Hallo allerseits,
ich habe mal eine Frage: Kann mir hier jemand beschreiben, welche Bedeutung der Candomblé-Kult in Brasilien auf den Ebenen Politik, Gesellschaft, Kultur und vielleicht auch Religion hat?
So wie ich es verstanden habe, hat der Candomblé sein Zentrum ja v.a. in Salvador bzw. eben in Bahia, und wird vor allem von Menschen mit afrikanischen Wurzeln zelebriert. Diese sind trotzdem häufig außerdem katholisch getauft und gehören damit quasi beiden Religionen an, wenn man so will. Und viele Leute (auch weiße), die nicht initiiert sind bzw. in sonstiger Form offiziell Anhänger des Kults, tragen trotzdem freitags und an Silvester weiß, besuchen terreiros, um die mae-de-santo um Rat zu fragen (jogo de búzios!) und gehen an Silvester zum Strand, um Iemanjá zu opfern...
Wie also kann man das erklären? Nur um die Aufrechterhaltung bzw. Erinnerung an afrikanische Wurzeln kann es nicht gehen. Aus meiner Sicht (ich war noch nie in Brasilien) scheinen die terreiros auch nicht zu missionieren. Ist es das integrative Element und die Betonung der Wichtigkeit des Hier&Jetzt (gegenüber dem ewigen Leben nach dem Tod im Christentum), das diesen Kult/diese Religion so omnipräsent macht?
Für Antworten, Mutmaßungen, Erfahrungen wäre ich sehr dankbar! =)
Abraco




