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Neues aus Sepetiba: Zitat von supergringo Ich würde nur nie von mir aus ohne vorherige Erkundigungen ein Mädchen ansprechen (Ausnahmen bestätigen die Regel), man weiß nie, mit wem sie zusammen ist oder wer ein Auge auf sie geworfen hat, ... ich habe das einmal in Bancarios (Ilha Governador) gemacht und das war ein
  1. #37
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Zitat Zitat von supergringo Beitrag anzeigen
    Ich würde nur nie von mir aus ohne vorherige Erkundigungen ein Mädchen ansprechen (Ausnahmen bestätigen die Regel), man weiß nie, mit wem sie zusammen ist oder wer ein Auge auf sie geworfen hat, ... ich habe das einmal in Bancarios (Ilha Governador) gemacht und das war ein klarer Fehler! Die drei Mädchen waren mit Typen vom Comando liiert und die standen plötzlich hinter mir, mit Knarren in der Hand ...
    Keine Angst, SG. Da bin ich supervorsichtig. Genau die Story mit der Braut vom Traficante schwebt mir immer im Hinterkopf, wenn ich eine Dame anspreche. Dummerweise sind das meist die Hübschesten und meist haben sie auch gleich Mehrere.

    Zitat Zitat von supergringo Beitrag anzeigen

    Mein "Kontaktmann" ist der Cousin einer guten Freundin, absolut in Ordnung und völlig harmlos, der hatte mal in der CDD eine Bar (so ne Art Mini-Spielhalle, Kunden waren Kinder), ich müsste aber erst etwas umständlich weil über zwei Ecken die Telefonnummer erfragen. Ich würde Dir deshalb die Kontaktfrau empfehlen. Du würdest mir damit auch einen Gefallen tun ...
    Mensch SG, warum sagst du das nicht gleich!!!

    Ich dachte, du willst mir irgendso einen Crack-Verkäufer aufhalsen. Na dann werde ich deine Dame mal anrufen. Bin aber leider für dieses WE schon ausgebucht (maximal morgen Nachmittag ginge, aber da gucken die doch bestimmt Faustão, Gugu oder Fussball!?).

    Zitat Zitat von supergringo Beitrag anzeigen

    Aber ich sehe schon, Du gehst schon Deinen eigenen Weg ...
    Ja, teilweise schon, doch auf deine Tipps lege ich trotzdem viel wert. Ich kenne das Westend von Rio halt viel zu wenig ...

    Letzten Sonntag wolllten die Bullen mich nicht an den Hang hinter Leme reinlassen. Die standen mit Karabinern im Anschlag am Favela-Eingang. Echt Scheisse die Gewalttätigkeit in den Favelas von Rio. Irgendwie fühlt man sich da absolut ohnmächtig.
    Geändert von Lemi (11. July 2009 um 15:35 Uhr)
    Man sieht sich,
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  2. #38
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Zitat Zitat von Lemi Beitrag anzeigen
    Ich lasse den Tag heute einfach mal laufen ... mal sehen, ob ich morgen noch lebe.
    Bom gente ... die "Feijoada da Mangueira" und alles drum herum waren sowas von geil. Meine "Eintrittskarte" war total zuverlässig. Ich muss mich jetzt erstmal sammeln. Sicherlich kommt noch ein Bericht. So langsam verfalle ich Rio ...
    Geändert von Lemi (13. July 2009 um 01:56 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  3. #39
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Zitat Zitat von Lemi
    So langsam verfalle ich Rio ...
    Hehehe, der ehemalige (o) Baiano und jahrelang eingefleischte Mineiro mutiert nach nur einer Woche Rio de Janeiro wieder zurück zum Carioca!


    Ich wette, dass Du Dich nicht so schnell zu einem Paraiba (Nordestino) verwandeln wirst.

  4. #40
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Zitat Zitat von supergringo Beitrag anzeigen
    Hehehe, der ehemalige (o) Baiano und jahrelang eingefleischte Mineiro mutiert nach nur einer Woche Rio de Janeiro wieder zurück zum Carioca!

