Werbung
City of God (portugiesisch Cidade de Deus) ist ein brasilianischer Kinofilm über das von Gewalt geprägte Leben in den Armenvierteln von Rio de Janeiro. Das Drehbuch orientiert sich an dem gleichnamigen Roman von Paulo Lins, der selbst in der "Stadt Gottes" aufwuchs. Allerdings wurde der Stoff für den Film etwas gekürzt, da der Roman mehr als 40 Geschichten erzählt, und Buscapé als leitende Person hinzugefügt.
Vorgeschichte
Um eine größere Authentizität zu erreichen, besetzte Fernando Meirelles das Schauspieler-Ensemble des Films fast ausschließlich mit Jugendlichen aus den Elendsvierteln von Rio. Mehrere hundert Jugendliche wurden dafür zu einem sechsmonatigen Theater-Workshop eingeladen und auf ihre späteren Rollen vorbereitet. Beim Schauspielunterricht wurde besonders auf Techniken der freien Improvisation wertgelegt, die auch in den meisten Szenen im späteren Film eingesetzt wurden, um den Film authentischer zu gestalten.
Handlung
Der Film erzählt die Ereignisse in einem real existenten Armenviertel Rios in den 60er bis 80er Jahren aus der Sicht von Buscapé. Die Cidade de Deus, im Vorort Jacarepaguá im Westen der Metropole gelegen, ist eine unwirtliche, auf dem Reißbrett entworfene und in den Staub gebaute Trabantenstadt vornehmlich für Landflüchtlinge aus dem seinerzeit von einer anhaltenden Dürre heimgesuchten Nordosten Brasiliens. So gut die Intentionen der Architekten gewesen sein mochten, die Cidade de Deus wurde zur seelenlosen Verwahrstätte für die Unterschicht, eine Brutstätte der Unmenschlichkeit.
So ist auch Buscapé sehr früh mit Gewalt konfrontiert worden. Sein Bruder Marreco ist in einer Bande, deren Mitglieder sich für große Gangster halten.
Diese Bande versucht durch verschiedene kleinere Überfalle an Geld zu kommen. Bei einem Überfall auf ein Stundenhotel eskaliert die Gewalt, nachdem der achtjährige Löckchen alle Menschen im Hotel erschießt. An diesem Tag entdeckt Löckchen seinen Spaß am Töten. Die Gang löst sich auf. An seinem 18. Geburtstag beschließt Löckchen mit seinem Freund Bené, (Zitat"dem coolsten Gangster Rio de Janeiros", Drogendealer zu werden. Dafür töten sie alle anderen Dealer in der Stadt Gottes. Nach einer schicksalhaften Begegnung mit einem Voodoo-Priester der ihm einen Talimann gibt wird aus Löckchen: Locke der Boss, der sich die Macht im gesamten Stadtviertel sichert. Die Lage eskaliert, als Bené aus dem Drogengeschäft aussteigen will und mit seiner Freundin Angelika aus der Stadt Gottes verschwinden will, eskaliert die Situation auf seiner Abschiedsparty. Locke beginnt einen Streit, im Handgemenge wird Bené anstelle von Locke erschossen. Es kommt zu einem Bandenkrieg (Zitat: „Früher war die Stadt Gottes das Fegefeuer, jetzt ist sie zur Hölle geworden.“), da der einzige andere Drogendealer, Karotte, ein Bekannter von Bené, von Locke jedoch gehasst, nun keine Immunität mehr genießt. Karotte schließt sich mit Mané, dessen Freundin von Locke vergewaltigt wurde, zusammen, um sich vor Locke zu schützen und zu rächen. Buscapé, der bei einer Zeitung arbeitet und morgens Kurierfahrten macht, lässt im Fotolabor der Redaktion seinen privaten Film entwickeln, auf dem einzigartige Nahaufnahmen von Locke sind. Versehentlich werden diese abgedruckt und Buscapé erhält die Chance seines Lebens: Fotograf für eine Zeitung zu sein. Der Bandenkrieg erreicht sein Finale, als es zu einer Schießerei zwischen den Banden und der Polizei kommt. Locke und Karotte können festgenommen werden, jedoch wird Locke unterwegs von den Polizisten wieder freigelassen, da er diese offensichtlich bestochen hatte. Buscapé kann von der Freilassung Fotos machen und sieht, wie die Zwergen-Gang, quasi der Nachwuchs, Locke entdeckt, ihn erschießt und somit zu der einzigen Bande des Viertels wird. Nun herrschen die Zwerge auf die gleiche gewaltsame Weise wie die Banden zuvor. Die Fotos der „Hinrichtung“ Lockes werden dann in der Zeitung veröffentlicht.
