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Lulas alter Kumpel Castro soll ja mal gesagen haben: "Eine der größten Errungenschaften der Kubanischen Revolution ist, daß selbst unsere Nutten einen Hochschulabschluß haben." Der Lula-Laune-Bär würde dir, Ursinho, also entsprechend entgegnen: "Eine der größten Errungenschaften der PT ist, daß selbst unsere Straßenkehrer einen Hochschulabschluß haben."
Während in Brasiliens rückständigem Norden noch fleißig karnickelt wird, hat der Süden mittlerweile eine europäische Geburtsrate erreicht. Landesweit fiel die Reproduktionsrate von 6,3 Geburten pro Frau (1960) auf 1,83 Geburten (2007). Um den Bevölkerungsstand auf dem heutigen Niveau zu halten, bräuchte Brasilien aber schon 2,1 Geburten pro Frau. Wenn sich der Trend der letzten Jahrzehnte fortsetzt, ist die brasilianische Bevölkerung laut Demographen des Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada schon 2030 überaltert. Und dann wird der Bevölkerungsrückgang einsetzen. Während 1992 7,9% der Bevölkerung über 60 Jahre alt waren, sind es heute schon 10,6%.
hahaha, der war gut... Und nachdem jetzt das Help dicht gemacht hat, haben die Nutten von der Copa endlich Zeit und können ihren Hochschulabschluß nachholen. Die Kohle dazu haben sie sich hoffentlich schon erarbeitet.
Interessanter Artikel zur Bevölkerungsentwicklung in Brasilien:
http://www.bosch-stiftung.de/content..._Brasilien.pdf
Geändert von frankieb66 (9. January 2010 um 09:56 Uhr)
Oi Gente
Ich bin immer wieder überrascht, welche Einstellung Deutsche zu ihrem Land haben.
Ich lebe seit 20 Jahren in beiden Ländern und zwar in Zeiträumen in denen man sich arrangieren muss, nicht nur mal so als Gast.
Seit 4 Jahren habe ich auch noch eine brasilianische Frau an meine Seite, die Kritisch die Verhältnisse in beiden Ländern beurteilt.
Den Niedergang Europas und Amerikas beschreien die Kritiker schon seit 30 Jahren, wenn icht schon seit 70 Jahren oder noch mehr. In Wirklichkeit gehören diese beiden Regionen aber in jeder Krise nachher zu den Gewinnern, weil die Impulse für die Entwicklung nun mal von dort ausgehen und die anderen nur nachziehen. Und so wird es weitergehen. Brasilien ist in seiner Entwicklung von genau diesen Unternehmern/Unternehmen aus Europa und USA abhängig, die Sektoren, die sich in B sehr gut Entwickeln, machen es, weil sie entweder auf ausländischem Kapital basieren oder weil diese Gruppierungen halt Kunden dieser brasilianischen Firmen sind. Bestes Beispiel ist die Vale, das Vorzeigeunternehmen Brasiliens. Was bringen die denn auf die Beine, außer Löcher in den Boden graben, die Umwelt zu zerstören und sich für ihr soziales Engagement feiern zu lassen. Das Geld verschwindet (zum Teil im Staatshaushalt). Und die Petrobras...das gleiche. Die logische Fortsetzung der Vale, die Stahlwerke, wo qualifizierte Arbeitsplätze und Infrastruktur entsteht, gehen mehrheitlich in die Hände von Internationalen Konzernen über (Acelor, Thyssen) bzw. Brasilianische Konzerne (Gerdau), die sich mehr als Global Player, denn als nationale Firmen sehen. Und der Bereich der produzierenden Industrie, wo dann die Massen-Arbeitsplätze entstehen würden, entwickelt sich schwach. Führend aber wieder als Ausnahme die Autoindustrie, die aber wieder zu den Ausländischen Investitionen gehören
Und den Vorteil dieser bescheidenen Entwicklung, gemessen an Staaten mit weniger Substanz, geht am Volk vorbei. Klar, Brasilien ist auf dem steigenden Ast und Deutschland geht vor die Hunde. Aber trotz dieser ach so eindeutigen Bewegung, geht die Schere bei Einkommen, Lebensqualität, Umwelt, Sicherheit, sozialer Absicherung immer weiter auseinander, zugunsten Deutschlands.
Was wäre es für ein Erfolg, wenn man in Brasilien Harz-IV einführen würde. In D will man es zumindest jetzt umbenennen. Ich glaube, so manchem sind die Probleme hier nicht geläufig.
