Willkommen im Forum, zum mitmachen einfach registrieren ?
  • Login:

Willkommen im Brasilien Forum.

Willkommen im Forum vom BrasilWeb


... ganz Brasilien auf eine Seite


  •  » Fragen stellen und Antworten finden
  •  » Fotos anschauen und selber hoch laden
  •  » Urlaub machen oder Auswandern
  •  » Einen eigenen Blog schreiben
  •  » Brasilien in Deutschland finden

...einfach mitmachen


Ja! Ich möchte mich jetzt registrieren!


p.s.: Für registrierte Mitglieder ist das Forum werbefrei!

Seite 28 von 47 ErsteErste ... 1824252627282930313238 ... LetzteLetzte
Zeige Ergebnis 163 bis 168 von 277
Like Tree35Danke
Zurück in Sepetiba - Teil 2: Der Abschied von Rosa war wunderschön. Sie wollte unbedingt mal aufs Dach der Sinteranlage, um die herrliche Aussicht zu geniessen. Nichts leichter als das für Lemi. Ich habe ihr noch schnell ein T-Shirt meiner Firma übergestreift, Helm und Brille aufgesetzt und ab gings. Rosa war total begeistert und konnte sich
  1. #163
    Moderator
    Themenstarter

    Registriert seit
    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    1.633

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    Der Abschied von Rosa war wunderschön.

    Sie wollte unbedingt mal aufs Dach der Sinteranlage, um die herrliche Aussicht zu geniessen. Nichts leichter als das für Lemi. Ich habe ihr noch schnell ein T-Shirt meiner Firma übergestreift, Helm und Brille aufgesetzt und ab gings. Rosa war total begeistert und konnte sich nicht vorstellen, dass die Anlage so riesig gross ist. In jeder Ecke der Anlage musste ich Fotos von ihr schiessen.

    Zum Abschluss habe ich sie mit in mein Zimmer genommen und die Tür hinter uns zugemacht. Wir haben uns minutenlang umarmt, gedrückt und uns Liebesschwüre geleistet.

    Dann kamen ein paar Krokodilstränen über Rosas Gesicht gerollt, aber sie hatte sich schnell wieder gefangen. Ich wollte sie, die Hauptperson meines zweiten Buches, unbedingt vor dem Buchcover des ersten Buchs, von dem sie natürlich die ganze Geschichte kennt, fotografieren.

    Es war ein glückseeliger Abschluss und das kam dabei heraus:
    Miniaturansicht angehängter Grafiken Miniaturansicht angehängter Grafiken Zurück in Sepetiba - Teil 2-lemi-und-rosa-abschied.jpg  
    Geändert von Lemi (31. August 2010 um 23:02 Uhr)
    jensonline, mibi, joerch und 1 Andere sagen Danke.
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.



    • Werbung




        
       

  2. #164
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    19.07.2006
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    2.597

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    Oi Gente,
    damit ihr auch mal seht, wovon hier immer geredet wurde. Unten mal ein Bild der Sinteranlage bei TKCSA, Lemis Baby:

    Ist sie nicht hübsch?
    Miniaturansicht angehängter Grafiken Miniaturansicht angehängter Grafiken Zurück in Sepetiba - Teil 2-p1040730kl.jpg  

  3. #165
    Moderator
    Themenstarter

    Registriert seit
    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    1.633

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    Zurück zum Buch, was immer noch in Rio spielt, besser gesagt, in João Pessoa, der Heimat der Familie Ribeiro ...


    Das, was mal war...

    In den folgenden 9 Jahren änderte sich Nenems Leben grundsätzlich. Er nahm den Fahrstuhl von der Hölle ins Inferno. Aber eigentlich begann alles ganz harmlos...

    In João Pessoa wurde Nenem von seiner Mutter in eine staatliche Schule geschickt. Die Ausbildung war minderwertig. Allerdings war Nenem kein schlechter Schüler. Er brachte ordentliche Noten nach Hause. Die Lehrer lobten ihn. Eigentlich mochte er die Schule sogar, da er dort nicht so gedemütigt wurde wie er es von zu Hause gewohnt war. Er bekam eine neue Identität, die ihm bedeutend besser gefiel, als die des Taugenichts in den eigenen 4 Wänden. Je älter Nenem wurde, desto mehr wurde ihm klar, dass er sein Zuhause nur noch zum Essen und Schlafen brauchte. Er zog viel lieber durch die Strassen, teilte Skateboard und Fahrrad mit seinen neuen Freunden und spielte Fußball. Und das sogar recht gut.

