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Freut mich daß die Diskussion so sachlich läuft
@Lemi:
ich würde kein tolles Haus kaufen und auch nur dann wenn wir später wirklich wieder so 5-6 Monate im Jahr in Brasilien leben würden, wie schon bisher 3 mal (ohne die Zeit ab 2007). Ansonsten hast Du Recht, Urlaubsimmobilien binden zuviel Kapital. Unseres würde aber nur ein kleines Häusle, das kann man um 50000 R$ bauen. Natürlich kann man das auch verschieben bis man es braucht, aber ob ich dann noch Lust habe den Ärger mit dem Bauen auf mich zu nehmen weis ich nicht.
Da das Thema Genug von Brasilien heißt, hab ich die positiven Punkte weggelassen. Meine Nichte hat auch so eine Meinung von den Baianos, wir wohnen aber im nächsten Staat SE, dort ist aber die Mentalität nicht sehr verschieden.
Die Leute im Hinterland finde ich auf Reisen auch manchmal interessant, ob das dann so bleibt wenn man dort wohnt ist die Frage. Die Mentalität hängt sicher davon ab wie jemand aufgewachsen ist, ob durch eigene HÄnde Arbeit oder nicht. Mein Vermieter stammt aus so einer FAmilie die eigentlich eine eigene Siedlung darstellte. Er ist sehr umgänglich und wir sind uns schnell einig geworden.
Die Küche in Minas würde ich auch der hiesigen vorziehen, trotzdem hat die Hausmannskost in Brasilien den Ursprung im satt werden, möglichst viel Kalorien und der Bauch ist voll, eine leichte Küche die bei der Hitze besser wäre gibt es glaube ich nirgends in Brasilien. Eßt mal die kleinen Gerichte in Asien, da ist man auch satt, liegt aber nicht wie ein Käfer auf dem Rücken weil der Bauch platzt.
In Floripa spielte das Thema Sicherheit für mich auch keine Rolle, für die Einheimischen aber schon, ist alles relativ, die Schweizer schimpfen auch über die Kriminellen, dabei wissen sie gar nicht was das bedeutet.
Quote Lemi
>Unter dem Aspekt deiner 19-punktigen Liste rate ich dir so schnell wie möglich aus Brasilien auszusiedeln. Alles andere macht deinen Aufenthalt hier nur zur >Farce. Im Kopf bist du überhaupt nicht mehr bereit hier zu leben.
Man sollte sich selbst nicht belügen. Ich bin keiner der immer tudo ottimo, beleza sagt, sondern die Dinge beim Namen nennt. Ich will auch nicht komplett ausschließen, daß wir später mal wieder in Brasilien leben, aber zur Zeit ist bei mir die Stimmung eher dagegen. Meiner älteren Tochter gefiel von den 5 Orten an denen wir bisher lebten Floripa und Deutschland am besten. Und ich denke wenn ich jetzt nicht mal 5 Jahre Deutschland einbaue, wird das nichts mit der Sprache und Annahme einer anderen Kultur.
Ein Punkt ist auch, daß ich in Brasilien nicht arbeite (und das auch in Zukunft nicht will) sondern ab und zu irgendwo auf der Welt, evtl. auch in Deutschland.
An das Paradies glaub ich nicht, hab mal die Bibel gelesen und da wurden Adam und Eva gegängelt und angelogen, als sie mal was verbotenes aßen wurden sie rausgeschmissen....das ist doch nichts wovon man träumt ?
Daß Deutschland eine Servicewüste ist stimmt, allerdings nur wenn man sie mit USA vergleicht. In Brasilien bringen sie vielleicht Gas Wasser und Bier ins Haus, aber den Rest kannste vergessen. Meine Schwägerin bestellte den Mechaniker für die Waschmaschine, der kam nicht, sie saß aber den ganzen Tag zuhause und wartete. Als sie einen anderen bestellte, der dann auch kam, sagte der, sowas kann er nicht reparieren. Werkzeug hatte der auch fast keines.
Ich bin in Reparaturen selfmademan, das brauch ich wenn ich in Afrika arbeite, also in D oder BR spielt das für mich keine Rolle.
In D gibt es in der Zwischenzeit genügend Bäckereien die Sonntag vormittags auf haben und nicht nur geschmacklose Brötchen verkaufen. Die Möglichkeit bis 22 Uhr den Laden aufzulassen gab es doch in D auch, die Leute nahmen das aber gar nicht an und deshalb wurde wieder auf 20 Uhr reduziert. Für mich reicht das allemal und am Sonntag bin ich froh wenn meine Frau mich nicht ins shopping schleppen kann.