    Ich wette, dass Du Dich nicht so schnell zu einem Paraiba (Nordestino) verwandeln wirst.
    Baiano ist schon lange vorbei. Gott sei Dank hat mir CT den Gefallen getan, meinen Nick wieder in Lemi zu ändern - der bin ich nämlich (ein Carioca - hehehehe).

    Mineiro werde ich trotzdem auch immer bleiben, SG. Du weisst doch, ich liebe Minas - aber vor allem eine Mineira!

    p.s. Ich bin übrigens schon 3 Wochen in Rio, davon aber 18 Tage auf Baustelle (die anderen 3 in und vor den Favelas ...).
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  5. #41
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Teil 6.1 Samba in der Mangueira


    Ich staunte, wie gut Rio ausgeschildert ist. Selbst Favelas, wie die Mangueira zu finden, war mit etwas Ortskenntnis recht einfach. Ich wusste, dass der Favelahügel gleich neben dem Maracanã-Stadion lag. Dort war ich bereits zweimal – das erste Mal beim Ortsderby Fla-Flu, das zweite Mal wegen eine Dame namens Marta. Aber das war Vergangenheit ... In der Nähe des Maracanã sah ich dann auch schon die Schilder „Mangueira“, denen ich bis zum Endziel folgte.

    Diesmal war ich bei meinem Favelaausflug in Begleitung. Nein, es waren nicht die Damen vom Baile Funk, sondern mein schwedischer Baustellenkollege, der dieses Wochenende mal etwas erleben wollte. Die „Feijoada da Mangueira“ war sicher eine gute Gelegenheit ...

    Die Hauptstrasse vor der Sambaschule „Primeira Estação da Mangueira“ war aufgrund des Festes sehr belebt. Die selbsternannten Parkeinweiser hatten alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Autos auf die eigentlich nicht vorhandenen Parkplätze einzuweisen und sich so ein Taschengeld zu verdienen. Auch für meinen GOL war eine Lücke zwischen 2 kleinen Bars vorhanden. Kaum aus dem Auto raus, waren wir mitten im Trubel. Wie sollte ich hier meine „Eintrittskarten“ wieder finden? Keine Chance.

    Stattdessen sah ich jede Menge in Karnevalskostüme bekleidete graziöse und sehr dunkelhäutige Damen, die meine Blicke gleiten ließen. Die meines schwedischen Freundes Jörgen ebenfalls. Wir fühlten uns wohl und orderten bei einem der Straßenverkäufer erst mal eine Flasche Skol aus seiner Styropor-Box. Es war wie auf dem Jahrmarkt. Sich in alle Richtungen bewegende bunte Menschenmassen. Doch die Hauptrichtung war ganz klar: der Eingang zur Sambaschule. Wir einigten uns deshalb recht schnell darauf, das nächste Bier im uns noch unbekannten Inneren der Sambaschule zu trinken. Die Eintrittskarte kostete immerhin 25 R$ und beinhaltete nicht nur die Feijoada, sondern auch noch ein T-Shirt, natürlich in den Farben der Mangueira: rosa-grün.

    Der riesige Samba-Palast war bereits gut gefüllt. Die Logen waren mit den Namen der konkurrierenden Sambaschulen dekoriert. Genau dort waren auch einige Tänzer, Tänzerinnen und Mestres in den Farben und Kostümen ihrer Schulen. Ich erkannte die Salgueira, Imperatriz und Vila Isabel. Auf der Bühne spielte eine Band bereits traditionellen Karnevalssamba und die Tanzfläche füllte sich. Dahinter hing eine riesige Fahne der Mangueria-Sambaschule, die den freien Blick auf den Favelahang verdeckte, was mich aber nicht weiter störte, da ich mir momentan keinen besseren Ort vorstellen konnte, als diesen hier. Es war gerade mal nachmittags um 3 und alle tranken Bier, tanzten und vergnügten sich. Mein schwedischer Freund war Feuer und Flamme von den Tänzerinnen und kippte sich ein Bier nach dem anderen rein. Ich tat es ihm gleich, immer wieder ein Blick in die Runde werfend, um die Ankunft meiner „3 Damen vom Baile“ nicht zu verpassen.

