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Infrastruktur

 

  • Fernstraßen mit den Nummern 000-099 führen nach Brasília
  • Fernstraßen mit den Nummern 100-199 verlaufen von Norden nach Süden
  • Fernstraßen mit den Nummern 200-299 verlaufen von Westen nach Osten
  • Fernstraßen mit den Nummern 300-399 verlaufen diagonal (von Nordwest nach Südost oder von Nordost nach Südwest)
  • Fernstraßen mit den Nummern 400-499 sind unwichtigere Verbindungen. Sie verbinden meist nur eine Stadt mit einer größeren Fernstraße in der Nähe.

So liegt zum Beispiel die Autobahn SP-280 im Bundesstaat São Paulo und verläuft von West nach Ost. Neben ihrem offiziellen Namen sind einige Straßenverbindungen auch noch nach berühmten Persönlichkeiten benannt.
 

Fernverkehr

Die Bahnverbindungen wurden ausgedünnt, aber es besteht noch ein Schienennetz von fast 30.000 km Länge. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Eisenbahn für den wirtschaftlichen Aufschwung besonders wichtig. Mit dem rasanten Ausbau des Straßennetzes verlor sie diese herausragende Stellung. Mittlerweile hat die in Brasilien nur noch geringe bis gar keine Bedeutung mehr. Güterverkehr wird mit LKWs oder Schiffen abgewickelt; für den öffentlichen Personenfernverkehr werden normalerweise Busse verwendet. Auf Strecken durch die malerische Berglandschaft verkehren noch nostalgische Lokomotiven, die als touristische Attraktionen dienen.

Die Busverbindungen sind im Gegensatz zu den Bahnverbindungen sehr gut ausgebaut. Busse verkehren zwischen allen größeren Städten in regelmäßigen Intervallen und auch zwischen kleineren Städten einigermaßen zuverlässig. Es gibt verschiedene Preisklassen vom einfachen Reisebus bis hin zum vollklimatisierten Bus mit Fernsehern und Reisebegleitern. Wegen der sehr großen Entfernungen werden auch Flugreisen innerhalb Brasiliens immer wichtiger. Allerdings sind die Kosten für die meisten Brasilianer zu hoch, so dass sie auch lange Reisen mit dem Bus unternehmen. Es etablieren sich aber immer mehr Fluggesellschaften, die nach Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwingliche Flüge innerhalb des Landes anbieten. Der größte Flughafen des Landes ist der Aeroporto Internacional de São Paulo/Guarulhos in Guarulhos bei São Paulo mit jährlich fast 13 Millionen Passagieren. Um die zwei überlasteten Flughäfen von São Paulo zu entlasten, ist in Campinas, in 80 km Entfernung von São Paulo, der Ausbau des dortigen Flughafens Viracopos zum größten Flughafen Lateinamerikas mit einer Kapazität von jährlich bis zu 55 Millionen Passagieren in Planung.
 

Schiffsverkehr

Die Binnenschifffahrtswege haben insgesamt eine Länge von rund 50.000 km. Die Handels- und Frachtflotte besteht aus etwa 475 Schiffen. Die größten brasilianischen Häfen liegen in Belém, Fortaleza, Ilhéus, Imbituba, Manaus, Paranagua, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Rio Grande, Salvador, Santos und Vitória.
 

 

Die Flagge von Brasilien

 Als Pedro Álvares Cabral am 22. April 1500 von Brasilien entdeckte, segelten seine Schiffe unter der portugiesischen Flagge. Erst vier Jahrhunderte später hisste man in Brasilien eine andere Flagge.

 

Die Bandeira Brasileira wurde erst 1889 entworfen und zur Nationalflagge erklärt, kurz nach Ausrufung der Republik. Sie wird als eine der schönsten Fahnen der Welt angesehen. Ein Kunstwerk, das buchstäblich über Nacht geschaffen wurde. Der Künstler Décio Villares gestaltete die Flagge nach genauen Anweisungen der Militärs. Sie wollten keine Nachahmung der amerikanischen Stars and Stripes, sondern eine Fahne, die die Ideen der brasilianischen Republik symbolisiert.

Unsere brasilianische Flagge kennzeichnet wie nur wenige andere so etwas wie das Wesen des riesigen Vielvölkerstaates. Und so kommt es auch, dass die Bandeira Brasileira alle politischen Szenenwechsel überstanden hat. Sie kann wie ein großer Reiseführer angesehen werden. Jedes Detail bedeutet etwas und hat mit Brasilien zu tun. Jedoch nicht oder wenig mit dem wirklichen Brasilien, sondern vielmehr mit einem Brasilien der Träume; mit jenem Brasilien, das das "Land der Zukunft" sein will. Die Flagge, die in einer Nacht entstanden ist, kann als das Resultat einer kollektiven Traumarbeit beschrieben werden.

Dieser Traum fängt beim zentralen Motiv an: der nächtliche Sternenhimmel ist ein Schnappschuss – die Momentaufnahme der Nacht über Rio de Janeiro am Morgen des 15. November zwischen sechs und sieben Uhr morgens. Die Stunde der Republik wiederholt sich also jedes Jahr in dem Moment, in dem dieses Himmelsereignis betrachtet werden kann. Der Himmel der Flagge ist jedoch spiegelverkehrt und auch sonst idealisiert. In Wirklichkeit gibt es in dem Bereich des abgebildeten Nachthimmels viel mehr Sterne zu sehen.

