Meine Freundin hat mit Air France eine richtige Gepäckodysee erleben müssen. Von stundenlangen Verspätungen ganz zu schweigen. Beim Flug von Rio über CDG nach Deutschland zahlte sie kräftig Übergepäck, dafür war bei der Ankunft kein Gepäck da. Ein älterer Brasilianer, dessen Gepäck ebenfalls nicht mit ankam, meinte das sei bei der Air France keine Seltenheit. Na ja mitten in der Nacht kam dann ein Kurierdienst, der das Gepäck dann unbeschädigt und vollzählig nachlieferte.
Nun kam die Rückreise, die nicht über Rio sondern über Sao Paulo ging. Schon beim Einchecken stellte sich eine Dame ziemlich unbeholfen an und meinte ein Durchchecken des Gepäcks bis SSA sei nicht möglich, worauf ihre Nachbarin am Schalter in den PC eingriff und ihr erklärte, dass das doch möglich sei. Tja der erste Koffer war aber schon mit GRU-Label auf dem Förderband entschwunden. Der zweite wurde mit SSA belabelt und man rief irgendwo an und teilte mit, dass an dem zweiten Koffer noch ein zweites Label für SSA hänge und man das hinten am anderen Koffer austauschen solle.
Da schwante mir schon Übles. Freundin kommt in SSA an und es gibt überhaupt keinen Koffer. Nach drei Tagen wird der als zweiter abgegebene Koffer angeliefert. Sie sieht dem Koffer sofort an, dass da was faul ist, öffnet ihn und muss feststellen, dass alle Geschenke (Kleidung, Schuhe, Parfüm, Pralinen) sowie einige ihrer Kleidungsstücke nicht mehr vorhanden waren. Über eine Woche später kam der zweite Koffer per Kurier an und vom Inhalt fehlten zwei Drittel. Der Fahrer, der den Koffer zustellte, sagte meiner Freundin, dass dieser Koffer schon über eine Woche am Airport SSA herumstehe. Im Worldtracer, wo man die Gepäcksuche verfolgen kann, steht der zweite Koffer immer noch als "Suche dauert an". Da herrscht halt richtig Ordnung bei den Franzosen.
Ein Witz ist auch, dass in Sao Paulo bei Air France am Telefon Leute sitzen, die angeblich nur französisch und englisch verstehen. Einfach lächerlich eine Niederlassung in Brasilien zu haben und portugiesisch sprechende Brasilianer auf so eine Art abzuwimmeln.
Eine Verwandte meiner Freundin, die Anwältin ist, hat schon gleich ein entsprechendes Schreiben an die Air France gesandt. Laut Montrealer Übereinkommen muss die Airline nach 21 Tagen für Verlust oder Schwund aufkommen. Für die Air France schein das Übereinkommen nicht zu gelten, denn sie nimmt in iher Antwort für sich 48 Tage in Anspruch.
Nun bin ich mal gespannt, wie das ganze Gepäckdrama ausgehen wird. Wahrscheinlich wird Air France sich sträuben, den Schaden zu ersetzen und dann bleibt nur die gerichtliche Schiene. Aber wenn man weiß, wie das an brasilianischen Gerichten so zugeht, muss man damit rechnen, dass es Jahre dauern kann, bis der Schaden, wenn überhaupt, ersetzt sein wird.
Von Deutschland aus hätte man vielleicht bessere Chancen an sein Geld zu kommen, aber das Ticket wurde halt leider in Brasilien gekauft.
Da ist die gute Frau schon nicht mit der TAP geflogen, weil sie sowie Verwandte und Bekannte von ihr am Airport LIS schon sehr unschöne Erlebnisse hatten, und kam so leider vom Regen in die Traufe.
Vielleicht gibt es hier jemand der schon ähnliche Erlebnisse mit Air France hatte und kann mal berichten wie das ausgegangen ist.



1Danke





