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Ein Arzt lernt das berüchtigte und chronisch überbelegte Gefängnis Carandiru in Sao Paulo und seine Insassen kennen, als er vor allem zur AIDS-Prävention hinter Gittern kommt. Etliche der Insassen frönen ungestört Sex und Drogen, Streitigkeiten werden per Vermittlung durch den Ältesten oder durch Mord gelöst, und es wird sogar geheiratet. Nach einem von Insassen und Wärtern gleichermaßen genossenen Fußballspiel kommt es wegen einer Nichtigkeit zum Aufstand. Polizeitruppen stürmen das Gefängnis und mähen die Häftlinge gnadenlos nieder.
Der Film CARANDIRU basiert auf dem erfolgreichen Tatsachenroman „Carandiru Station“ von Drauzio Varella, der über 168 Wochen die brasilianischen Bestsellerlisten anführte. Mit tiefem Glauben an die Menschlichkeit, Humor und drastischer Authentizität schildert der vielfach ausgezeichnete Regisseur Hector Babenco (Kuss der Spinnenfrau) die alltäglichen Zustände in Lateinamerikas größtem Gefängnis.
Das Gefängnis Carandiru lag mitten in der Stadt São Paulo in der Nähe der Rodoviária Tieté. Da es später als unleitbar galt wurde es geräumt und Ende 2002 gesprengt.
Für mich einer der eindrucksvollsten brasilianischen Filme, die ich bisher gesehen habe. Er hat mir besser gefallen als Cidade de Deus.
Soweit ich weiss, wurde der Film Carandiru nur in kleinen Programmkinos in Deutschland gezeigt, ist jedoch ab Ende November im Verleih.
- Regie: Hector Babenco
- Drehbuch: Victor Nava, Hector Babenco, Fernando Bonassi
- Buchvorlage: Dráuzio Varella
- Kamera: Walter Carvalho
- Schnitt: Mauro Alice
- Musik: André Abujamra
Darsteller
Arzt: Luiz Carlos Vasconcelos
Dagger: Milhelm Cortaz
Chico: Milton Gonçalves
Ebony: Ivan de Almeida
Highness: Ailton Graça
Dalva: Maria Luiza Mendonca
Rosirene: Aida Lerner
Lady Di: Rodrigo Santoro
Too Bad: Gero Camilo
Deusdete: Caio Blat
Rita Cadillac: Rita Cadillac
Zico: Wagner Moura
Ezequiel: Lazaro Ramos
Fuinha: Sabotage
Caterina: Sabrina Greve
Antonio Carlos: Floriano Peixoto



