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Eintrag: António Raposo Tavares

  1. Eingetragen von
    Christian.Thiessen
    Eingetragen am
    5. January 2009 10:49

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    António Raposo Tavares (* 1598 in São Miguel de Beja, Portugal; † 1658 in São Paulo) war ein brasilianischer Bandeirante aus São Paulo.
    Antônio Raposo Tavares kam als Zwanzigjähriger nach Brasilien und vermählte sich mit Beatriz Furtado de Mendonça. Er erwarb daraufhin eine Fazenda wo er die anlässlich seiner Expeditionen ins Hinterland, vornehmlich in die heutigen Bundesstaaten Paraná, Santa Catarina und Mato Grosso, gefangenen Indios zur Zwangsarbeit einsetzte. Auf diesen Expeditionen zerstörte er viele spanische Jesuitenreduktionen.
    Er verfügte somit bereits über große Erfahrung in der Erschließung des Hinterlandes, als er sich auf die riskanteste Expedition seines Lebens einließ. Es wird überliefert, dass er diese Expedition in Portugal zusammen mit höchsten Stellen des Königreiches geplant haben soll. Erklärtes Ziel war, das unter portugiesischer Kontrolle stehende Gebiet im Inneren Südamerikas durch Erschließung neuer Territorien zu erweitern und womöglich Edelmetallvorkommen zu entdecken.
    Raposo Tavares stellte eine Bandeira auf, die aus zwei sogenannten „Colunas“ bestand, deren erste aus 120 Paulistas und 1200 Indios bestand und durch ihn selbst kommandiert wurde, während die etwas kleinere zweite Coluna von Antônio Pereira de Azevedo geführt wurde. Getrennt unterwegs folgten beide Colunas dem Rio Tietê bis zum Rio Paraná, von wo sie Aquidauana erreichten. Im Dezember 1648 vereinigten sie sich am Ufer des Río Paraguai und besetzten die Jesuitenreduktion Santa Bárbara.
    Nach ihrer Vereinigung stieß die Bandeira ab April 1649 weiter vor, drang über den Rio Guapaí in Richtung der Andenkette vor und verblieb bis 1650 mitten im spanischen Südamerika in der Region zwischen den heutigen bolivianischen Städten Potosí und Santa Cruz de la Sierra, wo sie die Gegend so weiträumig wie möglich erkundeten. Von Juli 1650 bis Februar 1651 − zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mal mehr halb so groß wie zu Beginn − machte sie sich auf die längste und letzte Etappe der Expedition. Sie folgte dem Rio Guapaí bis zum Rio Madeira und erreichte den Amazonas, dem sie bis zur Festung Gurupá in der Nähe von Belém folgten. Die Überlebenden der Expedition erreichten die Festung völlig entkräftet, die meisten waren krank. Raposo Tavares war offenbar so stark entstellt, dass seine eigene Familie ihn nicht mehr erkannte, als er nach São Paulo zurückkehrte.
    Dank dieser gewaltigen Expedition erlangten die Portugiesen detaillierte Kenntnis über weite Gebiete zwischen dem Wendekreis des Steinbocks und dem Äquator.