    Die Jahre vergingen.

    Das Jugendalter und die Pubertät begannen seinen Körper und Geist zu verändern. Mädchen spielte keine allzu wichtige Rolle in seinem damaligen Umkreis. Dazu war Nenem einfach zu scheu. Seine Mutter hatte ihm nie das dazu gehörige Selbstbewusstsein vermittelt. Das Gegenteil war der Fall. Er war und blieb unnütz für seine Familie. Irgendwann kam es dazu, dass eine Kippe die Runde machte. Nenem war damals 14. Kein Problem – jeder Jugendliche probierte in diesem Alter neue Dinge aus. Seine Clique traf sich von nun an regelmäßig, um abends im Dunkeln hinter einer der Strandbaracken gemeinsam zu rauchen. Nenem war glücklich. Er hatte es geschafft sich unbewusst in die Gesellschaft zu integrieren. Die Frage, wo die Zigaretten herkamen, stellte er sich dabei nie. Bis zu dem Tag, als seine Kumpels ihn damit konfrontierten:

    „Nenem, du bist dran! Du kannst nicht immer nur schlauchen. Morgen bringst du eine Schachtel mit! Okay?“.

    Nenem nickte - ohne allerdings zu wissen, wie er die Zigaretten besorgen sollte. Geld hatte er keins. An Arbeit hatte er bisher nie gedacht. Geld leihen war im Kreise seiner Familie unmöglich, da alle wussten, dass er es nie zurückzahlen würde und könnte. Aber seine Freunde wollte er wegen ein paar läppischen Zigaretten auch nicht verlieren. Eine schnelle Lösung musste her.

    Im Supermarkt Zigaretten zu klauen, war so gut wie unmöglich, da sie entweder in einem durchsichtigen Plastikkasten verschlossen waren oder direkt an der Kasse unter der Aufsicht der Kassiererin standen. Es blieb nur seine Mutter. Er musste seine eigene Mutter, die ihr weniges Geld in Zigaretten investierte, beklauen. Allein die Vorstellung ließ ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Doch was blieb ihm übrig? Auf die Schnelle gab es keine bessere Lösung. Und was hatte er schon zu verlieren?

    Gesagt - getan, doch sein ungutes Gefühl ließ in ihm keine Zweifel auf, dass es keine Dauerlösung sein konnte. Er musste anders an seine Zigaretten, sprich an GELD, kommen.

    „Siehst du, es klappt doch, Nenem!“ hüstelte sein Kumpel Pedro ihm ins Gesicht. Nenem lachte etwas verlegen. Es war das erste mal in seinem Leben, dass er ein Delikt begangen hatte, auch wenn es nur ein Kavaliersdelikt war. Die Frage, die ihn jetzt quälte, war, wie es weitergehen sollte? Er konnte seine Mutter nicht ewig Zigaretten stehlen ohne dass sie etwas davon merkte. Eine andere Quelle musste her.

    Nenem wandte sich wieder an Pedro. Pedro wohnte gleich bei ihm um die Ecke und so fuhren sie oft gemeinsam mit ihren Fahrrädern zum Strand, wo sie sich mit den anderen Jungs trafen. Als sie auf dem Heimweg waren und die Jungs einer nach dem anderen in die Strassen und Gassen ihrer Viertel abbogen, stellte Nenem die Frage, die ihn seit Stunden belastete. „Pedro, wo bekommst du deine Zigaretten her?“

    „Ganz einfach Nenem, helfe den Leuten für ein kleines Geld. Frage deine Nachbarn, ob du irgendwelche Arbeiten für sie erledigen kannst. Geh für sie zur Post, trage ihre Einkäufe nach Hause, streiche ein Zimmer oder repariere einen Wasserhahn. Verlange 5 R$ oder nimm einfach, was sie dir geben. So hast du immer etwas Geld!“

    Das war genial, dachte Nenem. Wenn er sich auf diese Art nur 10 R$ in der Woche verdienen würde, könnte mindestens 8 Schachteln Zigaretten pro Woche kaufen. Das war weitaus mehr als er benötigte. Er würde sogar Geld übrig haben. Doch nicht allzu lange ...