@gringo
Du siehst das wie ich, Schulprobleme wird es sicher in D auch mal geben, aber ich hab mich da auch durchgeschlagen, im wahren Sinne des Wortes, denn in der ersten Klasse 1966 wurde ich von einem Drittklässler ständig gehänselt, bis ich ihn mal auf den Boden gerissen und mit dem Kopf auf den Asphalt geschlagen habe, danach mußte ich mich nie mehr körperlich wehren und hatte meine Ruhe.
Die Bürokratie in D ist sicherlich auch manchmal schlimm, so konnten wir einmal unsere Tochter nicht sofort in den Kindergarten schicken, da die Tussi vom Rathaus die Rechnungen für den Monat schon verschickt hatte und nicht extra noch eine erstellen wollte, vom Kindergarten hatten wir eine Zusage....naja ich sage nicht daß in Deutschland alles Zucker ist.
Die Art wie sich die Deutschen und Schweizer von ihren Beamten ärgern lassen ist schon unglaublich, besonders dieser Sprachtest für Familiennachzug ist ein Unding, verfassungswidrig und trotzdem wird er durchgesetzt. Ich hab aber genug Erfahrung mit Bestimmungen und Gesetzen auszulegen () um mein Ziel zu erreichen. Schlimmer finde ich noch die Typen die ständig andere Zur Ordnung anhalten. Es gab in dem Haus wo ich wohnte einen Hausmeister, der hat besonders den Ausländern damit gedroht, sie müßten Strafe zahlen wenn sie bei rot an der Garageneinfahrt nicht anhalten.....sowas gibts in Brasilien natürlich nicht, aber in Rio hatte ich auch einen Trottel in der guarita des condo..der wollte mal einen Freund meiner Frau nicht zu uns reinlassen weil der schwarz war.
In Deutschland äußerte sich besagter Hausmeister mal abfällig über meine Frau (eine abfällige Bemerkung mit Negerin, obwohl sie eigentlich ja morena ist), da hab ich ihn an die Wand gedrückt und gefragt ob ich ihm die Zähne einschlagen soll, danach ging er uns aus dem Weg. So ein Typ wie früher die Blockwarte unter Hitler...aber mit denen kann ich umgehen.
Das Finanzamt in Deutschland ist auch nicht mein Freund, hab meines schon mal verklagt und Recht bekommen. Und seither gilt bei mir der Spruch eines Argentiniers: wenn man zu ehrlich ist, geht man pleite !
@surfistas
da ich wenig auf Dienstleistungen aus bin genügt mir das Angebot in Deutschland, das ist doch die Konsequenz, wenn alle wirklich für Dienstleistungen bezahlen wollten dann gäbe es sie. Und wenn mir ein flanelinho auf mein Auto aufpaßt, dann zahl ich ihn doch auch nur, damit ich nachher keine Kratzer im Lack habe.
Abgesehen davon, dass man ja selber was zubereiten kann, gibt es hier eine Riesenauswahl an Selfservice Restaurants, mit wirklich reichhaltiger Auswahl an Salaten, gegrilltem Huhn, Fleisch oder Fisch oder mit asiatischer Kueche und noch viele Restaurants, wo man einen gemischten Salat mit ... oder ein Carpaccio essen kann. Der Brasilianer an sichliebt aber tatsaechlich seine Riesenteller mit arroz feijão und charque. Muss ich aber nicht essen.
Da hast Du Recht. Wer mit 2 linken Haenden ausgestattet ist kann schon in Verzweiflung geraten.
Ich hab noch mal nachgedacht, weil ich auch schon an dem Punkt war (saco cheio).
Man darf nicht den Fehler machen, zu vergleichen. Das fällt dem Weitgereisten natürlich schwer. Man kennt viele Länder und nimmt gerne das Positive mit. Der Mensch neigt dazu, negative Erlebnisse zu verdrängen und Vergangenes zu verklären.
Dänemark, Thailand, Angola, Cuba, Spanien, Neuseeland, Südafrika, Canada, Israel... von jedem Land hat man schöne Erinnerungen, die man gerne über das Land stülpen würde, in dem man gerade ist.
"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Reinhold Niebuhr)
Hier ändert der Einzelne nichts. Also muss man Gelassenheit lernen...
Rio de Janeiro ist eine Drecksstadt...
Du hast 100 % recht, aber trotzdem fasziniert mich Brasilien; ich lebte dort über 20 Jahre und werde nach meiner Pensionierung wieder definitiv nach Brasilien auswandern.
Albino, wieviel Jahre hast Du noch bis zu Rente? Den Gedanken hatte ich vor 20-30 Jahren
auch, jetzt ist es soweit - und Pustekuchen - kann es mir finanziell einfach nicht leisten
und ein paar Wehwechen sind auch hinzugekommen. (Anm. bin kein Turi, habe auch mal
6 Jahre am Stück dort gelebt).
Übrigens die Mädels von damals, knapper Tanga, immer gut drauf... na ja, die gehen so
langsam mit mir auf die 60 zu....![]()