Im Mittelpunkt steht das Sternbild des Kreuz des Südens. Es repräsentiert das Schicksal und ist wegen seiner Bedeutung für die Navigation eng mit der Geschichte der Entdeckung Brasiliens verbunden. Spanische und portugiesische Seefahrer nutzten es zur Orientierung bei Nacht. Agostinho Royer bestimmte im Jahr 1679 das Sternbild zum ersten Mal und wegen seiner Lobpreisung in den Luisaden des portugiesischen Dichters Camões gilt es als "portugiesische Konstellation". In der brasilianischen Flagge symbolisiert es die Wurzeln des Landes in der portugiesischen Kultur und steht gleichzeitig für das Gefühl der Sehnsucht, der saudade, das die portugiesischen Seefahrer während ihrer Reise nach Brasilien litten.

Im Laufe der Zeit war es für sie nicht mehr nur Zeichen zur Orientierung, sondern wurde immer stärker zum eigentlichen Inbegriff ihrer Suche nach fernen Horizonten. Deshalb steht es im Zentrum der brasilianischen Flagge, als Symbol des Traums. Das Kreuz des Südens ist die sehnsüchtige Ferne, es ist ein Zeichen des Geistes der Abenteurer.

Flüsse und Seen

Die Länge des Amazonas vom peruanischen Iquitos bis zum Delta an der brasilianischen Nordostküste beträgt 3 700 Kilometer und ist durchgängig von Hochseeschiffen befahrbar. Die für die Schiffahrt wichtigsten Flüsse im brasilianischen Bergland sind der São Francisco und der Parnaíba. Letzterer wird etwa 305 Kilometer vor seiner Mündung von den Paulo-Afonso-Fällen unterbrochen, der obere Flußlauf ist jedoch auf einer Länge von 1 450 Kilometern für Schiffe befahrbar. Der Parnaíba enthält wie die meisten Flüsse im Bergland Wasserfälle und steht dem Schiffsverkehr mit der Hälfte seiner Gesamtlänge, circa 645 Kilometern, zur Verfügung. Auch auf dem Fluß Uruguay erschweren Stromschnellen die Navigation. Einer der Hauptausläufer des La Plata durchquert ebenfalls in einer Länge von 965 Kilometern brasilianisches Gebiet und bildet einen Großteil der brasilianisch-argentinischen Grenze. Weitere Nebenflüsse des Río de la Plata, die durch Brasilien fließen, sind der Paraguai und der Alto Paraná. Beide Flüsse spielen für die Binnenschiffahrt eine wichtige Rolle.

Geschichte

Traditionell wird vertreten, dass die ökologischen Bedingungen im Amazonasbecken das Aufkommen von bevölkerungsstarken Hochkulturen wie im Andenraum nicht zuliessen und man deshalb von einer dünnen Bevölkerung aus nomadischen oder halbnomadischen Gruppen von Jägern und Fischern ausgehen muss, die in geringem Umfang auch Ackerbau trieben.

 

Neuere Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass die Aktivitäten der einheimischen Völker vor der Kolonialisierung weit über das bisher angenommene Ausmaß hinausgingen. Demnach hätten die Ureinwohner durch systematische Anpflanzung und Verbreitung von Pflanzenarten sowie Bodenverbeserung das Ökosystem des Amazonasbeckens erst geschaffen. Auch ihre Ansiedlungen -etwa auf der riesigen Flussinsel Marajó- seien demnach weit größer gewesen als bisher angenommen.
 

 

Chronik

Der Kongreß billigt am 18.12.1996 auf einer gemeinsamen Sitzung ein Gesetz, das die Erhöhung der jährlichen Steuern auf brachliegendes Agrarland von über 5000 ha auf bis zu 20 % des Bodenwerts vorsieht; die Steuerbelastung für genutztes Agrarland beträgt dagegen unter 0,05 %. Ein von Präsident Cardoso am 25.12. unterzeichnetes Gesetz zur Verkürzung der Enteignungsverfahren soll ebenfalls die Großgrundbesitzer zur Veräußerung von Brachland bewegen und die Landreform vorantreiben.

Ein von der MST organisierter und von der katholischen Kirche unterstützter zweimonatiger Sternmarsch "für Agrarreform, Arbeit und Gerechtigkeit" endet am 17.4.1997 in der Hauptstadt Brasília mit der bisher größten Protestkundgebung gegen die Politik der Regierung von Präsident Cardoso. An der Abschlußkundgebung, die am ersten Jahrestag der Erschießung von mind. 19 Landlosen im Amazonasgebiet stattfindet, nehmen rd. 100.000 Menschen teil. Am 18.4. empfängt Präsident Cardoso eine 25köpfige Delegation von Landlosen und Indianern sowie Bischöfen und einem Gewerkschaftsvertreter; er verspricht erneut, die Agrarreform zu beschleunigen. In einer Mitte April auf der 35. nationalen Bischofskonferenz Brasiliens (Confêrencia Nacional dos Bispos do Brasil) veröffentlichten Untersuchung des bischöflichen Forschungsinstituts Ibrades werden der Mitte-Rechts-Regierung aktive Korruption, ein zunehmendes Regieren per Dekret, die Vernachlässigung der Sozialpolitik und fehlender politischer Wille bei der Umsetzung der Agrarreform vorgeworfen.

Ein Geschworenengericht in Pedro Canario verurteilt am 11.6. José Rainha Junior, einen der bekanntesten MST-Führer, wegen Beteiligung an zwei Morden bei einer Farmbesetzung vor acht Jahren zu 261/2 Jahren Haft. In einer zwei Tage später veröffentlichten Erklärung betont amnesty international dessen Unschuld; bei dem Prozeß seien nicht einmal die juristischen Mindestregeln eingehalten worden, es handele sich um ein politisches Verfahren. Das Berufungsverfahren soll im September beginnen.