    Fortsetzung folgt ...
    Geändert von Lemi (8. September 2010 um 14:34 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  4. #166
    Moderator
    Themenstarter

    Registriert seit
    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    1.633

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    Nicht nur sein Körper entwickelte sich in diesem Alter rasant weiter, sondern auch seine Wünsche. Markenschuhe von Adidas mussten her und Jeans, die gerade in Mode waren. Der Oberkörper blieb hingegen frei. Das an einem dünnen weißen Faden aufgehangene Abbild der Maria, welches an seinem Hals hing und zeigte, dass seine Eltern ihn katholisch getauft hatten, wurde durch einen schwarzen Lederriemen ersetzt. Eine kleine, aber durchaus nicht unbedeutende Veränderung begann seinen Lauf zu nehmen... die Zigaretten wurden selber gedreht und mit einem Stoff angereichert, der Nenem in seinem Selbstbewusstsein noch weiter beflügeln sollte: Marihuana.

    Mit 15 Jahren rauchte Nenem seinen ersten Joint und begab sich von nun an dauerhaft in die Illegalität. Die Welt der (vorläufig noch leichten) Drogen hatte ihn erfasst. Sie umschlang den in seiner Kindheit so missgebilligten Jungen mit all ihrer Kraft.

    Und auch daran fand Nenem Gefallen. Er war immer noch mit den gleichen Freunden zusammen und hatte Spaß. Mehr und mehr entdeckte er die Lebensfreude abseits seiner Familie. Er genoss es, durch die Droge in gehobene Stimmung versetzt zu werden. Selbst seine rehähnliche Menschenscheue legte er kurzzeitig ab, wenn der Rauch der Hanfblüte über die Lungen in seine Blutbahn gelang. Zum ersten Mal im Leben traute er sich ein Mädchen anzusprechen und erfuhr auch gleich, wie es war, eine Abfuhr zu bekommen. Nenem war es von zu Hause gewöhnt. Neue Gelegenheiten sollten kommen ...

    Seine Mutter, die selber Raucherin war, bemerkte nichts von Nenems neuer Leidenschaft. Solange er einigermaßen gute Schulergebnisse nach Hause brachte und keine Beschwerden aus der Schule oder Nachbarschaft kamen, ließ sie ihn in Ruhe.

    Ruhe für ihn bedeutete schließlich auch Ruhe für sie.

    Auf Nenem war Verlass. In die Schule ging er nach wie vor jeden Tag und ohne große Bemühungen schaffte er es, ein weiteres Mal in die nächste Klasse versetzt zu werden - auch mit einer leichten Droge im Blut, deren Spuren sich langsam in Nenems Gehirn einfraßen. Niemand machte sich Sorgen.

    Als mir Rosa ihre Erinnerungen aus Nenems Kindheit und Jugend erzählte - Nenem selber konnte sich in seinem mittlerweile extrem fortgeschrittenen Suchtstadium an überhaupt nichts mehr erinnern - spürte ich Wehmut aufkommen, so als wollte sie mir sagen:

    „Aus Nenem hätte etwas Vernünftiges werden können, wenn...“

    Ich ließ sie den Satz nicht aussprechen, denn sie hätte nicht nur die Droge als Schuldigen an den Pranger stellen müssen, sondern auch ihre Mutter. Sie und ihr mittlerweile seit Ewigkeiten verstorbener Mann haben Nenem zum ungewünschten Überbleibsel, dem Stein im Schuh, degradiert. Er wehrte sich nun dagegen. Seine zur Verfügung stehenden Mittel waren bescheiden. Aber er hatte es geschafft, sich eigenständig wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Doch zu welch einem Preis!?

