Hallo Nick,
dass Du nach einem Jahr weißt, wovon Du redest, das glaube ich Dir sofort! Ich gebe auch gerne zu, dass ich mich gerade mittem im "Kulturschock-Valley" befinde, und so langsam geht es wieder bergauf... man gewöhnt sich ja interessanterweise recht schnell an die Zustände.
Trotzdem: Was ich an Inkompetenz, Lahmarschigkeit, nicht vorhandener Rechtssicherheit und Gleichgültigkeit (sogar bei Anwälten, deren Klient ich war!) erlebt habe, das konnte ich mir vor der Auswanderung in meinen finstersten Träumen nicht vorstellen. Und obwohl ich schon 5 Jahre lang Brasilien mehrmals im Jahr bereist hatte, konnte ich die Ausmaße zuvor nicht erkennen, und (u.a. auch hier lange lebende europäische) Freunde haben mich nicht davor gewarnt.
Ich war auch für 2 Wochen zurück in Deutschland, und habe auch die miesepetrigen Gesichter und das Wetter wieder- und mit leicht anderem Blick gesehen, aber abgesehen davon gibt es da für das tägliche Leben einige Vorteile dort...
Man muss sich ganz sicher die Zustände hier schön reden, womit ich erst vor 6 Wochen wirklich angefangen habe. Seit dem geht es ja auch wieder bergauf, aus dem Kulturschocktal... Selbstsuggestion und Caipirinha sei Dank. Auch auf meinen Container und meine persönlichen Dinge freue ich mich schon sehr.
Sorry Nick, dass ich Dein wohl gemeintes Posting als Ablassventil benutzt habe. Aber bevor man selbst "brasilienbetriebsblind" wird, nützt es evtl. doch noch anderen Auswanderungswilligen als freundliche Vorabanmerkung.
LG,
Erik



2Danke
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