Glück, ich habe meine Permanencia über meinen Vater erhalten, der von einer brasilianischen Firma (Santista Textil) eingestellt wurde, damals war der President noch Militär (Figueredo) und die Permanencia für Ausländer war etwas leichter.... ABER: das mit dem Arbeitgeber, der Nachweisen muss etc.. ist nur theoretisch: Wenn ein brasilianischer Arbeitgeber bock hat, Dich einzustellen, dann stellt er Dich ein, Brasilien ist ein freies Land, den Behörden kann er weiss ich was erzählen...
    Arbeitsstelle: das habe ich auch von langer Hand vorbereitet... eines Dienstagsnachmittags - ich arbeitete als Azubi in einem Hotel in München - kriegte ich plötzlich Lust auszuwandern, und statt Schampus durch die Gegend zu tragen, wollte ich am "wahren" Leben teilnehmem... habe Bafög beantragt und mich an einem einschlägigen Studiengang an der TU München eingeschrieben, Praktika in Brasilien gemacht, Kontakte geknüpft, in Argentinien eingestellt worden, und über den Argentinischen Arbeitgeber nach Brasilien gekommen... nach zwei Jahren wurden Arbeitsplätze abgebaut, ich wurde arbeitslos, bin aber schnell von der Konkurrenz wieder eingestellt worden: ich war Deutscher am brasilianischen Arbeitsmarkt, meine Mitstreiter waren alles Brasilianer, mein Ausländerstatus war ein Kuriosum, aber kein Hindernis, und ich sowie ein brasilianischer Kollege wurden eingestellt... also: strebe Tätigkeiten an, die Dich für den brasilianischen Markt qualifizieren, bzw. die in Brasilien gefragt sind!
    Schulabschlüsse sind von Fall zu Fall unterschiedlich: es kommt darauf an, ob sich ein Arbeitgeber aus der freien Wirtschaft für Deinen Lebenslauf, bzw. für Deine Arbeitskraft interessiert, Du musst ein Differential vorweisen, damit Du interessant wirst... Schulabschlüsse (sofern sie qualitativ einigermassenstehen vergelichbar sind) stehen auf einem anderen Blatt Papier... es sei denn Du willst in den öffentlichen Sektor, da ist alles reglementiert... also wieder: bastele an einen für Brasilien interessanten Lebenslauf!
    Portugiesisch ist nicht besonders schwer: mache ein paar Kurse für die Grundlagen, hole irgendwann mal 'ne brasilianische Göre als Freundin (...lass Dich aber bloss nicht vom Kurs abbringen!!!!!!!), höre (bei den richtigen Leuten!!!) sehr gut hin und plappere einfach drauf los, die Sprache ist das kleinste Problem.

    Und noch was: lass Dich nicht von der vermeintlichen brasilianischen Lebensart blenden: die gibt's nämlich im Alltag und besonders am Arbeitsplatz nicht so richtig. Auch was Leonzão geschrieben hast kannst Du Dir beherzigen. aber wie gesagt: wenn Du Deinen Plan gut vorbereitest, beharrlich daran arbeitest und zielstrebig Schritt für Schritt umsetzt, ist ein Auswandern nach Brasilien nicht nur nicht schwer, sondern ergibt sich automatisch.

 

 
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