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Gefährliches Brasilien: Nein, diesesmal sind es keine verirrten Kugeln, abstürzende Flugzeuge oder Frontalzusammenstöße durch Falschüberholer! Brasilien ist auf viel heimtückischere Weise "gefährlich"! Obwohl mittlerweile in über 40 Ländern weltweit verboten, werden in Brasilien immer noch Produkte aus "Faserzement" hergestellt und fleissig verwendet! Kennt keiner? Dann werden vielleicht zwei Markennamen auf die Sprünge
  1. #1
    User_11889
    Gast

    Standard Gefährliches Brasilien

    Nein, diesesmal sind es keine verirrten Kugeln, abstürzende Flugzeuge oder Frontalzusammenstöße durch Falschüberholer!

    Brasilien ist auf viel heimtückischere Weise "gefährlich"!

    Obwohl mittlerweile in über 40 Ländern weltweit verboten, werden in Brasilien immer noch Produkte aus "Faserzement" hergestellt und fleissig verwendet!

    Kennt keiner? Dann werden vielleicht zwei Markennamen auf die Sprünge helfen: "Eternit" und "Brasilit".

    Jetzt hat es geklingelt? Immer noch nicht? Gut, des Rätsels Lösung heißt "Asbest"!

    Nun muss gleich beschwichtigend darauf hingewiesen werden, dass die Firma "Brasilit" sich Ende der 90er Jahre aus einer bis dahin recht guten Zusammenarbeit mit der Firma "Eternit" verabschiedet hatte, denn Brasilit hatte beschlossen, Asbest als Werkstoff fuer den Faserzement gänzlich zu streichen und stattdessen Kunststofffasern zu verwenden. Hierfür wurde eigens eine Fertigungsstraße gebaut, für die Brasilit rund 200 Mio Reais investierte.

    Die häufigste Form, in der "Otto Normalverbraucher" - oder sollte man hier besser sagen "João Normalverbraucher" - mit Asbest (oder wie er hier heißt "amianto") in Kontakt kommt, ist die der berühmten Eternitplatten, jener gewellten Gebilde, die als Material bei Dächern aller Art Einsatz finden.

    Die zweithäufigste Verwendung sind die "caixas de água" und hier ist die Gefahr besonders groß, weil sich die Asbestfasern ganz langsam und allmählich mit dem Wasser "davonmachen" - und zwar in Richtung der Nutzer dieses Wassers!

    Einfach mal nachsehen, wie der Wasserbehälter aussieht, und wenn es nicht der berühmte blaue aus glasfaserverstärktem Kunststoff ist, sondern grau und nach "Beton" aussieht, ist die Wahrscheinlichkeit auf Asbest sehr groß!

    Nun werden wieder viele sagen, so ein Ding haben wir schon mehr als zehn Jahre und uns geht es immer noch gut. Mag ja sein, aber dann muss man ganz einfach aufklärend entgegenhalten, dass es bei Asbest bis zu 35 Jahre (!!!) dauern kann (bei Arbeitern, die in derartigen Fabriken arbeiten etwas weniger: 15-25 Jahre), bis erste Anzeichen für eine Erkrankung sichtbar werden. Allerdings ist es dann schon zu spaet, denn die Asbestfaser gehört zu den "Akkumulationsstoffen", das bedeutet, der menschliche Körper sammelt diese Stoffe, weil er nicht in der Lage ist, diese auszuscheiden bzw. abzubauen.

    Nun möchte ich partout keine Pferde scheu machen, aber außer ein paar regionaler Regelungen und Gesetzen, die auf einzelne Bundesstaaten beschränkt sind (und auch wieder aufgehoben wurden, denn schließlich hat auch die Faserbetonindustrie in Brasilien eine Lobby) ist nichts geschehen, um diese Gefahr zu bannen.

    Da gibt es dann so sehr sinnreiche städtische Regelungen, wie beispielsweise in Rio de Janeiro, wo alle Produkte, die Asbest enthalten weiter verkauft werden dürfen, wenn nur ein entsprechender Aufkleber angebracht wird mit dem Hinweise "Este produto pode causar danos à saúde" (Dieses Produkt kann Gesundheitsschäden verursachen). Oder man verbietet die Verwendung von asbesthaltigen Materialien bei der Bedachung öffentlicher Gebäude.

    Auf der Website der "Associação Brasileira dos Expostos ao Amianto" (ABREA - Associação Brasileira dos Expostos ao Amianto ) gibt es eine Unmenge von Informationen und Fallstudien zu diesem Thema.