    Genau das war die entscheidende Frage. Nenem begann unbewusst seine Familie in sein persönliches Verderben reinzuziehen. Illegale Drogen hatten ihren Preis. Und der lag weitaus höher als der von handelsüblichen Zigaretten. Wieder kam Nenem in das gleiche Dilemma, wie schon damals, als die Jungs ihm am Strand dazu drängten seinen Beitrag zu leisten. Doch seine Geschäfte liefen alles andere als gut. 10 R$ pro Woche zu verdienen, war immer noch ein Traum, eine absolute Seltenheit. Wenn Nenem mal 5 R$ in der Tasche hatte, war er glücklich. Ein Strahlen überkam sein Gesicht, denn er wusste, dass er mit diesen 5 R$ ein Tütchen des Duftstoffes mit der für ihn so belebenden Nebenwirkung kaufen konnte. Nenem zögerte keine Minute. Den Verkäufer kannte er schon lange. Ein ausgemachtes Klopfzeichen an dem Blechschild seiner Haustür und schon nahm der Austausch Ware gegen Geld völlig wortlos seinen Gang. Nenem durchströmte ein leichtes Glücksgefühl – dem Händler ging es sicher nicht anders, als er das leicht verdiente Geld in der Hosentasche verschwinden ließ.

    Nenems Freizeitbeschäftigungen wandelten und vervielfältigten sich. Doch sie hatten alle dasselbe Ziel: Geld für den Drogenkauf zu besorgen. Er fing an Blechdosen zu sammeln und beim Altstoffhandel zu verkaufen. Doch das Geschäft war mühselig. 65 Dosen ergaben ein Kilo Blech und das brachte ihm gerade mal 1,50 R$. Das war einfach zu wenig. Neue Ideen mussten her. Er fing an Schrott zu sammeln. Der lag überall herum und musste nur eingesammelt werden. Auch aus stillgelegten, am Straßenrand abgestellten Autos, ließen sich Blechteile abschrauben. Zum Transport fertigte er sich einen aus Holzresten zusammengeschusterten Karren an, den er selber hinter sich her zog. Zum ersten Mal arbeitete Nenem körperlich. Das Fett in seinen Armen, Hüften und Bauch trocknete aus. Sehnige Muskeln begannen sich zu formen. Mühsam erarbeitete er sich das Geld, um seiner neuen Leidenschaft frönen zu können: Marihuana rauchen.

    Nenem fing an, sich mit edleren Metallen zu beschäftigen. Stromkabel enthielten Kupfer, welches höhere Erträge brachte. Doch wo fand man alte Stromkabel? Der Markt war wie leergefegt. Einzig und allein der Blick nach oben bot eine Lösung, wenn auch keine sehr praktikable, denn die Kabel waren „noch“ stromführend ... In der wirren Kabelführung durch die Gassen seines Stadtbezirks, den er mittlerweile in- und auswendig kannte, würden ein paar fehlende Leitungen nicht groß auffallen. Und nachts, wenn Nenem und sein neuer Kumpel Pedro „arbeiteten“, würde bestimmt kein Mitarbeiter des Stromwerks auch nur einen Fuß in das als nicht gerade sehr sicher geltende Stadtviertel setzen.
    Auch Aluminium war hochwertiger als Eisen. Doch es war genau so schwierig auf der Strasse zu finden wie Kupfer. Oder sollte Nenem etwa Mães alte Alukochtöpfe zum Schrotthändler bringen? Nein, die konnte man auch so gut verkaufen. Das Stück für 5 R$ war ein Schnäppchen für den Käufer und ein Päckchen Stoff für ihn. Gedacht – getan.

    Das Geschäft mit den „Altmetallen“ florierte und Nenem bekam die Kohle zusammen, um die Tütchen zu besorgen, die er an den lauen Abenden der Kleinstadt am östlichsten Punkts Brasiliens, nur wenige Grad südlich des Äquators, gemeinsam mit seinen Freunden in Form von selbstgedrehten Joints in sich hereinsog.

    „Das Leben konnte so herrlich sein.“, war seine Gedanke dabei. Nenem nahm einen kraftvollen Zug und reichte den Joint weiter. Als er den süßlich riechenden Qualm durch seine Nüstern wieder ausstieß, fühlte er sich mächtig. Er hatte es aus eigener Kraft geschafft ausreichend Geld zu besorgen, um für ein paar Stunden aus der monotonen und primitiven Welt seiner Armensiedlung auszubrechen. Er war jetzt seinen Brüdern und Schwestern einen Schritt voraus. Zumindest fühlte er sich so...




