Hallo,
ich bin seit 1 1/2 Jahren mit einer Brasilianerin verheiratet, wir wohnen in einem kleinen Dorf (750 Einwohner), sie hat ihren Sohn (15) mitgebracht und ich habe einen Sohn aus erster Ehe (fast acht). Meine Frau hat nur brasilianische Freundinnen, davon nicht zu knapp und Gott sei Dank habe ich sie alle "für gut befunden". Obwohl ich bei ihrer ersten Freundin schon dachte, "nein bitte nicht, die ist keine gute Gesellschaft". Aber das hat sich dann schnell erledigt. Ja, es gibt Frauen, die sind zwar irgendwie vulgär aber auch anständig gleichzeitig. Was man nicht so alles an Mischungen kennenlernt im Leben.
Meine Frau kann sich zwar mit deutschen Frauen unterhalten, aber sie wird nicht mit ihnen warm. Eine Nachbarin ungefähr im gleichen Alter hält viel von meiner Frau, obwohl diese relativ unattraktiv ist und eigentlich neidisch sein müsste auf die Modelmaße meiner Frau.Aber das Problem ist (auch für mich) diese prüfenden Blicke unserer deutschen Landsleute. Man wird ständig beurteilt, vor allen Dingen, wie sich ihre Deutschkenntnisse entwickeln und das nervt mich mittlerweile auch. Ich rede fast nur Portugiesisch mit ihr. Mit dem Sohn, der hier noch zur Schule geht, allerdings immer mehr Deutsch. Und ich finde, es ist unsere Privatangelegenheit. Aber da ist dieser Konformitätszwang. Man muss sich hier anpassen, sonst gehört man nicht dazu.
Ich mag aber ihre Freundinnen und ihre entweder brasilianischen oder deutschen Männer. Und jetzt bin ich noch gar nicht dazu gekommen, was ich eigentlich sagen wollte: Dass eine Brasilianerin in Deutschland ungefähr so schwierig zu halten ist wie eine Tropfenpflanze in unseren Breitengraden. Man muss sehr viel richtig machen und kann sehr viel falsch machen. Das hat nichts mit Unterwerfung zu tun sondern viel mit Klugheit und Einsicht, dass "unsere" Gesellschaft bei genauerer Betrachtung eben auch kein Vorbild sein kann (demografische Entwicklung, Individualismus, fehlende Sozialkontakte). Wenn ich nicht wesentlich gelassener und geduldiger geworden wäre, wären wir nicht mehr zusammen.
Ich bin froh, dass meine Brasilianerin fünf Jahre in Portugal unabhängig gelebt hat, zeitweise sogar illegal, so dass sie weiß, worauf es im Leben ankommt und das man nichts geschenkt kriegt. Wir haben vor vier Wochen eine gemeinsame Tochter bekommen. Ihre Schwiegermutter ist für vier Monate bei uns und unterstützt uns und nächstes Jahr möchte sie beruflich was gastronomisches machen, mit guten Freunden und ihrer Berufserfahrung und ihrem unbändigem Selbstvertrauen. Sie ist stärker als ich. Das muss sie auch sein, weil ich ein extremer Typ der Ausprägung "Richtig-Falsch-Denken" bin. Aber sie ist eine der ganz wenigen Frauen, die ich überhaupt als Partnerin auf Dauer akzeptiere. Weil ich Respekt vor ihr habe, den ich nicht aufgeben werde. Weil ich sie von ganzem Herzen liebe. So wie sie ist.



10Danke
Aber das Problem ist (auch für mich) diese prüfenden Blicke unserer deutschen Landsleute. Man wird ständig beurteilt, vor allen Dingen, wie sich ihre Deutschkenntnisse entwickeln und das nervt mich mittlerweile auch. Ich rede fast nur Portugiesisch mit ihr. Mit dem Sohn, der hier noch zur Schule geht, allerdings immer mehr Deutsch. Und ich finde, es ist unsere Privatangelegenheit. Aber da ist dieser Konformitätszwang. Man muss sich hier anpassen, sonst gehört man nicht dazu.
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Mit vielen Brasilianerinnen hier würde meine Frau auch in Brasilien keinen Kontakt pflegen
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