Auszeichnungen und Wirkung
Der Film war sehr erfolgreich und bekam international sehr gute Kritiken und viele Auszeichnungen. So wurde er 2004 für vier Oscars nominiert, in den Kategorien Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera und Bester Schnitt, ging aber leer aus. In seinem Heimatland hat der Film eine Debatte über die Zustände in den Favelas angeregt, da der Film eindrucksvoll die andere Seite von Brasiliens Touristenmagnet Rio de Janeiro zeigt. Erwähnenswert ist auch der Soundtrack von Antonio Pinto, eine Mischung von Samba und Funk.
Hintergründe
- In der deutschen Synchronisation wurde der Erzähler, Buscapé, von Xavier Naidoo gesprochen.
- Alle Darsteller - mit Ausnahme von Matheus Nachtergaele (Karotte) und Seu Jorge (Mané) - waren Laien, die aus den Slums rund um Rio rekrutiert wurden. Alexandre Rodrigues (Buscapé) lebt sogar tatsächlich in der „City of God“.
- Am Ende des Filmes hört man die „Zwergenbande“ darüber reden, wen sie in Zukunft töten wollen. In der Realität wurde aus den „Zwergen“ die Bande Comando Vermelho, die heute als die gefährlichste rund um Rio gilt. Sie ist auch dafür bekannt, eine Todesliste zu führen.
- Die in schwarz-weiß gehaltene Dokumentation am Ende des Filmes, in dem Mané im Gefängnis interviewt wird, ist authentisch und zeigt den echten Mané.
- Der Film wurde nicht in der echten „City of God“ gedreht, weil es dort zu gefährlich gewesen wäre. Die Drehorte lagen in der Nachbarschaft.



"dem coolsten Gangster Rio de Janeiros", Drogendealer zu werden. Dafür töten sie alle anderen Dealer in der Stadt Gottes. Nach einer schicksalhaften Begegnung mit einem Voodoo-Priester der ihm einen Talimann gibt wird aus Löckchen: Locke der Boss, der sich die Macht im gesamten Stadtviertel sichert. Die Lage eskaliert, als Bené aus dem Drogengeschäft aussteigen will und mit seiner Freundin Angelika aus der Stadt Gottes verschwinden will, eskaliert die Situation auf seiner Abschiedsparty. Locke beginnt einen Streit, im Handgemenge wird Bené anstelle von Locke erschossen. Es kommt zu einem Bandenkrieg (Zitat: „Früher war die Stadt Gottes das Fegefeuer, jetzt ist sie zur Hölle geworden.“), da der einzige andere Drogendealer, Karotte, ein Bekannter von Bené, von Locke jedoch gehasst, nun keine Immunität mehr genießt. Karotte schließt sich mit Mané, dessen Freundin von Locke vergewaltigt wurde, zusammen, um sich vor Locke zu schützen und zu rächen. Buscapé, der bei einer Zeitung arbeitet und morgens Kurierfahrten macht, lässt im Fotolabor der Redaktion seinen privaten Film entwickeln, auf dem einzigartige Nahaufnahmen von Locke sind. Versehentlich werden diese abgedruckt und Buscapé erhält die Chance seines Lebens: Fotograf für eine Zeitung zu sein. Der Bandenkrieg erreicht sein Finale, als es zu einer Schießerei zwischen den Banden und der Polizei kommt. Locke und Karotte können festgenommen werden, jedoch wird Locke unterwegs von den Polizisten wieder freigelassen, da er diese offensichtlich bestochen hatte. Buscapé kann von der Freilassung Fotos machen und sieht, wie die Zwergen-Gang, quasi der Nachwuchs, Locke entdeckt, ihn erschießt und somit zu der einzigen Bande des Viertels wird. Nun herrschen die Zwerge auf die gleiche gewaltsame Weise wie die Banden zuvor. Die Fotos der „Hinrichtung“ Lockes werden dann in der Zeitung veröffentlicht. 