    Fortsetzung folgt ....
    Geändert von Lemi (9. September 2010 um 13:23 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  5. #167
    Moderator
    Themenstarter

    Registriert seit
    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    1.633

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    In seinem Glücksrausch lehnte er sich an Shirley und umarmte sie fast zärtlich. Shirley wehrte sich nicht wirklich ...

    Shirley war 16. Doch ihr Alter täuschte. Nicht nur rein körperlich war sie bereits vollreif, auch ihre sexuellen Erfahrungen entsprachen nicht dem, was man von einem Mädchen im pubertären Stadium erwartete. Ihr runder Busen ging bereits durch viele Hände und mit ihrem scheinbar kleinen Mund machte sie Dinge, die die Begierden der Männer vollends befriedigten. Ihre Entjungferung hatte bereits im zarten Alter von 13 Jahren stattgefunden. Damals fand sie Sex noch romantisch. Mittlerweile war es ein Geschäft für sie geworden.

    Shirley war eine Gelegenheitsprostituierte.

    Sie lieh ihren Körper aber nicht, um sich ein schönes Leben zu gönnen – nein – sie wollte Kokain, immer und immer wieder. Ihre Freier mussten ihr das weiße Pulver bringen. Sonst lief nichts. Shirley fickte nur zugedröhnt. Kokain betäubte nicht nur ihre körperlichen Schmerzen, die ihr die des öfteren brutalen Kinderschänder zufügten, sondern auch ihr mentales Leiden, nie wieder eine zum Heiraten und Kinder kriegen begehrte Frau zu sein. Ihrer Freier schlugen auf sie ein, wenn sie nicht gehorchte. Sie drückten auf ihren Hinterkopf, damit sie ihre Schwänze bis zum Anschlag schluckte bis ihr dem Ersticken nahe das Kotzen kam. Als sie von hinten genommen wurde, zogen sie an ihren Haaren bis ihr erregter Penis in Shirleys Arsch verschwand. Es tat weh, aber brachte ihr 20 R$ extra.

    Eine weiße Linie, ein Strohhalm, schnief und los ging’s.

    Nenem wusste von all dem nichts. Shirley war für ihn noch ein unbeschriebenes Blatt. Doch kaum hatte er seinen Arm um sie gelegt, kam mechanisch ihr üblicher Spruch:

    „Tu tem pó?“

    „Zu teuer“, war Nenems Antwort.
    „Bin ich dir das nicht wert?“
    „Verlangst du etwa Geld fürs Vögeln?“
    „Wie kommst du denn darauf? Ich will nur Pó. Bin doch keine Prostituierte!“
    „Wenn ich dir welchen besorge, gehst du dann mit mir ins Dunkle?“

    Shirley schmiegte sich mit ihrem Lockenkopf an Nenems Schulter. „Wenn du mir Pó besorgst, mache ich alles, was du dir vorstellen kannst.“

    Nenem, der noch nie in seinem Leben Sex hatte, wurde jetzt hellhörig. Seine Fantasien überschlugen sich. Er hatte keine Ahnung wie Sex war, sah es immer nur in Pornofilmen oder hörte es von Freunden, die von ihren Jagdzügen berichtet hatten. Seiner Meinung nach wäre es gar nicht so schlecht, wenn er beim ersten Mal an ein erfahrenes Mädchen geraten würde. Shirley schien für ihn wie dafür gemacht zu sein. Sie war hübsch, willig und erfahren. Die einzige Bedingung war eine Tüte Kokain.

    Ein Tag später klopfte Nenem das bekannte Zeichen an die Blechtür des Grasverkäufers. „Hast du Kokain?“
    „Klar, ich besorg dir alles, was du brauchst. Aber warum kommst du um Gottes Willen so früh am Morgen?“ tönte es mit Schlaf belegter Stimme durch das Tor.
    „Wieviel kostet das Gramm?“
    „Zwanzig“
    „Oh meu Deus!“ ... stöhnte Nenem, bevor er abzog.