Schmutz, Lärm, Müll, Favelas, öffentlicher Nahverkehr, Kriminalität, Unsicherheit, schlechte Bezahlung, Bettler an jeder Ecke. unfähige Verwaltung, korrupte Polizei, Straßenverkehr und Sicherheit, Rettungswesen, öffentliches Schulwesen, Gesundheitswesen, lokale Produkte und so vieles mehr.
Niemand geht nach Brasilien um ein besseres Leben als in Deutschland bei weniger Arbeit in einer gesünderen Umwelt zu führen.
Die, die wir hier sind, haben alle ihre persönlichen Gründe, warum sie hier leben, warum sie das alles auf sich nehmen und sehen jeder für sich die Vorteile, die das Land ihnen bietet.
Es hängt wahrscheinlich auch vom Menschentyp ab, der man ist. Der Pioniertyp, der sich in Deutschland eingeengt fühlt und wir was aufbauen will. Das würde ihm im Rest der Welt wahrscheinlich einfacher gelingen, aber er hat nun mal eine brasilianische Freundin.
Oder der Naturfreak, dem es nicht ausmacht im Smog der Großstadt zu leben, weil er nach ein paar Kilometer Natur pur hat, wenn auch keinen Komfort mehr, den er auch nicht will. Oder halt der Aussteiger, der andere Lebensziele hat, als der Normaldeutsche und sich halt an 6.000 km Strand und den Zwillings-Hügeln erfreut..
Und ich gehe auch nicht nach Brasilien um meinen Kindern bessere Startchancen in Bezug auf Ausbildung und Karriere zu bieten (die sind schön zuhause geblieben, haben dort studiert und machen hier gerne Urlaub) Um meinen Kindern da was Gutes zu tun, müsste ich hier nach Gold graben, reich werden, das Geld für eine gute Ausbildung, private Elite-Schule ,Nachhilfe-Vestibular etc. ausgeben und ihnen später mit Hilfe meiner hoffentlich guten Beziehungen und viel Vitamin B einen Job besorgen. Wenn ihre Intelligenz nicht ausreicht, diese Chancen zu nutzen, muss ich sie halt mein Leben lang unterstützen, habe ja mein Gold.
Das ist doch genau das Leben, dass ich hier bei meinen obere Mittelschicht-Nachbarn und Geschäftskollegen vorfinde.
Und da sind dann noch die deutschen Bekannten, die den Umzug von einer Deutschen Schule (oder ähnliches) abhängig gemacht haben und hoffen, dass ihre Kinder zur Ausbildung nach D zurück gehen, was viele deutsch geprägte Familien (ich habe hier noch Beziehungen zur alten Mannesmann-Entourage, Copa Chucrute) auch noch praktizieren, wenn sie das Geld noch haben.
Brasilien ist ein dolles Land, man muss nur genug Geld haben, um sich von den negativen Attributen ein wenig abschotten zu können und einen Weg finden, wenn man das Geld nicht mitbringt, es hier zu verdienen. Und solche Typen sind hier selten. Ich gehöre zu den Leuten, die es mitbringen (Entsendevertrag, deutsche Firma)
Aber das ist halt die immerwährende Diskussion hier im Forum:
a) Ich bin vernarrt in das Land und verteidige dessen Zukunft mit Zähnen und Klauen (halbe Brasilianer)
b) Ich sitze in D, träume von Brasilien und lasse mir meine Träume und meine Touristen-.Erfahrung und Träume nicht kaputt machen.
c) Oder ich bin in Brasilien und dort gefangen, weil die Rückkehr nach D kaum möglich ist und kann das nicht zugeben.
Durch mein Pendeln habe ich halt beide Seiten erlebt und meine Meinung gebildet. Ich muss allerdings zugeben, dass ich das richtig harte Leben eines Einwanderers, Blockhaus bauen etc., verbunden mit der kargen Welt eines deutschen Auswanderers, der dem Elend Deutschlands entfliehen will (so klingt das hier mach mal in einigen Beiträgen) nicht am eigenen Leib erfahren habe. Darum kann ich Brasilien, obwohl ich mitten drin sitze, ein wenig distanziert und locker sehen (und auch jederzeit samt brasilianischer Frau) wieder zurück gehen.
Gruß
Tiradentes
(der sich mal wieder in Rage geschrieben hat) schönen Wochenende für alle
Alles richtig, Tiradentes , wenn man von heute spricht.