    Nachdem die Jungs auf der Bühne zum x-ten Mal den Samba des letzten Karnevals heruntergespielt hatten, betrat eine dicke, schwarze Frau mit einem langen Kleid die Bühne und scherzte mit den Bandolin-Spielern. Dem Sänger entriss sie das Mikrofon und als sie ihre Stimme erhob, wusste ich wer sie war: Alcione. Sie sang 4 ihrer bekanntesten Sambas und der Saal verwandelte sich in einen Kessel. Alle sangen ihre Lieder mit und tanzten leidenschaftlich Samba. Es war ein tolles Fest und die Feijoada, die nebenbei serviert wurde, war sowas von nebensächlich, wie man es sich kaum vorstellen kann.

    Doch plötzlich stand sie vor mir, die mir scheinbar unbekannte Schönheit mit dem blauen Karnevalskostüm der Vila Isabel. Der kurze Rock zeigte ihre perfekt geformten Beine und verriet etwas über den ebenso wundervollen Bumbum. Alles war durchtrainiert und ihr strahlend weißes Lächeln und ihr mit Glitzer besprühter Antlitz ergänzte ihren graziösen Anblick. Ihre in dunkles weinrot gefärbte Mähne war mit dem blau-weißen Federnschmuck ihrer Sambaschule verknotet. Es war Grace ... die junge Frau, die ich vor einer Woche im hautengen Short und ärmellosen T-Shirt in der Bar vorm „Castelo da Pedra“ kennen gelernt hatte. Sie hatte sich verwandelt und war einfach nur wunderschön. Ich musste mich beherrschen, sie nicht vor Freude zu umarmen. Sie nahm mir diese Entscheidung aber ab und umarmte mich und gab mir einen Kuss. Sie sagte voller Freude: „Lemi, este é meu mundo. Você vai conheçer tudo!“ Doch die Freude dauerte nicht lange. Wir tranken gerade gemeinsam unser 1. Bier und plauderten etwas, da kam ihr Chef und rief sie zu ihrem Auftritt. Ihre Schule sollte auf die Bühne kommen und im Weggehen rief sie mir zu, dass ich auch immer brav auf die Bühne schauen sollte ...

    Fortsetzung folgt
    Geändert von Lemi (13. October 2009 um 19:13 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  6. #42
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    Standard AW: Neues aus Sepetiba

    Teil 6.2 Samba in der Mangueira

    Grace tanzte wie ein Feuerwerk. Man könnte meinen ein Vulkan würde ausbrechen, soviel Energie wurde aus ihr frei. Ihre Tanzpartner waren zugegebenermaßen nicht weniger schlecht, so dass die ganze Show zu einem reinen Augenschmaus wurde.

    Da ich diesmal die Digicam dabei hatte, schoss ich massig Fotos von den Tänzern. Unbewusst war immer wieder GRACE im Mittelpunkt meiner Fotos. Sie sollte dies auch die ganze Nacht bleiben ...

    Graces beiden Freundinnen waren übrigens auch dabei und kümmerten sich um Jörgen. Ihm gefiel das sichtlich. Eine der Beiden konnte sogar etwas Englisch, was die ganze Unterhaltung belebte. Jörgen schwedische Gefühls-Eisschicht taute in der Hitze des Karnevalsgetümmels. Er richtete immer wieder den nach oben gestreckten Daumen in meine Richtung. Ich wusste, er war in guten Händen.