    Jedenfalls war unser Wechsel vom grauen zum blauen Wasserkasten schon vor ein paar Jahren wohl der richtige Weg gewesen (aber ohne vom Asbest zu wissen, sondern um von 500 Liter auf 1000 Liter zu erhöhen).

    Hebinho


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  2. #2
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    04.07.2005
    Ort
    Lummerland, 21°Süd, 55°Ost
    Beiträge
    957

    Standard

    Mal keine Panik, Hebinho.

    Normale Verbraucher sind kaum von den Asbestrisiken betroffen.
    Sowohl bei Deiner Caixa de Agua, als auch als Bedachung, liegt das Risiko für den Verbraucher nahe Null.

    Problematisch wird Asbest nur, wenn es als Fasern in die Luft gelangt = Einatmen.

    Das kommt vor allem vor:

    - in den Fabriken bei der Herstellung
    - bei der Bearbeitung (Trennjäger) beim Bau
    - und beim Abriss natürlich auch

    Wer jetzt nicht gerade in so einer Fabrik arbeitet, oder in der näheren Umgebung wohnt, oder auf dem Bau regelmässig damit zu tun hat, wird sich wohl kaum Gedanken über dieses machen müssen.

    Nichtsdestoweniger, habe ich auch oft beim Blick über die Dächer an die Arbeiter, sowohl in den Fabriken, als auch auf'm Bau gedacht.
    Wobei diese sicherlich nicht so gründliche Schutzmassnahmen ergreifen, wie dieses in Europa zuletzt der Fall war, bzw. zumeist sicherlich noch nie von den Gefahren des Produktes gehört haben.

    Aber, wo wir beim Thema Asbest sind;
    wie sieht's eigentlich mit den Bremsbelägen aus?
    In Europa sind diese ja auch schon seit einigen Jahren Asbestfrei.

    Da wurde ja auch viel "in die Luft geblasen", da ja Mechaniker beim Wechseln gerne auch mal mit Pressluft "den Staub rausjagen".
    TITUSOIL - Gewinnmitnahme - Titusoil wurd' erfolgreich verkauft !
    Neu - Neu - Neu - wir schmelzen Ihr Zahngold - jetzt unbedingt die Zähne ziehen lassen !

    'Pestiziden aus der Gruppe der Organophosphate hemmen die geistige Entwicklung von Kindern'.
    Bei Überdosis scheint dieses auch bei Erwachsenen noch geklappt zu haben !!

  3. #3
    User_11889
    Gast

    Standard

    Nun, wie ich sehe, hat sich jemand die Muehe gemacht, und innerhalb von knapp einer halben Stunde saemtliche Informationen auf der im Link angegebenen Website vollstaendig durchgelesen.
    Respekt, haette ich in der Zeit nicht geschafft, ich habe dazu mehrer Tage gebraucht.

    Denn dann waere die Antwort auch nicht gewesen, dass das Risiko nahezu Null ist, denn nur der Zeitraum bis zum Erscheinen der ersten Symptome ist etwas laenger - die dann auch von den hiesigen Aerzten nicht richtig erkannt werden.

    So wird beispielsweise in einer Untersuchung durch die WHO damit gerechnet, dass bis zum Jahr 2020 von den rund geschaetzten 500.000 Toten (ganz Europa) allein in Frankreich etwa 100.000 an den den Spaetfolgen des hauptsaechlich vom franzoesischen Multi Saint-Gobain verwendeten Asbests die Rueben von unten ansehen werden. Und das sind bestimmt nicht alles Mitarbeiter von Saint-Gobain.

    Beschwichtigen ist das, was die Regierungen tun, ist hier jedoch fehl am Platz. Vielleicht ist auch der Gedanke "was interessiert es mich, was meine Kinder an Krankheiten mal bekommen" auch falsch, keine Ahnung.

    Ich stehe auf dem Standpunkt, wenn sich ein Risiko vermeiden laesst, dann weg mit dem Faserbetonkasten! Der neue kostet nicht die Welt!

    Auch die Asbestfasern in den vor allem von den unteren Bevoelkerungsschichten gerne als Dachmaterial verwendeten Eternitplatten wird durch die Verwitterung und den Wind querfeldein geweht.

    Und das sind NUR ZWEI aus einer Produktpalette mit mehr als 3000 Artikeln, die Asbest enthalten, bei Bremsbelaegen wird - nicht zuletzt wegen der hoeheren Verschleissfestigkeit und Bremswirkung - schon lange synthetisches Ersatzmaterial verwendet. Aber ungesund sind derartige Stäube trotzdem noch.