    War es das wirklich wert?, dachte Nenem. Natürlich war es das. Er würde endlich Sex haben und könnte dann vor seinen Freunden herumprahlen. Mit 16 war er mehr als überfällig, denn die meisten seiner Kumpels hatten bereits eine Frau gevögelt, meist ein Nutte aus dem Rotlichtviertel in der „Rua da Areia“. Ob das, was sie erzählten, wirklich wahr war, würde er in Kürze am eigenen Leib spüren. Eine Spannung baute sich in Nenem auf, die nur durch die fehlenden 20 R$ ausgebremst wurde. Wieder mal musste eine schnelle Lösung her. Er war erregt und redete sich ein, dass Shirley jeden Tag ihre Meinung ändern und ihm eine Abfuhr erteilen könnte. Dieses Risiko wollte er keinesfalls eingehen.

    Kurzerhand entschloss sich Nenem, seine noch recht ansehnlichen Sportschuhe zu verkaufen. Wieder ging er zu seinem Traficante und bot sie ihm feil.
    „Zeig mal her!“, befahl er in einem scharfen Ton.
    „Hier ... sie haben 150 R$ gekostet“
    „Ich gebe dir 20.“
    „Das ist zu wenig.“
    „Entweder 20 oder gar nichts!“
    „Ich will wenigstens 40.“
    „Wie soll ich denn diese stinkenden Treter für 40 loswerden? Ich gebe dir 20, nicht mehr.“

    Nenem war niedergeschlagen. Er fühlte sich übers Ohr gehauen. Zu Hause würde er erzählen müssen, dass ihm die Schuhe geklaut worden sind. Er würde Schelte bekommen, aber das juckte ihn nicht. Eine Zeit lang würde er in Badeschlappen in die Schule und zum Treffpunkt an der Strandbaracke gehen müssen. Er konnte sich jetzt schon das Gelächter vorstellen. „Nenem hat seine Schuhe vervögelt!“ Doch er wollte nicht schon wieder der Nachzügler sein. Und so ging er den Deal ein. Er tauschte seine Adidas-Schuhe gegen eine Tüte weißes Pulver ein, dass ihm Eintritt in die Welt des Sexes gewährleisten sollte. Die Niedergeschlagenheit wich dem Stolz.
    Geändert von Lemi (13. September 2010 um 17:38 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


  6. #168
    Moderator
    Themenstarter

    Registriert seit
    28.10.2003
    Ort
    Belo Horizonte
    Beiträge
    1.633

    Standard AW: Zurück in Sepetiba - Teil 2

    Die Nacht mit Shirley


    Wir sitzen uns gegenüber,
    Und du fragst wie es nun weitergeht.
    Wollen wir über Liebe reden?
    Woran denkst du, wenn du davon sprichst?
    An Kerzenlicht und einen Mond der scheint,
    Hell, sanft und schön
    An Lachen und an Fröhlichkeit
    Und an Hand in Hand gehen.
    Oder an Schläge, Blutergüsse
    Aufgeplatzte Lippen und Schläfen
    Denkst du an Himmel oder Hölle
    An Fliegen oder Fussboden-Kriechen.

    Aus „Teil von mir“, DTH

    Diesen Abend fuhr Nenem schon etwas eher an die Strandbaracke, die schon seit Wochen außer Betrieb war. Sicherlich hatte der alte Besitzer bessere Geschäfte erwartet, doch João Pessoa war trotz seiner schönen Strände noch kein Urlaubsziel, welches sich in der Saison mit Menschen aus dem ganzen Land füllte. Die Baracke war verlassen, dunkel und verbarrikadiert – ein idealer Treff für die Jungs und Mädels aus dem Favela-Viertel.
    Nenem war angespannt. Doch nicht nur wegen seinem ersten Mal ... nein, er hatte Angst, denn er wusste nicht, was mit ihm passieren würde, wenn die Bullen ihn mit dem Tütchen weißen Pulvers schnappen würden!? Als Minderjähriger würde er zwar nicht in den Knast kommen, aber die Jugendhaftanstalt, die FEBEM, war auch nicht viel besser. Sie war die Basis zu einer perfekten Verbrecherkarriere. Doch dazu hatte er nun wirklich keine Lust.
    Nach und nach trafen seine Kumpels ein und machten sich natürlich über das frühe Kommen Nenems lustig. Hoffentlich kam er bei Shirley nicht auch so früh ...

