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Hier gerne mehr Hintergrundinfos zu den Rezepten:
Meine Freundin hat in Deutschland in der gehobenen Gastronomie als Koechin gearbeitet und daher einiges an Wissen mitgebracht.
Noch vor der Entscheidung, die Baeckerei hier zu eroeffnen, haben wir in der Naehe von Salvador ein paar Tage in einer brasilianischen konventionellen Baeckerei mitgearbeitet (einfach angefragt und die Chance bekommen!) und dort das erste Mal gesehen, mit welchen Maschinen gearbeitet wird, welche Rezepturen fuer die stinknormalen Broetchen genommen werden etc.
Viel Zeit haben wir selbst dann nicht gebraucht, um vernuenftige Produkte zu liefern - war selbst erstaunt, als wir das erste Mal den Ofen angeschmissen haben. Und jetzt gibt es fuer den Kaeufer ja die bestehenden Rezepte im Paket inbegriffen!
Und dann haben wir natuerlich viel selbst verfeinert und ausprobiert. (Es ist kein Geheimnis: Mit Bananen kann man z.B. viel machen - die sind gut, billig und beliebt!)
Fuer die, die es noch nicht wissen: Brasilianisches Brot hat in den allermeisten Faellen eine miserable Qualitaet und auch die Bandbreite laesst zu wuenschen uebrig. Von daher ist es nicht so schwierig, den Standard zu toppen und schnell leckerere und kreativere Angebote zu haben.
Da bin ich auch bei dem Punkt, wie wir auf die Idee gekommen sind: Nach nur wenigen Wochen in Olivenca hat uns das hiesige Brot zum Hals rausgehangen. Nach dem ersten Fuehlerausstrecken haben uns auch gleich die Freunde bestaerkt, die Baeckerei-Idee umzusetzen, weil auch sie das andere Brot leid waren.
Wie du geschrieben hast: Wir haben also die oertlichen Wuensche befriedigen koennen. Unser Publikum ist ein Gemisch aus Ortsansaessigen, die die normalen Broetchen kaufen - daran verdienen wir nur den "Sockel". Und zum anderen Teil besteht die Klientel aus der Mittelschicht aus Ilheus und Itabuna, Touristen, Wochenendgaesten, Auslaendern, die hier wohnen und Auslaendern auf Urlaubsreise. Die kaufen natuerlich eher die gehobenen Produkte oder kommen auch mal mit der ganzen Familie und Freunden vorbei, um zu fruehstuecken oder aehnliches.
Frag mich nicht, was ich in Deutshcland alles braeuchte, um dort einen aehnlichen Betrieb zu eroeffnen. Mit Sicherheit waere es dort zehnmal schwieriger oder sogar gar nicht moeglich. Also, dementsprechend laeuft es hier sehr unkompliziert. Die Pappnasen vom "Gesundheitsamt" wissen selbst nicht, was die offiziellen Anforderungen sind, also koennen sie dir das selbst auf ausdrueckliche Anfrage nicht mitteilen und spaeter auch nicht kontrollieren. (Ich glaube, die kamen in den drei Jahren zweimal vorbei, aber im Grunde nur, um die jaehrliche Gebuehr zu kassieren. Allerdings sollte jeder der hier ein solches Geschaeft professionell fuehren moechte, ja sowieso schon versuchen, dies so sauber und hygienisch zu tun, dass es ueber dem brasilianischen Standard liegt und daher auch die Beamten vom Gesundheitsmat schnell beeindruckt!)
Und ansonsten hat meine Freundin, die einen brasilianischen Pass besitzt, das Gewerbe offiziell bei der Behoerde angemeldet, was kein grosser Aufwand gewesen ist. Wer da mehr ueber die Anforderungen weiss, kann ja hier mal seinen Senf abgeben. Sobald du einen brasilianischen Pass oder zumindest eine Aufenthaltserlaubnis hast, solltest du da auch als Auslaender kein Problem mit haben. Danach musst nur halt nur (halbwegs) regulaer deine Steuern zahlen, am besten - wie wir - mit einem Contador arbeiten, der diese Angelegenheiten (Steuererklaerungen etc.) monatlich und jaehrlich abwickelt... und pronto!
Keine Angst vor der Buerokratie in Bahia - alles sehr geruhsam!
Bis auf weiteres,
Daniel.
Eigentlich nur vor 5 Jahren, als ich mich mit den Oefen etwas naeher beschaeftigte. Ist eine italienisch-staemmige Famile, die zufaellig Tedesco (Deutsch) heisst, und sich seit den 70er Jahren in Caxias do Sul (RJ) zuerst mit Pizza- und Baeckereioefen beschaeftigte und inzwischen auch mit anderen Produkten eine beachtlich grosse Verbreitung in Brasilien gefunden hat.
Neues zum Baeckerei- und Konditoreisektor - natuerlich nur, wenn man Interesse auf dem Gebiet hat - findet man in den kostenlos an Baeckereien verteilten Zeitschriften "Padaria Moderna", die man sich hier als neueste Version und alle zurueckliegenden Ausgaben ansehen bzw. herunterladen kann:
Padaria Moderna - Revista