Aber vieles, was sich im sozialen Bereich hier entwickelt, wird auf Anordnung von oben in den Medien weitgehend totgeschwiegen, Statistiken manipuliert.. Welche Leute sich hierzulande bereits mit bester Ausbildung um Jobs in Drückerkolonnen oder um Hilfsarbeiterjobs prügeln, ist kaum vorstellbar.Wie viele selbständige Existenzen, die einst gute Auskommen hatten, heute platt sind, kann man sich gar nicht vorstellen. Im Binnenmarkt geht hier fast gar nichts mehr, wenn nicht sehr viel Kapital im Hintergrund ist.
Wir steuern hier in Deutschland auf eine Verelendung breiter Bevölkerungsschichten zu.
Bereinigt man unsere Arbeitslosen -Statistik von den politischen Zähltricks und zählt alle Personen einschließlich der prekären selbständigen Kümmerexistenzen wie Kurierfahrer für 3,- €/Stunde, dann haben bzw. finden mindesten 10 Mio Menschen hierzulande keine Arbeit mehr.
Aufgrund meiner politischen Ämter sind mir viele Hartz IV-Schicksale persönlich bekannt. Rein isoliert betrachtet ist gemessen an den rudimentären materiellen Dingen des täglichen Lebens der Lebensstandard dieser Gruppe teilweise vielleicht höher als der der Brasilianer, die sich zur unteren Mittelschicht zählen.
Aber das Problematische einer Armut in Deutschland ist die hiesige Diskriminierung, die soziale Isolierung, die gesellschaftliche Ausgrenzung, das Abstellgleis.. In Deutschland gilt es als größtes "Verbrechen" nach Mord, kein Geld zu haben.
Was die persönliche Befindlichkeit angeht, so scheint mir, wenn ich mir das Leben meiner ärmeren Verwandten und Freunde in Brasilien anschaue, deren Leben glücklicher und zufriedener als des eines Hartz IV-Empfängers zu sein, wahrscheinlich wegen der großen Familienzusammenhalte, der vielen sozialen Kontakte, der unbeschwerteren Mentalität und des tropischen Klimas und des damit verbundenen möglichen Lebens auf der Straße. Natürlich ist das kein sorgenfreies Leben, aber ein glücklicheres als das eines Hartz IV-Empfängers hierzulande.
Was mir hier in Mitteleuropa fehlt, ist die Perspektive vor allem für die Menschen, die als Kapital nur ihren Kopf und/oder Hände Arbeit anbieten können, wenn sie nicht aussergewöhnliche Talente in die Wiege gelegt bekommen haben, die für die Unterhaltungsindustrie verwertbar sind oder die großen Überflieger sind.
Mit einem Hochschulabschluss verdient man in Brasilien immer noch gutes Geld.
Viele Errungenschaften, die wir in Deutschland schätzen, verdanken wir vornehmlich dem Wiederaufbau nach dem Kriege und der vorausgegangenen Dezimierung abertausender Menschen durch den Krieg in einer relativ abgeschotteten Wirtschaftszone.
Die industrielle Substanz, die nach dem 2.Weltkrieg übrigblieb und wieder zum Leben erweckt wurde, basierte weitgehend auf unserem Rohstoff Kohle, also einer natürlichen Recource, die aber ausgedient hat.
Und der Rohstoff Hirn in unserem Lande wird ja auch nicht zukunftsorientiert angereichert, wenn man unsere Bildungspolitik betrachtet.
Wie lange unser Sozialstaat überhaupt noch finanzierbar sein wird, ist eine weitere Frage.
Die, die die Zukunft von Deutschland positiv sehen, sollten man sagen, worin sie koinkret die Zukunftsperspektive sehen.
d.r.
Geändert von Dlugosch (9. January 2010 um 13:42 Uhr)
The difference between men and boys is the price of the toys
dem ist meiner Meinung nach nichts hinzuzufügen, Tiradentes!
Da wir als junges binationales Paar mit ganz kleinem Kind hier sozusagen Gegenstand der Diskussion sind, hier ist unser Plan:
Arbeiten und Geld verdienen in D. Haus bauen in D (wenn auch viel schwieriger als in BR, aber wozu für immer Miete zahlen?).
Mit dem was sich sparen lässt in BR bauen, kaufen, was auch immer, und so oft wir wollen Urlaub machen oder längere Projekte verfolgen. (Ich hab einen der krisensichersten Jobs, kann immer kündigen und wieder anfangen, mein Mann ist auch unabhängig...).
Kinder sollen in D zur Schule und studieren, danach wie sie möchten...
Und das sehen wir beide so.