    Der Abend nahm seinen üblichen Lauf. Der Joint machte die Runde, man erzählte sich Geschichten und lachte. Irgendwann, schon ziemlich spät, traf Shirley und zwei ihrer gleichaltrigen Freundinnen ein. Ihr Blick ging sofort zu Nenem. „Hast du den Stoff dabei?“, war ihre eindringliche Frage. Nenem lächelte, blieb cool und zog kurz das Tütchen aus seiner Hosentasche. Shirley war zufrieden und fackelte nicht lange. „Lass uns gehen ...“
    Sie packte Nenem an der Hand und zog ihn in Richtung einer kleinen Palmeninsel. Der Müll des vergangenen Tages, meist leere Kokosnussschalen, stapelte sich in einer Ecke. Shirley suchte in dem Gewirr nach einem Strohhalm, was nicht allzu schwierig war. Dann streckte sie ihren Arm zu Nenem aus.

    „Mache eine Linie!“, kam kalt aus ihrem eigentlich so sinnlich anmutenden Mund. Dabei blickte sie auf ihren Arm. Nenem gehorchte, öffnete das Tütchen und verteilte das weiße Pulver in Form einer Linie auf Shirleys Unterarmrücken. Sie packte ihr Trinkstäbchen und nahm einen kräftigen Zug durch ihre Nase. Anschließend reichte sie das Röhrchen an den erstaunt blickenden Nenem.

    „Nimmst du nichts?“

    Ohne eine Chance überhaupt nachdenken zu können, nahm Nenem einen Zug durch Shirleys Strohhalm. Sie teilten sich die Linie.

    „Lass uns hinlegen und in die Sterne schauen, Nenem.“, kam es schon fast romantisch aus Shirleys Mund. Doch in Wirklichkeit wollte sie nur die Wirkung der Droge abwarten. Am Firmament erschienen Dinge, die Nenem noch nie dort gesehen hatte. Es war die nackte Shirley, die nach ihm begehrte. Wahrheit und Traumwelt vermischten sich. Er drehte sich nun zu ihr und küsste ihren Busen. Shirley führte seine Hand in ihren Schambereich. Auch sie zögerte nicht lange und griff in die Vollen und machte sich nun hemmungslos über ihn her ...

    Aus Nenem wurde in dieser Nacht ein Mann. Von nun an sah er die Welt, vor allem die Damenwelt, mit anderen Augen. Shirley war eine Zauberin für ihn. Es war aber nicht nur Shirley, die ihn verzaubert hatte. Die Droge, die sehr schnell wirkte und einen bedeutend stärkeren Effekt erzeugte, als er es je erlebt hatte, erhob ihn ein völlig unbekanntes spirituelles Stadium. Er schien zu schweben, dahinzugleiten und fühlte sich plötzlich mächtig. Doch in Wirklichkeit befand er sich nur in einem Delirium als Folge einer Überreaktion seines zentralen Nervensystems, die sein Bewusstsein störte. Sein gesamter Glückszustand war nicht mehr als eine Täuschung. Die Droge verarschte das Gehirn und gaukelte ihm Freude vor, die sich mit nachlassender Wirkung in eine Depression umwandeln würde. Doch Nenem wusste von all dem natürlich nichts.

    Fortsetzung folgt ...
    Geändert von Lemi (16. September 2010 um 13:36 Uhr)
    Man sieht sich,
    in der Unterschicht.


 

 

Ähnliche Themen

  1. Neues aus Sepetiba
    Von Lemi im Forum Insidertipps
    Antworten: 288
    Letzter Beitrag: 18. September 2011, 11:35
  2. Umzug 2.Teil
    Von Christian.Thiessen im Forum Ankündigungen zum Forum
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 7. June 2007, 19:57
  3. Brasilien, 36. Spieltag 1.Teil
    Von brasilmen im Forum Sport - Esporte
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 3. November 2005, 06:49
  4. Reise durch Alagoas: Teil 1 + Teil 2 (NEU)
    Von Lemi im Forum Reise nach Brasilien
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 11. September 2004, 10:32
  5. Einfuhrsteuer Umzugsgüter, Teil II
    Von Floriano im Forum Behördengänge - Oficial
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 17. June 2004, 19:48

Forumregeln

  • Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
  • Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
  • Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.
  •