    Nachdem Grace eine Weile auf der Bühne war, bekam ich unerwartet eine neue Begleitung. Es war Caroline, eine der 3 „Funkeiras“, die wohl bei Jörgen nur 2. Wahl geblieben war. Sie bemerkte natürlich, dass ich auf Grace fixiert war und witterte ihre letzte Chance. Nach etwas Blablabla und einem weiteren Bier, fragte sie mich direkt: „Você vai ficar comigo hoje?“ Ich verstand den vollständigen Sinn ihrer Frage erst beim 2. Überlegen (sie meinte natürlich, ob ich mit ihr diese Nacht zusammenbleiben würde ... also RICHTIG zusammenbleiben) und bejahte dies relativ unbedacht schon nach dem 1. Überlegen. Sie machte plötzlich Freudensprünge und rief „Ele vai ficar comigo ... ele vai ficar comigo ...!!!“

    Ich machte mir trotz allem relativ wenig Gedanken, da ich wusste, dass Grace große Schwierigkeiten haben würde, mich in dem Getümmel wiederzufinden und auch Caroline recht attraktiv war. Was solls. Ich war ungeplant in eine Karnevalsparty gerutscht und dass auch noch in toller Begleitung. Caroline war mit ihrem relativ „gewöhnlichen“ Kleid, was eigentlich alles Interessante verbarg, um Meilen von Grace entfernt. Zumindest verdiente Grace ihren Name „Grazie“ von Kopf bis zum kleinen Zeh.

    Doch natürlich kam es wie es kommen musste. Gerade im Moment als ich Caroline etwas ins Ohr flüsterte, klopfte mir jemand auf die Schulter. Mit wütendem Blick bat sie um „licença“ und stürmte auf ihre Freundin los. Es gab eine knallharte Diskussion und Caroline wurde klar gemacht, dass Lemi bereits eine „dona“ hatte, die Grace hieß und auch den ganzen Abend so heißen würde. Ich versuchte etwas abzuwiegeln und Caroline zu beschützen, doch dann wandte sich Grace zu mir um und dann war ich dran. Ich bekam eine Kopfwäsche wie ich sie selten erlebt hatte. „Kaum dreht man dir den Rücken zu, schon reißt du eine andere auf ... Ihr Männer taugt nichts. Nicht mal ihr Gringos. Alles Safados etc ... “

    Es war eine Schimpforgie, wie sie im Buche stand. Ich fragte mich, wo die Frau diese Energie hernahm. Sie kam gerade völlig schweißüberströmt von der Bühne und sollte eigentlich ausgelaugt sein. Doch keine Spur von Ermüdung. Der Vulkan kochte weiter ...

    Ich musste ihr schwören, dass ich „meine Blicke nicht mehr kreisen lasse“ und lobte ihre Beleza in allen Tönen. Langsam kehrte ihr Lächeln wieder zurück in ihr Gesicht. Sie zerrte mich jetzt mit in ihre VIP-Lounge, wo ich die Mestres und alle wichtigen und weniger wichtigen Leute der Vila Isabel kennenlernte. Grace sagte einem der (recht kräftigen) Jungs, dass er auf mich aufpassen und mir Bier verabreichen sollte. Dies gabs auf den Logenplätzen kostenlos! Grace musste noch einmal verschwinden, um sich umzuziehen. Diesmal ging sie kein Risiko ein! Lemi hatte kein Problem mit all diesen ungewohnten Abhandlungen und genoss nun den Blick auf den Tanzsaal von oben. Die verschiedenen Sambaschulen gaben nun lockere Tanzvorführungen mitten im Tanzsaal. Sogar Pärchen aus Kindern waren dabei. Unglaublich wie man in Rio tanzte. Meine Augen wurden feucht. Sowas hatte ich in 13 Jahren Brasilien noch nicht gesehen. Und Grace war an allem Schuld und streifte eine Wand weiter gerade ihre Kostüme ab und warf sich ein völlig beinfreies Kleid über. Als ich sie mit dem Kleid vor mir stehen sah, blieb mir zum 2. Mal am gleichen Abend die Spucke weg. Entweder war Grace einfach umwerfend oder Lemi schon besoffen. Als ich am nächsten Tag neben ihr aufwachte, wusste ich, dass es eine Mischung war ...

    (Bitte keine voreiligen Schlüsse – die Geschichte hat mindestens noch 2 Kapitel).
    Geändert von Lemi (18. July 2009 um 11:05 Uhr)
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