    Hebinho

  4. #4
    Benutzer
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    28.10.2003
    Ort
    76307 Karlsbad
    Beiträge
    72

    Standard Gefährlich....

    dürften wohl auch die chemischen Keulen sein die alljährlich in Cuiaba zur Bekämpfung von Denque und andere Seuchen sein.
    Toll ist es immer wieder zu sehen, wenn so ein Pick up mit einer Spritze hinten drauf durch die Stadt fährt und es werden Salven von geheimnisvollen Wirkstoffen insbesondere gegen Pet Shops abgefeuert.
    So manch ein Sittich oder Papagei liegt danach am Käfigboden.
    Jean

  5. #5
    User_11889
    Gast

    Standard

    Da habe ich mich auch schon oft gefragt, was da wohl verwendet wird!

    Erst diesen Samtag hatten wir (zu Besuch bei Sohnemann in Vila Velha) wieder so einen Zerstaeuber erlebt, dessen Nebel bis in den 4. Stock krochen: riechen tut das Ganze wie das Oel, das in Buehnen-Nebelmaschinen verwendet wird, aber da ist schon "mehr drinnen"!

    Selbst das Gesundheitsministerium laesst sich dazu nicht klar aus:

    "...15) O inseticida aplicado para matar o mosquito de dengue funciona mesmo?
    E a nebulização (fumacê)? Sim, os produtos funcionam. Tanto os larvicidas quanto os inseticidas distribuídos aos estados e municípios pela SVS têm eficácia comprovada, sendo preconizados por um grupo de especialistas da Organização Mundial da Saúde.

    Os larvicidas servem para matar as larvas do Aedes. São aqueles produtos em pó, ou granulado, que o agente de combate a dengue coloca nos ralos, caixas d’água, ou seja, naqueles lugares onde há água parada que não pode ser eliminada.

    Já os inseticidas são líquidos espalhados pelas máquinas de nebulização, que matam os insetos adultos enquanto estão voando, pela manhã e à tarde, porque o Aedes tem hábitos diurnos. O fumacê não é aplicado indiscriminadamente, sendo utilizado somente quando existe a transmissão da doença em surtos ou epidemias. Desse modo, a nebulização pode ser considerada um recurso extremo, porque é utilizada num momento de alta transmissão, quando as ações preventivas de combate à dengue falharam ou não foram adotadas.

    Algumas vezes, os mosquitos e larvas desenvolvem resistência aos produtos. Sempre que isso é detectado, o produto é imediatamente substituído por outro. ..."

  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    530

    Standard

    hallo,
    Zitat Zitat von Hebinho Beitrag anzeigen
    Ich stehe auf dem Standpunkt, wenn sich ein Risiko vermeiden laesst, dann weg mit dem Faserbetonkasten! Der neue kostet nicht die Welt!

    Auch die Asbestfasern in den vor allem von den unteren Bevoelkerungsschichten gerne als Dachmaterial verwendeten Eternitplatten wird durch die Verwitterung und den Wind querfeldein geweht.

    Hebinho
    und die entsorgung?
    das wuerde doch nur eine verlagerung der probleme bewirken, oder glaubst du das die muellsammler auch nur einen wasserkasten oder eine wellplatte an der strasse liegenlassen wuerden. kaputtkloppen waere eine moeglichkeit, aber wer macht das schon?

    die franzosen haben es schlauer gemacht, den flugzeugtraeger guenstig an die brasilianer zu verticken (die jetzige sao paulo). mit dem schwesterschiff (clemenceu) hats ja nicht geklappt, die musste ja fuer viel geld vom schrottplatz in alang/indien wieder abgeholt werden.

    oft spielen auch wirtschaftliche interessen bei den mit 'trommelwirbel'
    veranstalteten problembeseitigungen eine rolle siehe millerntorhochhaus in hamburg.

    die links um die gefahren von asbest brauch ich mir nicht durchlesen, hab vor 35 jahren mein berufspraktikum bei den deutschen kap-asbest-werken in hamburg gemacht, und auf den alten seeschiffen hatten wir auch tonnenweise asbest-isolierungen an dampf-und kesselanlage, von daher hat man eh jeden zeitungsartikel darueber gelesen, ferner bekam man via berufsgenossenschaften ja auch infomaterial.
    gruss didi

 

 
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